Handball HBW: Richtungsweisender Auftakt für Rückrunde

Fünf Tore erzielte Kapitän Martin Strobel beim 32:24-Sieg des HBW Balingen-Weilstetten im Hinspiel gegen die Eintracht aus Hagen. Das Rückspiel wird er jedoch verpassen.
Fünf Tore erzielte Kapitän Martin Strobel beim 32:24-Sieg des HBW Balingen-Weilstetten im Hinspiel gegen die Eintracht aus Hagen. Das Rückspiel wird er jedoch verpassen. © Foto: Eibner
Balingen / Marcus Arndt 07.02.2018
Nach der EM-Pause startet der Balinger Bundesliga-Absteiger am Mittwoch gegen Eintracht Hagen in die (Rest-)Rückrunde.

Die Gemütslage könnte unterschiedlicher kaum sein. Während die „Gallier von der Alb“ nach der Negativserie im Dezember den Wiederaufstieg wohl ad acta legen können, punkteten die Südwestfalen fleißig.

Mit vier Siegen in sechs Spielen verteidigte das Team von Trainer Niels Pfannenschmidt den Nichtabstiegsplatz, liegt vor dem Start in die (Rest-)Rückrunde allerdings nur zwei Zähler vor dem Tabellen-16. Eintracht Hildesheim (12:28 Punkte). „Die gesamte Entwicklung meiner Mannschaft stimmt“, bilanziert der 43-Jährige zufrieden, welcher die Grün-Gelben im Februar des vergangenen Jahres übernommen und über die Aufstiegsrelegation zurück in die zweite Liga geführt hat. Nach einem ganz schwachen Saisonstart mit acht Niederlagen in Folge ist Hagen im Unterhaus endgültig angekommen, hat sich mehr und mehr gefunden. Überragend: Torhüter Tobias Mahncke, der mit seinen Paraden die Eintracht am Leben hielt. Immens wichtig für den Aufsteiger, dass sich Bartosz Konitz – als Königstransfer geadelt – besser integriert hat. Dennoch reichte es für den Aufsteiger bislang nur zu einem Auswärtssieg (30:29 in Konstanz).

In der vergangenen Woche testeten die Südwestfalen noch einmal, setzten sich gegen den Ligakonkurrenten TV Emsdetten überraschend deutlich mit 29:24 durch. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben hart trainiert und trotzdem ein starkes Tempospiel an den Tag gelegt“, analysiert Pfannenschmidt und fügt hinzu: „Wir haben pünktlich vor der Wiederaufnahme des Meisterschaftsbetriebs in Balingen zur starken Form des Jahresendes 2017 gefunden...“ Die 6:0-Abwehr der Grün-Gelben um Tilman Pröhl und Dominik Waldhof im Innenblock war unglaublich effektiv und versorgte die schnellen und treffsicheren Außen immer wieder mit Bällen. Einzig beim 20:24 kamen die Münsterländer noch einmal in Schlagdistanz, ehe Hagen wieder für klare Verhältnisse sorgte. „Nach der Pause war in unserem Spiel schon eine kleine Delle drin“, so der Eintracht-Coach weiter, „doch wir haben diese mit dem Tempospiel kompensiert. Insgesamt war es ein sehr guter Auftritt – das macht Mut auf mehr...“

Auch der HBW hat in der Vorbereitung überzeugt, drängt am Mittwoch, 7. Februar, (20.15 Uhr, SparkassenArena) – nach 2:8 Zählern in den finalen Begegnungen des vergangenen Jahres – auf die Trendwende. „Den Dezember wollen wir schnellstmöglich vergessen. Es geht jetzt für uns auch darum, dass wir ein paar Dinge geraderücken. Da ist es schon entscheidend, wie dieses Spiel jetzt läuft“, räumt Jens Bürkle ein. Akribisch ließ der Sportwissenschaftler in der EM-Pause trainieren, arbeitete Defizite auf. Auch physisch ist das Team um Kapitän Martin Strobel, der verletzt fehlen wird, stärker als im Vorjahr. „Ich erwarte, dass wir die Dinge abrufen, die wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben“, fordert der Balinger Kommandogeber, „und eine gute Leistung auf die Platte bringen“.

Anfang dieser Woche hat der A-Lizenzinhaber sein Team gezielt auf „eine sehr erfahrene Hagener Mannschaft“ vorbereitet, „damit uns da nichts überrascht“, wie er es formuliert. „Die Eintracht verteidigt sehr solide – auch in einer 5:1-Formation“, hat Bürkle beobachtet, „und hat klare Strukturen im Angriff, spielt die Dinge sehr detailliert und sauber zu Ende.“ Wichtig werde sein, so der 37-Jährige, „dass wir Tempo reinkriegen und den Gegner immer wieder vor neue Aufgaben stellen.“