München Andreas Rübesam erhält den „Oscar des Kampfsports“

Der Kampfsportler Andreas Rübesam (Mitte) durfte zur Münchener Hall of Honour und traf dort auf Veranstalter Gregor Huss und die Schauspielerin Cynthia Rothrock.
Der Kampfsportler Andreas Rübesam (Mitte) durfte zur Münchener Hall of Honour und traf dort auf Veranstalter Gregor Huss und die Schauspielerin Cynthia Rothrock. © Foto: privat
München / Nadine Rau 18.07.2018
Bei der Veranstaltung Hall of Honour in München werden Talente und Trainer ausgezeichnet – der Hohenmemminger Andreas Rübesam war dabei.

Manchmal zahlt es sich aus, in Kontakt zu bleiben – heute richten das meist die sozialen Medien. So zumindest in diesem Fall: Andreas Rübesam hat vor 25 Jahren die Kampfkunst Hapkido bei einem Großmeister in Thüringen gelernt – jetzt hat ihn ebendieser Meister auf eine Veranstaltung der besonderen Art gebracht.

„Juerg Ziegler ist im Gremium der sogenannten Hall of Honour dabei und hat mich dafür nominiert, für meine Verdienste als Trainer als Großmeister des Jahres ausgezeichnet zu werden“, erzählt Rübesam, der in Hohenmemmingen lebt und in Herbrechtingen eine Kampfsportschule betreibt. Die Hall of Honour, das kann man sich ein bisschen vorstellen wie den Oscar. Denn es sind viele erfolgreiche Kampfsportler aus aller Welt dabei, die es dank ihrem Talent ins Filmgeschäft geschafft und in vielen Kampfsport-Filmen mitgespielt haben.

Das sind Namen wie Cynthia Rothrock, Silvio Simac oder Daisy Lang, die vielleicht nicht jedem, aber zumindest Kampfsportlern etwas sagen. Rübesam in jedem Fall. „Ich war etwas aufgeregt. Ich kannte niemanden und dann kommen diese Stars um die Ecke, die man aus der Kindheit kennt“, erzählt er. Obendrein fühlt sich der Sportler mit Krawatte überhaupt nicht wohl. „Das nimmt man aber in Kauf“, sagt er und grinst.

Seminare, Shows und Sport

Stattgefunden hat die Veranstaltung im Münchener Hofbräukeller. Sie dauerte zwei Tage und neben den Ehrungen gab es viele Seminare und Showvorführungen aus dem Bereich des Kampfsports. „Beim Auftritt von Samuel Kwok habe ich Gänsehaut bekommen“, so der Giengener. Kwok ist bereits 70 Jahre alt und unterrichtet auf der ganzen Welt den chinesischen Kung-Fu-Stil Wing Chun.

Auch Rübesam selbst durfte auf den Matten etwas von seinem Training zeigen, nach wenigen Minuten hätten, so der 49-Jährige, 20 Leute mitgemacht. Seit fast 40 Jahren ist er als Kampfsportler aktiv, seit 2006 ist sein Hobby auch sein Beruf. Er lehrt das Brazilian Jiu-Jitsu, kann aber auch Thaiboxen, Judo und mehr und hat entsprechend viele Gürtel. In seinem Training lernt man nicht nur Kampfsport, es gehe auch um Selbstverteidigung, Selbstvertrauen und Fitness. Schon immer sei es sein Bestreben, weg vom „typischen Image“ einer Kampfschule zu kommen. „Das ist nicht knallhart und jeder schlägt sich, bei uns soll es sein wie in einer großen Familie“, so Rübesam. Bei der Hall of Honour wurde er jetzt für seine Leistung als Trainer geehrt. „Ich finde es gut, dass auch mal die Trainer gewürdigt werden“, findet der Giengener.

Der Erfolg seiner Schützlinge hat ihm bisher gezeigt, dass seine Ansätze ganz richtig sind. Teilweise sei man mit bis zu 60 Leuten auf deutsche Meisterschaften gefahren, gerade im brasilianischen Jiu Jitsu sei man „eine Hausnummer“. Er selbst hat 2005 zuletzt bei Wettkämpfen mitgemacht. „Der Wille ist noch da, aber der Körper macht nicht mehr mit.“

Kontakte für die Zukunft knüpfen

Daher konzentriert sich Rübesam auf seine Rolle als Trainer. Die Hall of Honour war für ihn eine gute Gelegenheit, sich mit Experten der Branche darüber auszutauschen. „Auch die sehr erfolgreichen Sportler waren total authentisch und sind auf dem Boden geblieben“, so Rübesam weiter. Er habe schöne Gespräche über Kindertraining geführt, außerdem hätten sich neue Ideen für weitere Treffen aufgetan. Kontakte zahlen sich eben aus.

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