Heidenheim / Thomas Jentscher Noch eineinhalb Wochen, dann werden wieder die Keulen geschwungen, am 30. März beginnt für die Heidenheimer Baseballer mit dem Heimspiel gegen die Stutttgart Reds die mittlerweile schon 20. Saison in der 1. Bundesliga.

Das Team der Heideköpfe ist nun komplett, als jüngste Verpflichtung können die HSB-Baseballer den Australier Andrew Campbell präsentieren, der gewissermaßen den nach Mannheim abgewanderten Mitch Nilsson ersetzen soll. Der 27-Jährige kommt auch vom gleichen Verein wie Nilsson, nämlich vom australischen Meister Brisbane Bandits.

Campbell für Nilsson

Der langjährige Nationalspieler bestritt 2011 und 2012 in den USA insgesamt 33 Minor-League-Spiele bei den Cleveland Indians. Campbell war in den letzten Jahren Brisbanes wohl konstantester Schlagmann und wurde in der abgelaufenen Saison als Leftfielder ins All-Star-Team der Australian Baseball League berufen. Eigentlich ist er aber „gelernter“ Shortstop und könnte damit auch im Infield eingesetzt werden.

„Die Position ist noch offen, wichtig war uns in erster Linie, einen Top-Schlagmann zu verpflichten, der auch schnell zwischen den Bases unterwegs ist“, erklärt Manager und Trainer Klaus Eckle. Mit Campbell, Catcher Fernando Escarra sowie den Werfern Mike Bolsenbroek und Enorbel Marquez sollten die Abgänge von Nilsson, Sascha Lutz, Jay Pecci, R. J. Hively, Julius Spann und Stefan Karpf einigermaßen ausgeglichen werden. Sicher wird aber der eigene Nachwuchs mit Spielern wie Elian Gentner oder Sammy Tsopatalo in diesem Jahr noch mehr gefordert sein.

Schwierige Bedingungen

Insgesamt blickt Eckle der Saison etwas skeptisch entgegen. Das liegt zum einen am wieder einmal sehr frühen Saisonstart und den bisher mehr als schwierigen klimatischen Verhältnissen. „Wir konnten vergangenen Sonntag erstmals draußen trainieren“, berichtet der Heideköpfe-Manager, am Platz im Ballpark muss bis zum Saisonauftakt noch viel gearbeitet werden.

Besser werden die Bedingungen im obligatorischen Trainingslager sein. Von Freitag bis Dienstag arbeiten die Heidenheimer Baseballer wieder in Italien am Feinschliff, dabei sind auch Testspiele gegen Teams aus Bozen, Codogno und Parma vorgesehen.

Zudem wird Eckle zu Saisonbeginn noch nicht den kompletten Kader zur Verfügung haben und nicht zuletzt hat sich die Konkurrenz enorm verstärkt. Allen voran die Mannheim Tornados, die nicht nur die Heideköpfe-Leistungsträger Lutz und Nilsson abgeworben haben, sondern voraussichtlich fast ausschließlich Profis aus dem Ausland auf den Platz stellen werden. Auch Mainz hat sein schon starkes Team weiter aufgerüstet und Regensburg ergänzt sein Aufgebot der besten deutschen Junioren sinnvoll mit Werfern und Positionsspielern aus den USA und Tschechien.

Zum Auftakt gegen Stuttgart

Eckle prognostiziert, dass es gar nicht so einfach wird, überhaupt wieder in der Südgruppe der 1. Liga unter die besten vier zu kommen. Auf der anderen Seite sei in den Play-offs wieder alles möglich. Zu den Mannschaften, welche die Heideköpfe auf jeden Fall hinter sich lassen müssen, zählt wohl der erste Gegner, die Stuttgart Reds. Das Team aus der Landeshauptstadt, das am 30. und 31. März (jeweils 14 Uhr) im Heideköpfe-Ballpark gastiert, ist mit Nationalspielern aus Kroatien, Schweden und Spanien sowie zwei ehemaligen US-Profis aber ebenfalls gut besetzt.

28 Spiele bis zu den Play-offs

Nach zwei Jahren der Experimente kehrt der deutsche Baseballverband in der Saison 2019 wieder zum gewohnten Modus zurück. Zunächst treffen die jeweils acht Mannschaften in der Nord- und Südgruppe in der sogenannten Regular Season je viermal aufeinander.

Nach diesen 28 Spielen geht es direkt mit dem Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft weiter. In Serien von maximal fünf Spielen trifft dabei der Erste aus dem Norden auf den Vierten aus dem Süden, der Zweite aus dem Norden auf den Dritten aus dem Süden und so weiter.