Bereits seit Monaten laufen beim TSV Ebingen die Vorbereitungen für den Turnwettkampf in der Mazmannhalle. Seit 2018 dient der Cup vielen Turnerinnen als Vorbereitung für die Liga-Runde. Diesmal ist es nach der langen pandemiebedingten Pause anders. Viele Athletinnen steigen beim Silberdistel-Cup wieder ein.
Nachdem Sportveranstaltungen wieder planbar sind, haben sich die Verantwortlichen des Traditionsvereins entschlossen, die vierte Auflage für den 19. Februar zu terminieren und umzusetzen. „Eine Herzensangelegenheit“, betont Jürgen Maier. Das Mitglied des Organisationskomitees und Trainerin Alice Thoma stimmen die letzten Kleinigkeiten noch ab, bevor es trotz einer problematischen Vorbereitung wieder an die Geräte geht.

Wie ist der Stand der Planung?

Jürgen Maier: Wir haben die grobe Planung abgeschlossen. Kern- und Angelpunkt dieses Mal war die Aufgabe ein belastbares Hygienekonzept auszuarbeiten, was mit der Stadt Albstadt und allen zuständigen Behörden abgestimmt werden und freigegeben werden musste. Des Weiteren wurde das Hallenlayout entsprechend skizziert und finalisiert. Die groben Abläufe wurden definiert und Zeitpläne festgelegt. Die Zuständigkeiten unseres Teams zum Thema Bewirtung, zum Thema Hallenauf- und -abbau sowie weitere organisatorische Eckpunkte sind abgeschlossen. Die nächsten Schritte, die wir jetzt gehen werden, sind das Ganze mit Leben zu füllen und eben das Feintuning anzugehen.

Für das Gros der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist der Silberdistel-Cup der erste Wettkampf seit Monaten. Welches Niveau erwarten Sie?

Maier: Ich erwarte ein vergleichbares Niveau, wie wir es 2020 gesehen haben. Es wird bestimmt gewisse kleinere Abstriche geben, da aufgrund der fehlenden Wettkampfpraxis auch bestimmt der einen oder anderen Teilnehmerin die Nerven ein Schnippchen schlagen werden. Aber im großen Ganzen erwarte ich eine hochkarätige Veranstaltung. Ich gehe davon aus, dass die Sportlerinnen heiß darauf sind, die Resultate ihres Trainings, welches sie seit Mitte des vergangenen Jahres wieder aufnehmen konnten, auch vor Publikum zu zeigen.
Alice Thoma: Man kann das Niveau des kommenden Wettkampfs nur sehr schwer einschätzen – es wird ein Überraschungspaket werden. Ich denke aber sagen zu können, dass das Niveau niedriger sein wird als noch vor zwei Jahren. Es ist zu erwarten, dass die Leistungen entsprechend der aktuellen Corona-Situation variieren werden.

Das heißt konkret?

Thoma: So konnten Vereine, welche das Glück haben, dass ihnen eine eigene Halle zur Verfügung steht, das Training viel früher wieder aufnehmen. Der TSV Ebingen hat diesen Vorteil nicht, deshalb gestaltet sich der Trainingseinstieg komplizierter. Somit befinden sich einige Turnerinnen bereits wieder auf einem relativ hohen Niveau, während andere noch ein wenig zu kämpfen haben.

Zum ersten Saisonhöhepunkt: dem Silberdistel-Cup. Planen Sie mit Zuschauern?

Maier: Ja. Wir haben eine, natürlich aufgrund Corona-Maßnahmen limitierte Anzahl von Zuschauern, die auf den Tribünen zugelassen sind. Das müssen wir auch sehr ernst nehmen und einhalten. Es wäre gerade im Nachwuchs-Cup wirklich fatal keine Zuschauer zulassen zu können, da meistens in diesem Bereich auch die Eltern mitkommen und die Daumen drücken möchten. Momentan gehe ich davon aus, dass wir das ermöglichen können. Aber und auch gerade im Hauptwettkampf, der um 14 Uhr startet und dem Finale, das gegen 18.30 Uhr eröffnet wird, wäre es sehr schön, wenn viele Albstädter bei uns vorbeischauen würden und den Sportlerinnen eine tolle Atmosphäre trotz der Rahmenbedingungen bieten könnten. Wir freuen uns über jeden einzelnen Zuschauer!

Geben Sie uns kurz einen Einblick in das Hygienekonzept . . .

