Herbrechtingen/Bolheim SHB: Eine Niederlage und viele Verabschiedungen

Herbrechtingen/Bolheim / Jochen Gerstlauer 02.05.2018
Im von Verabschiedungen geprägten letzten Saisonspiel verlor die SG Herbrechtingen/Bolheim gegen Unterensingen mit 26:32.

In der Schlussrunde der Württembergligasaison wurde es nichts mehr mit einem Heimsieg gegen die „Spitzmäuse“ aus Unterensingen. Nach einer schwachen Vorstellung in der zweiten Halbzeit mussten die Herbrechtinger Handballer die Überlegenheit der Gäste anerkennen.

Während die SHB schon zwei Spieltage vor Ende alle Abstiegssorgen los war, ging es bei beim SKV Unterensingen noch um den zweiten Platz, der zu Aufstiegsspielen in die Oberliga berechtigt. Allerdings wollten die Gastgeber nicht nur dem eigenen Publikum noch ein gutes Spiel bieten, sondern auch ihrem scheidenden Trainer Sandro Jooß einen erfolgreichen Abschluss.

Personell hatte Jooß wie schon zuletzt gegen Hegensberg/Liebersbronn einige Ausfälle zu verkraften. Aufgefüllt wurden die Plätze von Mailänder, Peralta und Hitzler aus der Reserve, welche am vergangenen Wochenende sensationell in die Bezirksliga aufgestiegen ist.

Fehlstart für die SHB

Los ging es vor knapp 400 Zuschauern in der Bibrishalle eher schleppend für die Heimmannschaft. Die „Spitzmäuse“ starteten aus ihrer gewohnten 3:2:1-Deckung hochmotiviert und erwischten die Gastgeber beim 0:2 gleich einmal auf dem falschen Fuß.

Ein geeignetes Rezept gegen die offensive Deckung fand Linkshänder Tim Albrecht, sein Doppelschlag nach feiner Einzelleistung und von der Strafwurflinie brachte den Ausgleich nach knapp fünf Minuten. Albrecht unterstrich am Ende mit neun Treffern erneut seine Stärke und schaffte gleichzeitig einen würdigen Abgang in seinem letzten Spiel für die Blau-Weißen.

Offener Schlagabtausch

In der Folge entwickelte sich ein toller Schlagabtausch, der alle Facetten eines spannenden Handballspieles enthielt. Langsam stellten sich die Herbrechtinger auf die offensive Deckung des Gegners ein, der mit toller Übersicht spielende SHB-Spielmacher Bayik schaffte nach 17 Minuten sogar die erste Führung für seine Farben.

Die Antwort kam prompt – nach dem Doppelschlag des starken Brändle legte Jooß beim 11:12 nach 22 Minuten die Karte zur Auszeit. Ihm gefiel nicht, wie passiv die Deckung gerade gegen den hochgewachsenen SKV-Rückraum teilweise zu Werke ging. Youngster Hauser schaffte den Ausgleich, aber eine Zeitstrafe gegen Zeiher kam danach zur ungünstigsten Zeit.

Lücken in der Deckung genutzt

Abgezockt nutzen die ambitionierten Gäste die Lücken in der Deckung der Hausherren zum 12:15 nach 26 Minuten Spielzeit. Wieder vollzählig schaffte die SHB durch Bauer und Albrecht den Anschluss, zur Pause stand's dann 14:16.

Zu Beginn der zweiten Hälfte legten die Gäste einen Zahn zu, nutzten die technischen Fehler der SHBler und zogen bis zum 16:21 auf fünf Tore davon. Jooß musste schon in der 34. Minute die nächste Auszeit nehmen. Der Lauf wurde tatsächlich unterbrochen, Bayik und Albrecht brachten ihr Team wieder in Schlagdistanz.

Giftig und kompromisslos war aber das Abwehrverhalten der Unterensinger in der Folge. Die Hausherren blieben fünf Minuten ohne Treffer und beim 20:29 drohte 13 Minuten vor dem Ende ein Debakel. Ohne Kampf wollte man sich dann doch nicht verabschieden. Zudem wurde bekannt, dass Langenau/Elchingen in seinem Spiel deutlich führt, Unterensingen damit ohnehin keine Chance mehr auf Rang zwei hat. Die Gäste nahmen das Tempo heraus und die SHB nutzte dies vor allem in Person von Oli Aeugle, der die SHB ebenfalls verlassen wird, zur Ergebniskosmetik. Die Torhüter Stängle konnte sich mit zwei gehaltenen Strafwürfen nochmals auszeichnen, am Ende blieb das Ergebnis mit 26:32 im Rahmen.

Abschiedsmarathon bei der SG Herbrechtingen/Bolheim

Zur großen Verabschiedungsrunde kam es nach der Partie der SHB-Handballer gegen Unterensingen. Abteilungsleiter Hans-Günter Sturm musste gleich acht Personen „auf Wiedersehen“ sagen.

Neben dem jahrelangen Hallensprecher Edi Hosiner, dem seit dieser Saison eingestiegenen Co-Trainer Christian Messner und dem bereits während der Runde nach Steinheim zurückgekehrten Torhüter Steffen Maier waren folgende Spieler am Abschiedsmarathon beteiligt:

Manuel Stelzer, der erst zu dieser Saison aus Gmünd zur SHB wechselte. Der Fahraufwand aus Mögglingen war letztlich zu viel für das junge Rückraumtalent. Er wechselt zur neuen Saison zum Landesligaaufsteiger Bettringen.

Oliver Aeugle trug zwei Jahre das Trikot der SHB. Der sympathische Heidenheimer wird zur neuen Saison zu seinem alten Verein Schnaitheim zurückkehren, wo er diesen hohen Trainingsaufwand nicht mehr betreiben muss.

Linkshänder Tim Albrecht wird sich aufgrund seines Studiums in Tübingen dem Ligakonkurrenten Wolfschlugen anschließen. Das SHB-Eigengewächs hat somit nicht mehr diesen hohen Fahraufwand wie zuletzt.

Max Schütz trug insgesamt vier Jahre das Trikot der SHB. Der Leistungsträger muss aus beruflichen Gründen seine Handballschuhe an den Nagel hängen. Sein Pass bleibt aber bei der SHB – für alle Fälle.

Maximilian Abele hat ein Seuchenjahr bei der SHB hinter sich. Von einer Knieverletzung früh in der Saison hat sich der von Hofen/Hüttlingen gekommene Spieler nicht mehr erholt. Er wird nächste Saison wieder für seinen Heimatverein auflaufen.

Am Ende wurde Trainer Sandro Jooß von Sturm mit einer begeisterten Laudatio bedacht. Sein Name werde immer für die tolle Entwicklung der SHB stehen. Nach 19 Jahren Trainertätigkeit bei der SHB endet somit eine große Ära.

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