Brackenheim Dettinger Volleyballer: Den Klassenerhalt ganz knapp verpasst

Da sah es noch gut für die Dettinger Volleyballer aus: Fabian Dietz ist dabei, einen Schnellangriff über die Mitte abzuschließen. Im zweiten Spiel ging dem TSV aber am Ende etwas die Luft aus.
Da sah es noch gut für die Dettinger Volleyballer aus: Fabian Dietz ist dabei, einen Schnellangriff über die Mitte abzuschließen. Im zweiten Spiel ging dem TSV aber am Ende etwas die Luft aus. © Foto: privat
Brackenheim / Rolf Grimm 16.04.2018
Der TSV Dettingen nutzt in der Relegation seine Chancen nicht und muss nach einem Sieg und einer Niederlage hinunter in die Landesliga.

Sie waren so nah dran, aber letztlich nützte die TSV Volley-Alb Dettingen beim Relegationsturnier in Brackenheim ihre Chancen nicht. Damit führt der Weg jetzt voraussichtlich (siehe Info unten) in die Landesliga.

Natürlich war es eine Hiobsbotschaft, dass sich Zuspieler Johannes Kamper im Training verletzt hatte und für dieses wichtige Turnier nicht zur Verfügung stand. Konstantin Vogel sprang trotz einigem Trainingsrückstand ein, auch Florian Hornung begleitete das Team für den Notfall.

Im ersten Spiel gegen die als Gastgeber fungierende Mannschaft aus Hausen vertraute Trainer Martin Kreher seiner Stammformation mit Vogel auf Zuspiel, Kaiser auf der Diagonalposition sowie dem umsichtigen Fröscher auf dem Liberoposten. Klein und Peller besetzten die Außenpositionen, Schwarz und Dietz die Mitte.

Hausen startete mit zwei starken Blockaktionen gegen Kaiser und Peller, dann holte Dettingen auf. Beide Teams wirkten nervös, Fehler und gelungene Aktionen wechselten sich ständig ab. Über Kaiser, Peller und den starken Mittelblocker Schwarz setze sich der TSV ab und ließ sich auch vom erneuten Ausgleich nicht bremsen. Nachdem Kaiser zum Aufschlag gekommen war, ging es schnell. Am Ende hieß es 25:18 für den TSV.

Peller mit kraftvollen Angriffsschlägen

Im zweiten Durchgang ging zunächst wieder eng zu. Allein Kaiser und Peller erarbeiteten mit ihren Aufschlägen Vorteile für den TSV. Klein leitete dann mit seinen Angriffen und bei der Angabe den zweiten Satzerfolg ein. Als Peller einen seiner kraftvollen Angriffsschläge zum 25:19 versenkte, war klar, dass der TSV das Spiel nicht mehr aus der Hand geben würde.

Und so war es auch. Satz drei, den Vogel auf der Aufschlagposition begann, wurde lehrbuchhaft gestartet. Ein erfolgreicher Angriff nach dem anderen brachte einen 6:0-Vorsprung. Zwar kamen die Hausener heran, aber immer wenn Peller oder Kaiser aufschlugen, wurden die Gastgeber unsicher. Mit einem klaren 25:14 machte Dettingen den ersten Sieg perfekt.

Würde die Kraft an diesem schwülen Tag reichen? Schließlich gab es für Kreher wenige Wechselmöglichkeiten. Der zweite Gegner, die dritte Mannschaft des Bundesligisten TV Rottenburg, stellte eine junge Truppe aufs Feld, verstärkt durch einen ehemaligen Bundesligaspieler. Ein Team, das als A-Jugend schon auf nationaler Ebene bei erfolgreich war und technisch sowie taktisch einen guten Eindruck machte.

Rottenburg ärgerte Dettingen mit Flatteraufschlägen

Zunächst gelang es dem TSV wieder, durch Aufschläge von Peller Druck zu erzeugen. Dettingen führte 6:2, ließ sich dann vom Schiedsgericht aus der Ruhe bringen und machte fünf Fehler in Folge. So wurde Rottenburg mutiger, ärgerte den TSV mit Flatteraufschlägen. Mit erhöhtem Druck bei der Angabe kam Dettingen aber wieder in die Spur, am Ende machte Schwarz alles klar und setzte den Schlusspunkt zum 25:19.

