Herbrechtingen Das Duell der Ringer in Herbrechtingen

Volles Haus: Die Ringerderbys ziehen in der Regel sehr viele Zuschauer an, wie hier im November 2017 in der Ramensteinhalle.
Volles Haus: Die Ringerderbys ziehen in der Regel sehr viele Zuschauer an, wie hier im November 2017 in der Ramensteinhalle. © Foto: Archiv/mb
Herbrechtingen / Edgar Deibert 05.10.2018
Zum Derby zwischen der TSV Herbrechtingen und der TSG Nattheim heute Abend werden erneut viele Zuschauer erwartet. Beide Trainer gehen von einem engen Kampfgeschehen aus.

Zehn Monate ist es her, seit sich die TSV Herbrechtingen und die TSG Nattheim zuletzt gegenüber standen. In der Ramensteinhalle behielt die TSV dank 6:4 Einzelsiegen die Oberhand (17:11 nach Punkten). Dabei sahen die 363 gezählten Zuschauer enge Kämpfe.

Auch heute Abend (20.30 Uhr, Oskar-Mozer-Halle) wird es sehr spannend, prophezeit Antonio Iannaccone. „Die Liga ist ausgeglichen. Das hat man auch am Mittwoch bei unserem Kampf gegen Neckarweihingen gesehen“, sagt der Trainer der TSG Nattheim. Dessen Mannschaft verlor gegen den Titelfavoriten am Tag der deutschen Einheit zwar mit 12:20 (siehe Infokasten). Letztendlich habe aber nur ein Kampf den Ausschlag gegeben, so der 59-Jährige weiter.

Dabei hätten die Nattheimer einige angeschlagene Leistungsträger geschont. Diese kehren aber heute wieder zurück, so Iannaccone. „Natürlich wollen wir gegen Herbrechtingen unsere stärkste Aufstellung bringen.“

Ein Wiedersehen gibt es dabei auch mit Muhammed Tasdelen (bis 61kg), der vor der Saison die Nattheimer Richtung Herbrechtingen verließ. „Er ist ein talentierter Junge und eine Bank. Die Entscheidung wird aber in den mittleren Gewichtsklassen fallen“, ist sich der Nattheimer Coach sicher.

Diese Einschätzung teilt auch Bernd Biller. Ein besonderes Augenmerk gelte den Gewichtsklassen bis 71, bis 75 und bis 80 kg, so der Trainer der TSV Herbrechtingen.

Der Poker um die Aufstellungen

Und damit verbunden ist der Poker um die Aufstellungen. Zwei ausländische Ringer darf jede Mannschaft aufstellen, in welcher Gewichtsklasse ist jedem Team selbst überlassen. Dazu kommen aber auch so genannte „Sportdeutsche“. Gehen Ringer zum Beispiel seit mehr als sechs Jahren in Deutschland einer sozialversicherungspflichtingen Arbeit nach, fallen sie in diese Kategorie, erklärt Biller. Oder auch Sportler, die vor ihrem zwölften Lebensjahr den Ringerpass erhalten haben.

Bei der TSV Herbrechtingen gilt etwa der Rumäne Mihai Vranceanu, der seit über acht Jahren in Deutschland lebt und arbeitet, als „Sportdeutscher“.

Auch der Herbrechtinger Coach beklagt eine zuletzt angespannte personelle Situation. Deswegen war Biller auch besonders froh über den Heimsieg gegen den Tabellenletzten am Mittwoch (siehe dazu auch den Infokasten). „Wir konnten Münster damit auf Distanz halten.“ Biller geht von einem Absteiger aus, genau könne man dies aber gegen Ende der Saison sagen.

Und wie sieht sein Schützling Muhammed Tasdelen den Kampf gegen seinen ehemaligen Verein? „Für sein Alter ist er da relativ entspannt“, so Biller.

Letztlich freuen sich beide Trainer aufs Derby. „Natürlich ist das etwas besonders. Es geht ja um die Vormachtstellung im Kreis. Man spürt schon im Vorfeld das gewisse Knistern“, betont Biller. Der 52-Jährige geht von 400 bis 500 Zuschauern aus. Da der Kampf auf Wunsch der TSG Nattheim an einem Freitag ausgetragen wird (wegen einer Hochzeit), könnten auch andere Vereine sich das Derby anschauen, so Biller weiter. Und Nattheims Coach Iannacconne sagt im Hinblick auf die Atmosphäre in der Oskar-Mozer-Halle: „In der engen Halle hocken die Zuschauer fast schon auf der Matte.“

Herbrechtingen und Nattheim mit Sieg und Niederlage am 3. Oktober

Die TSV Herbrechtingen feierte am 3. Oktober nach zuvor drei Niederlagen in Folge gegen den Tabellenletzten TSVgg Münster ihren zweiten Saisonsieg (22:14).

Es punkteten Alexandru Petcu (57 kg/kampflos), Muhammed Tasdelen (61 kg/18:0/technisch überlegener Punktsieg), Mihai Vranceanu (bis 66 kg/16:1/technisch überlegener Punktsieg), David Dobre (bis 75 kgA/16:0/technisch überlegener Punktsieg), Riccardo Caricato (bis 86 kg/10:6-Punktsieg) und Lars Strauß (bis 130 kg/16:0/technisch überlegener Punktsieg).

Die TSG Nattheim unterlag dem Titelfavoriten KSV Neckarweihingen 12:20. Damit rutschte die TSG vom zweiten auf den vierten Rang ab.

Einige Glanzpunkte gab es dennoch aus Nattheimer Sicht. Bernhard Amann (bis 71 kg/greco) schulterte Routinier Neculai Mihai nach einem Rückstand in der zweiten Runde und feierte einen umjubelten 4:0-Sieg. Akif Sen (bis 61 kg/greco) setzte sich in einem engen Kampf gegen seinen starken Dauerrivalen Johann Penner knapp mit 10:8 Punkten durch. Auch Tobias Kuhn (bis 86 kg/greco) setzte seine Siegesserie fort und kam gegen Sascha Griese zum Schultersieg in der ersten Runde. Den letzten Sieg für die TSG verbuchte Robert Ersek (bis 130 kg/greco), der mit schnellen Aktionen Radu Hohberg 3:0 besiegte.

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