Der Präsident der Golfclubs Hechingen-Hohenzollern, Berthold Binder, konnte mit Hansi Müller eines der Aushängeschilder des schwäbischen und des deutschen Fußballes auf der Hechinger Golfanlage begrüßen. Begleitet wurde der ehemalige VfB-Kicker und Nationalspieler von Klaus Sattler, dem ehemaligen  Chef von Toto-Lotto Baden-Württemberg. Der 68-jährige Sattler organisiert seit mehr als 20 Jahren Fußballspiele mit Traditionsmannschaften, aber auch Golfveranstaltungen mit ehemaligen Fußballprofis, Spitzensportlern sowie Vertretern aus Wirtschaft und Medien unter dem Logo „Bogeys“. Der Erlös kommt immer sozialen Projekten zu­gute.
Weil der Hechinger Golf-Präsident diese Organisation schon seit Jahren unterstützt, war es für Klaus Sattler und Hansi Müller ein Anliegen, ihm mit ihrem Kommen die Reverenz zu erweisen und zur Wahl zu gratulieren.

Hansi Müller, Hobbygolfer seit drei Jahren

Seit drei Jahren, so war zu erfahren, pflegt Hansi Müller die Lust am Golfspiel. Allerdings, so scherzte er: „Der Ball könnte manchmal schon noch ein wenig größer sein, gerade beim Einputten.“ Ja, da war’s zu seinen Glanzzeiten allemal leichter, einen Freistoß in den Torwinkel zu zirkeln. Der erst kürzlich 63 Jahre alt gewordene ehemalige Fußballprofi mit Wohnsitz in Korb im Rems-Murr-Kreis hat an Wortwitz und Spontaneität nichts eingebüßt. „Ich bin zu einer Sportart gekommen, bei der man im Alter noch besser werden kann“, urteilt er schmunzelnd.

Schillernde Fußballkarriere

Gut und besser wurde er auch in seiner Fußballkarriere. Man erinnere sich: Nach seinem Start in der A-Jugend des VfB Stuttgart anno 1970 spielte Hansi Müller in der Saison 1975/76 in der 2. Bundesliga und anschließend bis 1982 in der 1. Bundesliga. Danach zog es den ballgewandten Mittelfeldspieler, der 1980 mit der Nationalmannschaft den EM-Titel holte, ins Ausland. Von 1982 bis 1984 trug er das Triko von Inter Mailand. Im Herbst seiner Kickerkarriere spielte er für Calcio Como und dann in Österreich bei Wacker Innsbruck und Swarovski Tirol.

Europameister und Vizeweltmeister

Für die deutsche Nationalmannschaft lief Müller zwischen 1978 und 1983 insgesamt 42 Mal auf. Außer dem EM-Titel 1980 folgte noch die Vizeweltmeisterschaft 1982.
Nach seiner fußballerischen Laufbahn bekleidete der Schwabe Funktionärsposten beim VfB Stuttgart, hielt Vorträge über Fußball, Wirtschaft und Erfolg und erwies sich als Allrounder par excellence.

VfB? Mehr als Mittelfeld ist nicht drin

Auch heute noch ist Hansi Müllers Meinung in der Fußballszene gefragt. Und was würde im Gespräch mit einer VfB-Legende mehr interessieren als die Fragen nach den Aussichten des schwäbischen Aufsteigers in der nächsten Bundesliga-Saison. Nun, der Altstar wünscht sich für den VfB noch Verstärkungen im vorderen Mittelfeld und im Sturm. „Der Transfermarkt ist ja noch offen“, stellt er fest, „allerdings ist das auch eine Frage des Geldes“. Mit Spitzenteams wie Bayern oder Dortmund könne das Team von Trainer Pelegrino Matarazzo in diesem Jahr noch nicht mithalten, sieht Müller es realistisch. Deshalb müsse man sich darauf konzentrieren, im Tabellenmittelfeld dabei zu sein. Eine klare Meinung hat der 63-Jährige auch zur Corona-Lage. Die habe sich noch „längst nicht entspannt“. Deshalb kann sich Hansi Müller auch nicht vorstellen, dass in naher Zukunft wieder Zuschauer in die Stadien dürfen.

„Immer wie ein Klassentreffen“

Zurück zum kleineren Ball: „Es ist immer wieder wie ein Klassentreffen“, sagt Hansi Müller. Soll heißen: Nicht nur bei den Fußballspielen der VfB-Traditionsmannschaft trifft er ehemalige Mitkicker wie Guido Buchwald, Cacao, Maurizio Gaudino oder Krassimir Balakov, sondern zwischenzeitlich auch beim Golfen. Da aber für einen guten Zweck.

Das Benefiz-Projekt „Bogeys“

„Für uns ist kein Weg zu weit, um für eine gute Sache den Schläger zu schwingen“, sagt Klaus Sattler, Initiator des Projektes „Bogeys“. Der Name steht im Golfsport für einen Schlag über Par, im Duden wird der Name als Kobold, Schreckgespenst und Butzemann geführt. Für Sattler, der das Projekt „Bogeys“ kurz vor der Jahrtausendwende ins Leben gerufen hatte lässt sich der Name allerdings als „guter Geist“ übersetzen, denn: Ehemalige Spitzensportler sowie Vertreter aus Wirtschaft und Medien haben sich zum Ziel gesetzt, bei Benefizveranstaltungen Spenden von Sponsoren zu erzielen. „Wir haben bereits rund 1,5 Millionen Euro für den guten Zweck gesammelt“, betont Sattler. Der Erlöse werden unter anderem zur Unterstützung krebskranker Kinder und sozialer Einrichtungen verwendet.
Am 2. Oktober wollen Klaus Sattler und sein Team die nächste Benefizveranstaltung über die grüne Bühne bringen. „Ich hoffe, dass dies in Zeiten der Pandemie möglich wird“, bangt Sattler.
Ganz gewiss mit dabei sein wird Hansi Müller, der gestern zusammen mit den Golffreunden noch den Schläger auf der Hechinger Golfanlage schwang.

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