Hockey HSB-Hockey-Herren: Der Abstieg ist fast besiegelt

Die HSB-Hockeyspieler (blaue Trikots) holten gegen den TSV Mannheim bei allem Einsatz nur ein 6:6 heraus.
Die HSB-Hockeyspieler (blaue Trikots) holten gegen den TSV Mannheim bei allem Einsatz nur ein 6:6 heraus. © Foto: Rudi Penk
Heidenheim / Tobias Huber und Patrick Vetter 07.02.2019
Heidenheims Herren kommen gegen Mannheim nicht über ein 6:6 hinaus. Wenn sie nächste Woche gegen Tabellenführer Karlsruhe nicht gewinnen, steigen sie ab.

Es war eine hochdramatische Partie in der ersten Verbandsliga. Nach Rückstand kämpften sich die Hockey-Herren des HSB im Kellerduell gegen den TSV MannheimIII ins Spiel zurück und führten bis kurz vor Ende, mussten dann aber mit einem 6:6-Unentschieden leben.

Für den Klassenerhalt ist das zu wenig, denn der HSB auf dem letzten Tabellenplatz ist punktgleich mit Stuttgart und Mannheim III, hat aber das deutlich schlechtere Torverhältnis.

Die Chancen stehen schlecht

Zudem spielen die Heidenheimer am kommenden Sonntag, 10.Februar, beim Tabellenersten. „Unsere Chance gegen den TV Karlsruhe liegt vielleicht bei 0,5Prozent. Unser Torwart Tobias Huber wird ausfallen und das erhöht sie auch nicht gerade“, sagt Patrick Laun, der Trainer und Spielführer der HSBler. Dass zumindest das mit den hohen Niederlagen möglich ist, bewies der HSB diese Saison schon. Gegen Heilbronn mussten sie ein 0:19 einstecken.

Aber wieso droht dem HSB gerade jetzt der Abstieg in die zweite Verbandsliga? Immerhin spielten sie laut Laun seit über zehn Jahren in der ersten Verbandsliga. „Wir hatten einen starken Mangel an Spielern“, liefert Laun eine Antwort. Ältere Spieler haben wegen Beruf oder Familie aufgehört und einige Studenten haben Heidenheim verlassen. „Außerdem haben wir ein Loch in der Jugend. Da kamen über Jahre jetzt nur wenige Spieler nach“, sagt Laun.

Man arbeite bereits auf Hochtouren daran, dieses Loch zu füllen: „Unsere Jugend ist so stark wie schon lange nicht mehr. Das hilft uns aber erst in rund fünf Jahren etwas“, erklärt der Spielertrainer. Dass er das Training übernehmen musste, sei auch nicht das beste für die Mannschaft gewesen. Die aktiven Trainer seien aber gerade auch in der Jugendarbeit tätig. Ein weiterer Grund für die schlechte Saison seien bessere Gegner in verkleinerten Ligen (siehe Infokasten links).

Im Feldhockey sind die Heidenheimer bereits abgestiegen und stehen momentan auf dem dritten Platz der zweiten Verbandsliga. „Wenn wir auch in der Halle absteigen, könnte es also deutlich einfacher werden vorne mitzuspielen“, vermutet Laun. Allerdings kann in der niedrigeren Liga auch viel mehr an einem Spieltag kaputtgemacht werden, denn bisher hatten die Heidenheimer nur ein Spiel pro Spieltag: „In der zweiten Verbandsliga hätten wir drei oder vier Spiele an einem Tag. Wenn da mal mehrere Leute fehlen oder einfach schlecht drauf sind, macht das gleich sehr viel aus“, erklärt Laun. Trotzdem sei er zuversichtlich, das der HSB in der nächsten Saison gut mitspielen kann.

Zunächst stark im Rückstand

Der Anfang vom Ende in der ersten Verbandsliga war das jüngste Spiel des HSB. Vor mehr als 100Zuschauern in der Sporthalle des Werkgymnasiums erzielten die Gäste aus Mannheim gleich das erste Tor. Der HSB nützte seine ersten Chancen nicht und kassierte nach einer Kurzen Ecke das 0:2 und das 0:3 nach einem Ballverlust.

In der 15.Minute nahm Trainer Laun die Auszeit. Zwar vergab der HSB weiter Chancen, aber endlich war die Mannschaft in der Partie angekommen. Nach einer Kurzen Ecke der Mannheimer konnte Torwart Tobias Huber den ersten Treffer für sein Team einleiten. Thomas Michel steckte den Ball auf Jonathan Baab durch und der markierte das 1:3. Baab verwertete auch kurz darauf einen abgefälschten Ball zum 2:3. Mit diesem Pausenstand wurden die Seiten gewechselt.

Nach der Pause stellten die Heidenheimer auf Manndeckung um. Erneut marschierte Baab in den gegnerischen Schusskreis und traf mit der Rückhand am Mannheimer Torwart vorbei zum 3:3-Ausgleich. Im weiteren Verlauf nahn Peter Popp einen Abpraller auf und schlenzte die Kugel über den Torwart zur 4:3-Führung. Die Gäste gaben nicht auf und verwandelten eine Kurze Ecke zum 4:4. Wieder legte der HSB durch Baab vor. Als dann Popp nach einer Kurzen Ecke sogar das 6:4 markierte, war der Sieg in greifbarer Nähe.

Mannheim verwandelte einen Siebenmeter zum 6:5. Der 6:6-Ausgleich fiel vier Minuten vor Spielende: Ein Mannheimer Stürmer schirmte den Ball ab, drehte sich und verwandelte aus kurzer Distanz. Auf beiden Seiten wurden nun Chancen vergeben. Ein flacher Torschuss von Popp kurz vor Schluss hatte eine Kurze Ecke zur Folge. Der harte Schlenzball prallte aber von der Schulter des Torwarts ins Aus und damit endete die Begegnung 6:6.

Ob sich im Training oder bei der Trainersituation in der kommenden Saison etwas ändern werde, wisse noch niemand: „Wir konzentrieren uns erstmal auf das nächste Spiel, denn noch sind wir ja nicht abgestiegen“, drückt Laun die Stimmung im Team aus. Erst nach dem letzten Spiel könne man sich Gedanken über die nächste Saison machen. HSB: Huber; Eberhardt, Michel, Trittner, Laun, Popp, Opitz, Nussbaumer, Baab, Hiekel

1. Verbandsliga - Herren

1Karlsruher TV 9 65:29 22 2HC im TSG Heilbronn 9 79:35 19 3HC Lahr 9 47:47 13 4VfB Stuttgart 8 27:46 7 5TSV MannheimIII 8 33:53 7 6Heidenheimer SB 9 36:77 7

Weniger Mannschaften in einer Liga

Der Hockeyverband Baden-Württemberg (HBW) hat sich entschieden, die Ligen zu verkleinern. In den Ligen spielen dann weniger Mannschaften. Davon war auch die erste Verbandsliga betroffen. „Dadurch wurde die Konkurrenz in der deutlich besser. Das hat es uns in diesem Jahr zusätzlich schwer gemacht“, sagt HSB-Spielertrainer Patrick Laun.

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