Heidenheim Deutsches Herrendegen-Team scheitert wieder in zweiter Runde

Heidenheim / Thomas Jentscher 14.01.2019
Die deutsche Herrendegen-Nationalmannschaft schlägt sich gut, kommt aber nicht über Rang zehn hinaus. Der Sieg geht nach Russland.

Ein hochklassiges Turnier mit vielen spannenden Duellen lieferten sich am Samstag die 37 Nationalmannschaften beim Voith-Cup vor etwa 500 Zuschauern im Congress-Centrum. Die deutsche Nationalmannschaft mit dem HSBler Stephan Rein verlor mal wieder in der zweiten Runde, zeigte insgesamt aber eine gute Leistung und landete auf Rang zehn. Platz eins holte sich Russland durch einen ungefährdeten 35:30-Sieg über Ungarn.

Den ganzen Tag über gab es immer wieder Hochspannung durch das attraktive Stafettenfechten. Beispielsweise im Halbfinale, in dem der Italiener Marco Fichera im letzten Gefecht acht Treffer zurücklag, innerhalb weniger Sekunden aber mit bedingungsloser Offensive auf einen heran kam. Der Ausgleich lag in der Luft, mit einem Doppeltreffer rettete Pavel Shukov aber Russland den Einzug ins Finale, das dann ja klar gewonnen wurde. Wie hart es zur Sache ging, mussten starke Nationen wie China (12.) oder Frankreich (13.) erleben.

In der deutschen Auswahl kamen neben dem Heidenheimer Lukas Bellmann und Marco Brinkmann von Bayer Leverkusen sowie Richard Schmidt vom FC Offenbach zum Einsatz. Das Team von Bundestrainer Mario Böttcher startete mit einem etwas mühsamen 45:40 gegen Hongkong. Der am Vortag im Heidenheimer Pokal so starke Rein wirkte etwas müde, verlor zwei seiner drei Gefechte und wurde im folgenden Achtelfinale gegen Italien durch Brinkmann ersetzt.

Der zeigte über den ganzen Tag eine prima Leistung, machte auch gegen die Azzuris im fünften Gefecht aus sechs Treffern Rückstand einen Vorsprung. Doch die starken Italiener ließen sich nicht verunsichern, drehten den Spieß sofort wieder um. Die letzten drei Gefechte verloren die Deutschen klar und mussten durch das 36:45 in die Platzierungskämpfe.

Sieg gegen den Olympiasieger

Hier wartete völlig überraschend das – etwas ersatzgeschwächte – Team aus Frankreich, das zuvor gegen Israel verloren hatte. Gegen den Olympiasieger drohte die nächste Niederlage, doch die Deutschen zeigten eine engagierte Leistung, blieben immer dran. Im letzten Gefecht übernahm Brinkmann gegen den Weltranglistenneunten Alex Fava, geriet knapp in Rückstand, setzte dann aber unwiderstehlich die Treffer zum umjubelten 45:40-Sieg.

Danach traf man auf die ebenfalls starken Kasachen. Nach vier Gefechten lagen Deutschland mit vier Treffern zurück, nach sieben immer noch mit einem. Bellmann und erneut Brinkmann sorgten dann aber für einen 45:42-Erfolg. So ging es gegen Japan um Rang neun. Der Gastgeber der nächsten Olympischen Spiele rüstet weiter auf und war bei den Fechtertagen erneut stark vertreten. Die Asiaten sahen beim 40:32 nach acht Gefechten schon wie der sichere Sieger aus, aber Brinkmann versuchte nochmals alles, kam gegen Masaru Yamada sogar auf einen Treffer heran, musste sich am Ende jedoch 42:45 geschlagen geben.

Böttcher war dann auch hin und her gerissen. „Nach der Niederlage gegen Italien haben wir richtig gut gefochten, aber es ärgert uns, wieder nicht ins Viertelfinale gekommen zu sein“, so der Bundestrainer.

Ab April wird's ernst, dann zählen die Ergebnisse im Nationen-Cup für die Olympia-Qualifikation. Die ersten vier kommen sicher nach Tokio, als Fünfter und Sechster hat man noch Chancen – Deutschland rangiert derzeit auf Rang 13. „Bei den derzeitigen Turnieren geht es darum, wie man gesetzt wird. Wir müssten jetzt mal einen Sprung nach vorn machen, die Jungs haben ja gezeigt, dass sie dazu in der Lage sind“, erklärt Böttcher, der auch beim nächsten Nationen-Cup in Vancouver auf das Quartett vom Samstag setzen wird. Natürlich haben bis 2020 aber weitere Fechter, wie der HSBler Niklas Multerer, die Möglichkeit, sich ins Nationalteam zu kämpfen.

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