Im zweiten Durchgang zeigte nun der Gegner starke Aufschläge. Beim 5:10 nahm Kreher eine Auszeit, die auch Wirkung zeigte. Peller kam am Block vorbei, Dietz punktete am Aufschlag und im Angriff. Doch immer wieder landete der Aufschlag im Netz oder im Aus. Als die Neckarstädter 24:22 führten, schien der Satz entschieden, aber was dann folgte, war an Spannung nicht mehr zu überbieten.

Peller und Kaiser schafften nicht nur den Ausgleich, sondern brachten den TSV sogar in Front. Den Siegschrei auf den Lippen, spielte Klein ins Aus. Zweimal glich Schwarz aus, Dettingen spielte den folgenden Aufschlag ins Aus. Dietz glich wieder aus, Aufschlag ins Aus. Netzfehler von Rottenburg nicht geahndet, Angriff ins Aus. So holte Rottenburg den Satz 31:29.

Ohne Wechseloptionen unter Druck geraten

Der TSV, dessen Kraft deutlich nachließ, spielte im dritten Abschnitt unkonzentriert, schlug Bälle ins Aus, war am Netz nicht mehr konsequent genug. Dennoch blieb das Team dran, glich sogar zum 20:20 aus. Doch danach folgte wieder Fehler auf Fehler. Rottenburg holte sich den dritten Satz mit 25:21 und setzte damit den TSV, der nun Wechseloptionen gebraucht hätte, unter Druck.

Schnell hieß es im vierten Durchgang 0:4. Kaiser setzte zwar nochmals Lebenszeichen, Dietz und Schwarz punkteten über die Mitte, aber dieses Erfolgsrezept war nur selten umzusetzen, weil die Annahme nicht mehr sauber genug gelang. Beim Stand von 10:12 kam nochmals Hoffnung auf, aber dann verlor man zusehends die Ordnung. Auch Wörner und Gall konnten nichts mehr retten, Rottenburg siegte gegen ein abbauendes Team 25:17.

Nun blieb nur noch die Hoffnung auf eine 0:3 oder 1:3-Niederlage der Rottenburger gegen Hausen. Doch mit einem 2:3 machte die „Dritte“ des Bundesligisten alles klar. Kreher war nach diesem dramatischen Verlauf natürlich geknickt. „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und Hausen schnell besiegt. Trotz der wenigen Wechselmöglichkeiten hatten wir gegen die jungen Rottenburger gute Chancen. Wenn wir den zweiten Satz für uns entschieden hätten, wären wir durch gewesen. Aber diese Aufschlagfehler haben uns das Genick gebrochen.“

Abstieg wahrscheinlich: Wie geht's bei den Volleyballern weiter?

Extrem unglücklich verpasste der TSV Volley-Alb Dettingen beim Relegationsturnier den Klassenerhalt in der Oberliga. Jedenfalls voraussichtlich, denn wie so oft bei den Volleyballern gibt es noch Hintertürchen.

Falls Stuttgart III seinerseits in der Relegation zur Regionalliga erfolgreich sein sollte, wäre in der Oberliga wieder ein Platz frei, den könnten die Dettinger einnehmen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass ein höherklassiges Team wegen Spielermangel zurückziehen muss, dies hält TSV-Abteilungsleiter Rolf Grimm derzeit aber für recht unwahrscheinlich.

Zudem gibt es die Option einer Spielgemeinschaft mit dem VfB Ulm, der gerade wieder den Aufstieg in die Oberliga geschafft hat, aber personell eher dünn besetzt ist. Für Grimm hat allerdings auch ein Neuanfang in der Landesliga großen Charme.

Dort könne man die jungen Spieler aus der zweiten Mannschaft besser an das hohe Niveau heran führen. Auf jeden Fall ist Grimm davon überzeugt, dass die „Idee Volley-Alb“ eine Zukunft hat, zumal ja mittlerweile auch die Damenmannschaft den Aufstieg in die Landesliga geschafft hat.

Fürs Herrenteam sei man in Kontakt mit zwei sehr kompetenten Trainern, ein Abschluss steht wohl unmittelbar bevor. Die weitere Ausrichtung soll bei der Hauptversammlung am Freitag festgelegt werden.