Aufhausen Klaus Krüp holt Großen Preis in Aufhausen

Aufhausen / Sandra Gallbronner 03.09.2018
Klaus Krüp vom RFV St. Georg Nördlingen holt sich in Aufhausen den Großen Preis der Stadt Heidenheim. Reiter aus dem Kreis Heidenheim waren bei der S**-Klasse nicht vertreten.

Elf Hindernisse, 14 Sprünge, 450 Meter, 80 Sekunden Zeit – diese Anforderungen mussten die Starter beim S**-Springen um den Großen Preis der Stadt Heidenheim in der ersten Runde bewältigen. 18 Reiter hatten sich für die schwerste Klasse mit Siegerrunde und somit dem Höhepunkt des viertägigen Springturniers des RFV Aufhausen gemeldet. Sechs der Teilnehmer waren sogar mit zwei Pferden vertreten. Klaus Krüp vom RFV St. Georg Nördlingen konnte mit seiner Stute Lollita die Klasse S** für sich entscheiden.

Gerechnet hätte er damit nicht. Mit neun Jahren ist Lollita ein recht junges Pferd. Viel Wettkampferfahrung hat sie dementsprechend nicht: „Einen Fehler hätte ich durchaus erwartet, aber null? Das ist unfassbar gut“, so Krüp, der seine Pferde auch selbst ausbildet.

Unverhofft kommt oft

Im vergangenen Jahr habe er das erste Mal mit Lollita in Aufhausen teilgenommen, allerdings zunächst einmal in der S-Klasse der Youngsters. In diesem Jahr wagte der 53-Jährige einfach mal das schwerste Springen. „Es war ein Versuch. Das es gleich beim ersten Mal klappt, ist etwas ganz besonderes.“

Auch über den Ehrenpreis – ein Fahrrad – freute sich Krüp. Und wie wird Stute Lollita belohnt? „Sie bekommt erstmal eine Pause und wird besonders gepflegt.“ Nach der harten Arbeit, klingt das doch fair.

Nach dem S**-Springens wurden die besten sechs Reiter für die Siegerrunde platziert – demnach sechs der 18 Reiter. Hierbei galt es sechs Hindernisse mit sieben Sprüngen in 50 Sekunden zu überqueren. Krüp kam in 37,95 Sekunden und ohne Fehler durch den Parcours. Ihm folgten auf dem zweiten Platz Bernd Knorr vom RFV Kochertal mit Haysome. Da Knorr die Zeit um 2,71 Sekunden überschritt, gab es einen Fehlerpunkt. Zeitlich gesehen schnitt Uwe Carstensen vom RC Riedheim mit Best of Balou zwar als Bester ab, allerdings fiel eine Stange, sodass er mit vier Fehlern als Drittplatzierter vom Platz ging.

Haarscharf am Sieg vorbeigesprungen ist Monika Dirr mit Chicca D'Oro. In der ersten Runde erzielte das Paar null Punkte in einer Zeit von 74,86 Sekunden. Da sie somit das beste Ergebnis eingefahren hatte, startete Dirr in der Siegerrunde als Letzte. Vor zehn Jahren hatte die Reiterin den Großen Preis bereits einmal geholt. „Das wollte ich nun wieder schaffen“, sagte Dirr. Doch in der Siegerrunde riss ihr Pferd eine Stange. Mit vier Fehlerpunkten und einer Zeit von 39,08 Sekunden reichte es nur noch für den vierten Platz.

Wenig Vertreter aus dem Kreis

Unter allen Teilnehmern des S**-Springens blieb eines aber aus: Vertreter aus dem Landkreis Heideneheim. Die Vorsitzende des RFV Aufhausen Gudrun Junginger weiß woran das liegt: „Die S**-Prüfung hat hohe Anforderungen. Es gibt im Kreis nicht viele Reiter, die sich ihnen stellen.“ Dennoch seien die Nennungszahlen im oberen Bereich – L-,M- und S-Klasse – hoch und die Veranstalter zufrieden.

Was die Veranstalter dann aber doch wunderte: das geringere Interesse an der A-Klasse. „In der A-Klasse wird die Kreismeisterschaft ausgetragen. Eigentlich will doch jeder diesen Titel holen“, so Junginger.

Auch bei den übrigen Prüfungen starteten eher wenige Lokalmatadore. Eine von ihnen ist Jana Klapczynski vom RFV Niederstotzingen. Die 20-Jährige startete unter anderem in der Punktespringprüfung sowie der Springprüfung der Klasse S*, landete aber beides Mal im hinteren Viertel der Ergebnisliste.

Regen sorgte für schwierigere Bedingungen

Zudem sorgte auch der Regen dafür, dass so manch ein Reiter seine Teilnahme wieder zurücknahm, wie Junginger erklärt: „Gerade bei wertvollen Pferden, wollen ihnen die Reiter einer möglichst geringe Verletzungsgefahr aussetzen.“ Denn auf dem nassen Grasboden können die Pferde ausrutschen. Dazu kam es jedoch nicht. Junginger habe viel positive Rückmeldung erhalten und auch sie selbst ist zufrieden: „Vom Verein aus betrachtet, lief alles optimal.“

Drei Fragen an Richterin Mathilde Scheuer

Seit 40 Jahren ist Mathilde Scheuer bereits Richterin für Reitturniere. Die 69-Jährige kommt aus Heitersheim bei Freiburg.

Worauf müssen Sie bei Pferdeturnieren achten?

Zunächst einmal, ob alle Regeln eingehalten werden, darunter auch der Tierschutz. Bei der Stilspringprüfung wird auf den Reiter geachtet. Harmonisiert er mit seinem Pferd, hat er es unter Kontrolle, geht er mit? Bei den Springpferdeprüfungen wird geschaut, wie sich das Pferd für Turniere eignet. Zudem muss der richtige Ablauf der Turniere gewährleistet sein.

Was sind typische Fehler, die Sie beobachten?

Der harmloseste Fehler ist, dass das Pferd die Stange runterreißt oder es verweigert. Manchmal übernimmt auch das Pferd das Kommando. Dann zischt es am Hindernis vorbei und lässt den Reiter zurück. Die fremde Umgebung, Musik, Klatschen, aber auch schon bunte Hindernisse, Flaggen oder Regenschirme können gerade junge Pferde schnell irritieren.

Warum sind Sie Richterin geworden?

Es macht Spaß, auf Reitturnieren mitzuwirken. Ich bin selber Dressur und Springen geritten und habe Pferde gezüchtet. Mir gefällt die Spannung und der Ablauf. Wenn der Ablauf schön ist, müssen die Sprünge gar nicht so hoch und weit sein. Auch wenn ein besonders hoher Sprung natürlich ein i-Tüpfelchen ist. Da bleiben immer schöne Bilder. sga

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