Gerstetten Motocrosser Fabian Strobel auf Titeljagd

Möchte seinen Titel verteidigen: Motocrosser Fabian Strobel liegt beim BW-Pokal Open zwar auf dem dritten Platz, doch noch hat er Chancen an den Konkurrenten vorbeizuziehen.
Möchte seinen Titel verteidigen: Motocrosser Fabian Strobel liegt beim BW-Pokal Open zwar auf dem dritten Platz, doch noch hat er Chancen an den Konkurrenten vorbeizuziehen. © Foto: Christian Thumm
Gerstetten / Sandra Gallbronner 01.08.2018
Seit zwölf Jahren fährt Fabian Strobel für den MSC Gerstetten. Im vergangenen Jahr wurde der 23-Jährige Meister bei den BW-Pokal Open. Sein Ziel: den Titel verteidigen.

Ehrgeizig ist Motocrosser Fabian Strobel. Sein Ziel: So oft wie möglich Meister werden. Zwei Mal ist das dem 23-Jährigen vom MSC Gerstetten bereits gelungen. 2014 ist er Meister bei der Deutschen Jugend Motocross Serie DJMV in der Klasse MX 2 Senioren geworden. Im vergangenen Jahr hat er die BW Pokal Open gewonnen.

In der aktuellen Serie der Baden-Württembergischen Meisterschaft steht der Ulmer auf dem dritten Platz. Zwei Rennläufe musste er krankheitsbedingt ausfallen lassen. Doch Chancen seinen Titel zu verteidigen hat Strobel noch. Vier Läufe stehen noch aus: Beim Rennen in Gerstetten am Wochenende sowie in Rudersberg im Oktober. Doch leicht wird es nicht, dessen ist sich Strobel bewusst: „Es wird schwierig, aber nichts ist unmöglich. Ich will Meister werden.“

In die Wiege gelegt bekommen

Tradition hat Motocross im Hause Strobel. Vater und Opa sind seit langem Mitglieder beim MSC Gerstetten. Schon als kleiner Junge habe Fabian oft bei Weltmeisterschaften zugeschaut. Mit elf Jahren war es dann soweit: Er stieg das erste Mal selbst auf ein Motocross-Bike. „Ich wollte es einfach mal ausprobieren“, erinnert sich der Sportler. Doch schnell stand fest: Der Junge hat Talent. Bei seinem ersten Rennen in Schnaitheim belegte er den vierten Platz.

Aus Spaß wurde rasch Ernst. Mit 15 Jahren wurde er zur ADAC Stiftung Sport eingeladen. Dabei haben junge deutsche Talente nach einer Leistungsschau die Möglichkeit finanziell unterstützt zu werden. Eine Förderung erhielt Strobel zwar nicht, aber das bedauert er auch gar nicht: „Es war schon toll eingeladen zu werden. Du kamst dir vor wie ein Profi.“ Heute seien viele der damals Auserwählten professionelle Fahrer.

Ein Rennen nach dem anderen

Lokal hat sich Fabian Strobel hingegen durchaus einen Namen gemacht. Vom Frühjahr bis in den Herbst vergeht kaum ein Wochenende, an dem er sich kein Rennen liefert. Anfang September startet Strobel beim Amateurrennen Cross Finals. Dabei dürfen die Besten aus allen Länder-Serien starten. „Das ist das größte Rennen für jeden, der regional fährt“, erzählt Strobel.

Nach wie vor betreibt er sein Hobby mit Leidenschaft: „Es ist ein einzigartiges Gefühl“, schwärmt der Motocrosser. Der Puls schnellt hoch, wenn er mit 40 Konkurrenten am Gatter auf das Startsignal wartet: „Ich bekomme da nichts mehr mit. Blende alles aus.“ Pures Adrenalin strömt durch seinen Körper, wenn er anschließend mit seiner Maschine durch die Luft springt. Auf etwa 40 Meter hat er es schon geschafft.

Sprunggelenk gebrochen

Dass seine Sportart durch solche Manöver auch ein höheres Verletzungsrisiko birgt, hat der Ulmer schon am eigenen Körper erfahren müssen. Strobel kam mit dem Fuß auf dem Boden auf und ruckzuck war das Sprunggelenk durch.

