Kreis Heidenheim „9 gegen 9“ in der Kreisliga B: Eine Chance für das Norweger Modell?

Neun Freunde müsst ihr sein – ob das Norweger Modell im Kreis eine Zukunft hat, ist aber fraglich.
Neun Freunde müsst ihr sein – ob das Norweger Modell im Kreis eine Zukunft hat, ist aber fraglich. © Foto: HZ-Grafik: Simone Künzer/Stock.Adobe.com
Kreis Heidenheim / Thomas Jentscher 05.07.2018
Norweger Modell – das ist nicht der neue Modetrend für die Trikots der Fußballer, das ist die vom Württembergischen Fußballverband für die kommende Saison eingeführte Möglichkeit, in der Kreisliga B auch mit neun gegen neun Spielern anzutreten.

Beim gemeinsamen Staffeltag der Kreisligen A3 und B5 zeigten die Vertreter der Vereine aber noch wenig Begeisterung für dieses Modell.

Insgesamt verlief das vom RSV Oggenhausen veranstaltete Treffen, zu dem Vertreter aller beteiligten Vereine gekommen waren, harmonisch. Der gemeinsame Staffelleiter Thomas Baamann sprach von einer erfolgreichen Saison und guter Zusammenarbeit mit den Klubs. Zwar sorgten die vielen Spielausfälle durch den harten Winter für einen deutlich höheren Aufwand, letztlich wurden aber alle Probleme gelöst. Die Vereine scheinen mit ihrem Staffelleiter ebenso zufrieden zu sein, Bahmann wurde einstimmig wiedergewählt.

Ebenfalls positiv fiel der Bericht von Herbert Mayer aus, dem Vorsitzenden des Sportgerichts. Im ganzen Bezirk gab deutlich weniger Absagen, Verfahren sowie Sperr- und Geldstrafen. Die Kreisliga B5 liegt hier im Trend. Einschließlich der Reserven ging die Zahl der betroffenen Spieler und Vereinsmitglieder von 20 auf 10 zurück, die Geldstrafen gingen von 925 auf 656 zurück. Bei der A3 ist allerdings, so Mayer, noch Luft nach oben. Hier sank die Zahl der Betroffenen nur von 34 auf 28, die Geldstrafen fielen insgesamt sogar höher aus.

Schiedsrichter beklagen Notstand

Von einem eklatanten Notstand musste dagegen Uwe Kümmel von der Schiedsrichtergruppe Heidenheim berichten, der seinen Obmann Michael Storm vertrat. Im ganzen Bezirk fehlt es an Unparteiischen, die Vereine lassen sich dies übrigens insgesamt pro Saison fast 30000 Euro an Bußgeld kosten.

Im Bereich der Gruppe Heidenheim müssten es eigentlich 93 Schiedsrichter sein, doch nur 53 sind gemeldet. In Aalen fehlen 54 und in Gmünd 56 Referees, prozentual gesehen schneiden die Heidenheimer aber am schlechtesten ab. Immerhin läuft ein Neulingslehrgang mit 26 Teilnehmern.

„Wir hoffen, dass einige hängen bleiben“, sagt Kümmel und appellierte gleichzeitig an die Vereine, auf ihre Spieler und Zuschauer einzuwirken, damit gerade die Schiedsrichter-Neulinge bei ihren ersten Einsätzen anständig behandelt werden und nicht gleich wieder alle Motivation verlieren.

Mit Yannick Eberhardt (er schrammte knapp am Aufstieg in die Regionalliga vorbei) verliert die Gruppe Heidenheim zudem ihr Aushängeschild, der wechselt studienbedingt nach München. Höchstrangiger Schiedsrichter ist damit Can Daler in der Landesliga.

Zu neunt auf dem Platz?

In Oggenhausen ging auch die Abschiedstour von Bezirksspielleiter Helmut Vogel weiter, seine Nachfolge tritt wie berichtet der Sontheimer Roland Wagner an. Vogel stellte die Eckdaten für die neue Saison vor (siehe Info) und ging nochmals auf das Norweger Modell ein. In der Kreisliga B kann nun jede Mannschaft beantragen, dass nur mit neun Akteuren gespielt wird. Dabei sind einige Punkte zu beachten, hier die wichtigsten: Þ Die Teilnahme ist entweder vor der Saison mit dem Meldebogen oder während der laufenden Spielzeit beim Staffelleiter anzumelden Þ die Gegner können die Reduzierung nicht ablehnen Þ Jede Mannschaft, die einmal ein „9 gegen 9“ beantragt hat, verliert das Aufstiegsrecht Þ Das Feld wird verkleinert, ein Tor steht an der 16-Meter-Linie

Das Ziel ist klar, auch Mannschaften mit personellem Notstand sollen so am Spielbetrieb teilnehmen können, Abmeldungen wie die von GerstettenII in der vergangenen Spielzeit vermieden werden. Die Vereinsvertreter erkundigten sich auch nach den genauen Regularien, große Zustimmung stellte sich aber nicht ein.

Befürchtet wird eine Wettbewerbsverzerrung, das Spiel auf ein kleineres Feld zudem als wenig attraktiv betrachtet. Es bleibt freilich auch abzuwarten, ob das Modell überhaupt in Anspruch genommen wird.

Saisonstart ist am 19. August

Die neue Runde in der Kreisliga A 3, die mit 16 Mannschaften spielt, beginnt am 19. August. Eine Woche später startet die B 5, der nur zwölf Teams angehören. Bereits am 12. und 15. August, finden die ersten Bezirkspokal-Runden statt.

In die Winterpause geht's laut Planung nach dem 2. Dezember, Wiederbeginn ist am 10. März 2019 und der letzte Spieltag wird am 8. Juni 2019 stattfinden.

Bei der Relegation von der Kreisliga A zur Bezirksliga könnte es eine Änderung geben, diese kann künftig jeder Bezirk selbst regeln. In Sachen Abstieg gilt nun: Die Normzahl für die Staffel muss immer erfüllt werden und der Tabellenletzte steigt grundsätzlich ab.

Um die Austragung des nächsten Staffeltages bewarben sich zwei Vereine, die Versammlung entschied sich knapp für Eintracht Staufen.

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