Handball HBW: Souveräne Schwaben marschieren weiter

In der SparkassenArena bleibt der HBW Balingen-Weilstetten eine Macht. Auch die Rhein Vikings mussten sich am Samstag Gregor Thomann & Co. geschlagen geben.
In der SparkassenArena bleibt der HBW Balingen-Weilstetten eine Macht. Auch die Rhein Vikings mussten sich am Samstag Gregor Thomann & Co. geschlagen geben. © Foto: Mochkon
Balingen / Marcus Arndt 15.10.2018
Mit dem fünften Sieg in Serie kletterten die „Gallier von der Alb“ auf Rang drei in Liga zwei. Mit 33:26 setzte sich der HBW gegen die Rhein Vikings durch.

Balingens Geschäftsführer Wolfgang Strobel sprach dennoch von einem „komischen Spiel“. Nicht ohne Grund. „Wir waren gefühlt immer besser“, meint der Manager des Tabellendritten, „aber trotzdem war es doch immer eng.“ Wirklich kritisch wurde es für die Schwaben trotz vieler Zeitstrafen aber nie.

Seit Monaten in der „Hölle Süd“ ungeschlagen – in der Liga seit Wochen in toller Form. Auch gegen die Wikinger aus dem Rheinland begannen die Balinger vor nur 1898 Zuschauern furios. Eine 2:0-Führung nach zwei Minuten, eine starke Parade von Tomas Mrkva beim Siebenmeter gegen Christian Hoße (4. Minuten) – und der Schwaben-Express nahm früh richtig Fahrt auf.

Nach dem Anschlusstreffer stellte Oddur Gretarsson den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her (3:1/6.). Markant in der Anfangsphase: ein unheimlich hohes Tempo des HBW. Philipp Pöter hielt die Gäste in Schlagdistanz, doch der ehemalige Erstligist blieb am Drücker. Allerdings ließen die Kreisstädter zu viele Möglichkeiten liegen, scheiterten immer wieder an Gästekeeper Vladimir Bozic. Chancenlos war der Bosnier gegen Gretarsson (6:3/12.) – und Gästetrainer Jörg Bohrmann sah zwingend Gesprächsbedarf. Die Auszeit des Klatt-Nachfolgers verpuffte. Der Tabellenvorletzte fiel nach Doppelpack von Romas Kirveliavicius weiter zurück (8:3/13). Entscheidend: Vikings-Torjäger Alexander Oelze fand gegen seinen Ex-Klub zunächst nicht statt.

Zwei Zeitstrafen brachten die Bürkle-Truppe in der Folge etwas aus dem Rhythmus. Der 38-Jährige reagierte, nahm die Auszeit. Erfolgreich justierte der Sportwissenschaftler nach, ließ kräftig auf der Platte rotieren. Gregor Thomann stellte schließlich den alten Fünf-Tore-Abstand wieder her, netzte aus schwierigem Winkel zum 13:8 (23.). In doppelter Unterzahl düpierte Diogo Oliveira die Vikings mit einem Schlagwurf aus neun Metern. Thomann und Jona Schoch schraubten das Ergebnis weiter in Höhe (18:12/29.). „Spielerisch waren wir in den ersten 30 Minuten nicht viel besser“, urteilt HBW-Linkshänder Jannik Hausmann, „Tomas hat uns den Vorsprung festgehalten.“

Nach der Pause wehrten sich die Wikinger weiter, brachten die Schwaben immer wieder in Zeitnot. Mehr aber auch nicht. Der HBW lag deutlich vorne, verteidigte leidenschaftlich und konterte konsequent. Tim Nothdurft nagelte aus dem Nullwinkel die Kugel unter die Latte (23:15(37.) – und erneut bat Bohrmann zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. „Wir machen den gegnerischen Torwart zum Besten der Liga“, kritisiert er, „gefühlt haben wir 20 Bälle weggeworfen.“

Es folgten viele Zeitstrafen auf beiden Seiten und zahlreiche HBW-Fahrkarten. „Da waren wir nicht konsequent genug“, hadert Bürkle nach fünf torlosen Minuten und zwei Siebenmeternieten. Und das mit drei Mann mehr auf der Platte. Thomann beendete die Flaute schließlich, traf zum 26:18 (45.). „Wir sind gefühlt nie richtig weggekommen“, sinniert Bürkle, „hatten immer wieder auch Phasen, wo ein paar disziplinarische Sachen nicht zu 100 Prozent da waren.“

In den Schlussminuten spielten die Rheinländer dann lange Angriffe, nahmen das Tempo raus. Das funktionierte nicht, denn die Balinger gaben weiter richtig Gas, „hätten den einen oder anderen Ball mehr rein machen können“, so Bürkle nach dem 33:26-Erfolg. Er fügt hinzu: „.Jeder hat seinen Teil beigetragen, auch wenn wir bestimmt ein paar Dinge hätten besser spielen können.“ Sein Gegenüber Bohrmann sah in seinem zweiten Spiel mit den Wikingern „einen auch in der Höhe völlig verdienten Balinger Sieg. Ich bin froh, dass wir so eine gute Torwartleistung hatten, sonst wäre es noch deutlicher geworden.“

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