Hechingen Hohenzollern-Berglauf: Duo lässt das Feld im Regen stehen

Knapp 400 Athleten gingen trotz des schlechten Wetters in Hechingen an den Start.
Knapp 400 Athleten gingen trotz des schlechten Wetters in Hechingen an den Start.
Hechingen / Anna Wittmershaus 13.11.2017

Trocken kam beim 33. internationalen Hohenzollern- Berglauf keiner ins Ziel. Mit Dauerregen und Gegenwind hatten die knapp 400 Athleten am Sonntag auf der 8,1 Kilometer langen Strecke zur Burg hinauf ordentlich zu kämpfen.

„Gute Nachrichten: Es schneit nicht und die Burg ist zu sehen“, schallte es 45 Minuten vor dem Start am Hechinger Weiherstadion aus einem Megafon – es waren in dieser Hinsicht wirklich die besten Neuigkeiten. Denn es hatte sich bereits vor dem Start eingeregnet. „Bei diesem Wetter läuft keiner wirklich gern“, sagt Daniel Noll, „aber nach den ersten ein, zwei Kilometern ist man sowieso so nass, dass es auch nichts mehr ausmacht. Der Hechinger, der für den TSV Glems startet, hatte gut reden, immerhin war er am schnellsten wieder im Trockenen.

Nach 31:22 Minuten kam Noll im Burghof an. Nur zehn Sekunden später traf Andreas Schindler im Ziel ein. Beide hatten sich relativ schnell einen kleinen Vorsprung auf das restliche Feld erarbeitet. Bis Kilometer vier waren die zwei Lokalmatadoren gleich auf.

Dann erkämpfte sich Noll einen kleinen Vorsprung. Da Schindler ein starker Bergläufer sei, habe er versucht, schon im ebenen Teil der Strecke wegzuziehen, erläutert Noll seine Strategie. „Ab der Domäne war er immer ein paar Schritte hinter mir“, so der Hechinger. „Er war heute einfach stärker“, gibt sich Schindler als fairer Verlierer.

Ihm hätten die Bedingungen eigentlich gelegen, so der ehemalige Radprofi. „Der Gegenwind auf der Burg am Ende war aber schon hart“, muss auch der Läufer der LG Steinlach-Zollern eingestehen. Schindler ist im vergangenen Jahr noch Rad-Bundesliga gefahren, hat sich nun aber komplett auf den Laufsport konzentriert. „Ich habe mich beruflich verändert und bin viel unterwegs, da ist es einfacher ein paar Laufschuhe in den Kofferraum zu packen, um dort wo ich gerade bin zu trainieren“, sagt der Balinger.

So habe er sich unter anderem in Stuttgart auf den Hohenzollern-Berglauf vorbereitet. Rang drei ging bei der 33. Auflage der Veranstaltung an Markus Mössler (Tübinger Laufladen/32:31 Minuten). Nur knapp am Treppchen vorbeigeschrammt ist hingegen Pascal Brobeil (Team Injoy Balingen/33:02). Mit 29 Sekunden Rückstand auf Platz drei wurde er Vierter. Schnellste Frau war dieses Mal Sabine Schmid (LT Starzach/40:08), die genau 99 Sekunden vor Sandra Schmid (Sport Weiß Team/41:07) ins Ziel kam. Dritte wurde Anja Götz (LG Steinlach-Zollern/41:33).

352 Läufer erreichten am Sonntag trotz der widrigen Bedingungen den Hof der Burg. „Das zeigt, dass wir Läufer den inneren Schweinehund besiegen können und bei jedem Wetter laufen“, freute sich Susanne Bitzer vom Ski-Club Hechingen über diese Zahl. Die Hauptorganisatorin des Hohenzollern-Berglaufs hatte schon vor dem Rennen den späteren Sieger Noll auf dem Zettel.

„Er ist den Berlin-Marathon in unter zwei Stunden gelaufen. Von da an war er mein Favorit“, so Bitzer, die sich nur an einen Berglauf in Hechingen erinnern kann, der ebenso nass und windig war. Beim ersten Lauf, 1985, sei das Wetter auch schmuddelig gewesen, erzählt sie.