Maier: Das Konzept beinhaltet mehrere Säulen. Die erste Säule ist die Maskenpflicht in der ganzen Halle. Sowohl im Zuschauer-, im Catering- als auch im Halleninnenbereich besteht Maskenpflicht. Die Maske darf auch von den Sportlerinnen nur abgenommen werden, wenn der aktive Sport durchgeführt wird. Des Weiteren als zweite Säule werden wir auch darauf achten, dass sich nur die Sportlerinnen und Trainer im Innenbereich der Halle aufhalten, die momentan auch in Aktion sind. Die dritte Säule ist die Eintrittskontrolle. Wir werden den Impf- oder gegebenenfalls Genesenenstatus elektronisch kontrollieren. Falls im unwahrscheinlichen Fall eine Rückverfolgung notwendig sein sollte, werden wir über Luca oder über einen Meldebogen sicherstellen, dass zumindest von unserer Seite die Besucherdaten verfügbar sein werden. Hört sich wirklich schlimm an, ist aber nüchtern betrachtet alles, was im Einzelhandel gang und gäbe ist. Das Schwerste ist, das Ganze einfach umzusetzen. Deshalb brauchen wir viele zusätzliche Helfern.

Werden Sie Teilnehmerinnen, Trainer und Betreuer am Veranstaltungstag noch einmal „schnelltesten“?

Thoma: Alle Vereine organisieren die Schnelltestungen selbst. Die entsprechenden Nachweise müssen dann bei der Zugangskontrolle vorgewiesen werden, ohne kommt niemand in die Halle. Eine Temperaturkontrolle ist noch nicht geplant, solche Einzelheiten müssen wir in der nächsten Sitzung besprechen.

Die Fallzahlen steigen. Ist eine Absage noch denkbar?

Maier: Eine Absage aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung ist theoretisch denkbar, jedoch unrealistisch. Die Infektionszahlen steigen zwar, dennoch befinden wir uns in der Alarmstufe I, die Sportveranstaltungen unter Auflagen zulässt. Generell sehen wir in fast allen Bereichen Öffnungsschritte. Sollte sich bis zum Termin des Silberdistel-Cups also keine neue, noch kritischere Virusvariante entwickeln, gehe ich davon aus, dass die Veranstaltung stattfinden wird.

Zurück zum Sport. Wie verlief die Vorbereitung Ihrer Sportlerinnen?

Thoma: Die Vorbereitung auf unseren Heimevent verlief alles andere als entspannt. Das lag in erster Linie daran, dass die Hallenzeiten der Schlossberghalle, in welcher wir seit vielen, vielen Jahren eine sportliche Heimat gefunden haben, komplett weggefallen sind. Mittlerweile haben wir das Training so organisiert bekommen, dass zumindest eine Regelmäßigkeit gegeben ist. Unsere Liga-Mannschaft trainiert einmal die Woche in Schömberg, an einem Tag in Meßstetten und in der Ebinger Kirchgrabenhalle, wo sie allerdings nur eine Krafteinheit einlegen können, da wir dort keine Geräte haben. Das ist natürlich sehr umständlich und alles andere als ideal.

Wer sind die Favoritinnen beim Silberdistel-Cup 2022?

Thoma: Spaichingen wird auf jeden Fall antreten. Es ist zu erwarten, dass die Riege aus der Primstadt, ähnlich wie in den vergangenen Jahren, einige Finalplätze und Siege für sich beanspruchen wird. Auch Hülben hat sich angekündigt. Generell kann man damit rechnen, dass die Ober- und Verbandsligisten stark unterwegs sein werden.

Gab es auch Überlegungen, Wettbewerbe für den männlichen Bereich anzubieten?

Maier: Nein. Schon als wir die Grundidee des Silberdistel-Cups entwickelt haben, beschlossen wir, uns ausschließlich auf das weibliche Teilnehmerfeld zu fokussieren. Das kommt grundsätzlich daher, dass es beim TSV zumindest in der jüngsten Vergangenheit keine Männer gibt, die Leistungsturnen betreiben. Das ist bei unserem befreundeten Turnverein aus Schömberg komplett anders.
Thoma: Nein, die Überlegung hatten wir nie. Wir sind in diesem Bereich nicht vertreten. Der Einstieg wäre schwierig.

Wie hat sich die Veranstaltung seit der Premiere verändert?

Maier: An der Grundidee des Silberdistel-Cups, dem Vorkampf, gefolgt von einem großen Finale, hat sich nichts verändert. Ein paar Ergänzungen gab es. So wurde die Veranstaltung nach den ersten beiden erfolgreichen Jahren um einen Nachwuchs-Cup ergänzt. Auch Anregungen durch die Teilnehmerinnen, etwa im Ablauf, wurden, soweit realisierbar und integriert.

Wie sehen die Zukunftspläne aus?

Maier: Über die Zukunft des Silberdistel-Cups kann ich momentan nur spekulieren. Wir arbeiten an der Durchführung 2022 und sind froh, dass wir die Veranstaltung überhaupt durchführen können. Dabei haben wir durch die Corona-Lage mehr als genug damit zu tun, alle Regelungen einzuhalten und noch anstehende Hindernisse zu überwinden. Daher werden wir uns erst dann, wenn der diesjährige Wettkampf vorbei ist, zusammensetzen und uns überlegen, wie es weitergehen wird und was wir noch verbessern können.