„Natürlich schwingt immer ein bisschen Angst mit“, gibt der gebürtige Bernstädter zu. Denn bei einem Knochenbruch bleibt es nicht immer. So müsse der Freund seines Vaters nach einem Motocross-Sturz heute im Rollstuhl sitzen. Dennoch: Solche Vorfälle bringen den jungen Sportler nicht aus dem Konzept: „Bis jetzt habe ich ja Glück gehabt.“ Außerdem stürze er relativ selten.

Training im Winter in Italien

Um Unfälle zu vermeiden, ist nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Fitness entscheidend. „Beim Crossen muss man ununterbrochen konzentriert sein“, weiß Strobel. Klingt anstrengend. Ist es auch. Selbst im Winter gibt es keine Pause: Bis zu zwei Mal im Monat steigt Strobel dann aufs Motorrad. Nur nicht hierzulande, sondern in Italien. Denn dort sind die Motocross-Strecken ganzjährig geöffnet.

Zeit beansprucht nicht nur das Motocross-Training sowie regelmäßige Fitnesseinheiten, sondern auch die Pflege seiner Fahrzeuge. Dabei ist Strobels Vater Herbert Geisler eine große Hilfe. So wartet dieser vor Wettkämpfen die Rennmaschine, poliert den Rahmen und fettet die Achsen. Bis zu neun Stunden nimmt das in Anspruch. Während der Rennen steht er seinem Sohn stets als Mechaniker zur Seite, wechselt etwa Reifen. „Ich bin meinem Papa sehr dankbar. Ohne ihn wäre das nicht möglich“, sagt Fabian Strobel.

Neben Arbeit und Hobby kaum Freizeit

Seine Freundin steht ebenfalls oft an der Rennstrecke. Dass sie hinter dem Motocrosser steht, bedeutet ihm sehr viel. Frühere Beziehungen sind in die Brüche gegangen, weil Strobel neben seiner Tätigkeit als Hausmeister und seinem Hobby kaum Freizeit hatte. Auch seine Freunde bekommen das zu spüren: „Es ist oft anstrengend. Meine Kumpels gehen am Wochenende weg. Ich gehe crossen.“ Doch Aufhören war für den Sportler deshalb nie eine Option.

Mittlerweile hat Strobel auch seinen vier Jahre älteren Bruder ins Boot geholt. „Wir motivieren uns gegenseitig. Obwohl ich zugeben muss, dass er mir eher mal in den Arsch tritt“, erzählt der Ulmer. Denn ein Ziel, das noch aussteht, ist es bei der Deutschen Meisterschaft unter die ersten zehn zu kommen. Allerdings ist Strobel sich bewusst, dass das diese Ziel kaum realisierbar ist: „Viele, die dort mitfahren, machen das professionell.“ Deshalb konzentriere er sich lieber auf regionale Rennen: „Da habe ich größere Chancen“, weiß Strobel. Und schließlich dürfen Träume ja auch bleiben.

46. Internationale Motocross des MSC Gerstetten

Am Wochenende findet am Sontberger Weg wieder das Gerstetter ADAC Motocross statt. Lokalmatador Fabian Strobel wird bei der Serie der Baden-Württembergischen Meisterschaft erneut um den Titel ringen.

Am Samstag, 4. August, stellen vor allem die jugendlichen Nachwuchsfahrer ihr Können unter Beweis: 13 Uhr: 1. Lauf Junioren, 13.30 Uhr: 1. Lauf Jugend B, 13.55 Uhr: 1. Lauf Jugend A, 14.20 Uhr: 1. Lauf Schüler B, 14.40 Uhr: 1. Lauf Schüler A

Der Sonntag, 5. August steht mit den Klassen DM Open und Seitenwagengespanne im Zeichen der Deutschen Meisterschaft: 12.30 Uhr: BW-Pokal Halbfinale A, 13 Uhr: BW-Pokal Halbfinale B, 13.35 Uhr: 1. Lauf DM Open, 14.20 Uhr: 1. Lauf DM SWG, 15.15 Uhr: BW Pokal Finale, 16 Uhr: 2. Lauf DM Open, 16.45 Uhr: 2. Lauf DM SWG

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