Handball HBW: „Unser Ding durchziehen“

Sechs Heimsiege in Folge konnte der HBW Balingen-Weilstetten zuletzt erspielen. Nun sollen auch gegen den abstiegsbedrohten Wilhelmshavener HV zwei Punkte her.
Sechs Heimsiege in Folge konnte der HBW Balingen-Weilstetten zuletzt erspielen. Nun sollen auch gegen den abstiegsbedrohten Wilhelmshavener HV zwei Punkte her. © Foto: Moschkon
Balingen / Marcus Arndt 11.05.2018
Am Samstag erwartet der HBW den Tabellen-15. aus Wilhelmshaven. Die Rollen in der „Hölle Süd“ sind klar verteilt.

In der finalen Saisonphase arbeiteten sich die Schwaben sukzessive im Zweitliga-Klassement nach oben, haben zuletzt sechs Heimspiele in Serie gewonnen. „Wir wollen gut aus der Runde kommen“, betont Jens Bürkle.

In Emsdetten bestätigte der Bundesliga-Absteiger aus Balingen den Aufwärtstrend, siegte erstmals in dieser Saison bei einer Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte. „Bei 29 Gegentoren war nicht alles perfekt“, blickt der Sportwissenschaftler zurück, „aber wir haben im Angriff super geduldig gespielt und hatten bei vielen Chancen sehr gute Abschlüsse.“ Mit 31:29 setzte sich der HBW in Emsdetten durch, obwohl der Kader dünn besetzt war. „Wir haben die Ausfälle kompensiert“, so Bürkle weiter, welcher nach einem verlängerten Wochenende die Mannschaft auf den Wilhelmshavener HV vorbereitet hat. Die Niedersachsen stecken in der Krise, blieben zuletzt fünf Spiele ohne Sieg. Einzig im Nord-Derby gegen den viertplatzierten VfL Lübeck-Schwartau holte die Mannschaft von Christian Köhrmann einen Zähler (End-stand: 27:27). Vor Wochenfrist hat der ehemalige Erstligist aus dem Nordwesten Deutschlands das richtungsweisende Heimspiel gegen die Rhein Vikings mit 23:25 verloren und muss weiter um den Klassenerhalt bangen.

Trotz der klaren WHV-Niederlagen in Emsdetten (22:31) und Bietigheim (29:36) sowie beim Meister Bergischer HC (22:35) warnt der 37-Jährige vor „einem Gegner, der nicht so leicht zu verteidigen ist“. Neben Tobias Schwolow (175 Saisontore) setzt der spielstarke René Drechsler im Rückraum die Akzente. Auch auf Rechtsaußen und am Kreis besitzen die Norddeutschen mit Evgeny Vorontsov (145) und Duncan Postel (94) Qualität. „Ohne Zweifel keine schlechte Mannschaft“, urteilt der HBW-Kommandogeber, „viel fehlt in allen Bereichen nicht, aber offensichtlich fehlt etwas.“ Dabei zählt Wilhelmshaven zu den innovativen Klubs im Unterhaus, spielt unglaublich variabel in der Offensive. Dennoch schwebt der WHV in Abstiegsgefahr, verpasste gegen den Branchenneuling aus Düsseldorf und Neuss den Befreiungsschlag. „Wir haben verdient verloren, weil es uns erneut nicht gelungen ist, unsere 100-prozentigen Torchancen zu nutzen“, bilanziert Köhrmann, „hinzu kam, dass wir in der Abwehr nicht als Einheit aufgetreten sind.“

In Balingen (Samstag, 19 Uhr, SparkassenArena) geht der Tabellen-15. als krasser Außenseiter auf die Platte. Auswärts blieb der WHV bislang blass, holte nur magere acht Punkte. Der HBW hingegen präsentierte sich in der „Hölle Süd“ stark, hat sechsmal in Folge gewonnen. „Wir wollen die Bilanz ausbauen“, sagt Bürkle, „und unser Ding durchziehen.“ Dabei muss er allerdings auf Lars Friedrich verzichten. Der Routinier klagt über Rückschmerzen, „und wir werden bei Lars nichts riskieren“, erklärt der frühere Bundesliga-Spieler. Dieser kann wohl wieder auf Simen Schönningsen zurückgreifen. Der Norweger trainiert nach seiner Verletzung an der Ferse wieder mit der Mannschaft. Ein Fragezeichen steht hingegen hinter dem Einsatz von Valentin Spohn (allergische Reaktion auf Antibiotika) und Marouen Maggaiz. Sollte der Tunesier, welcher auf Pollen empfindlich reagiert und kaum aus den Augen sieht, ausfallen, rückt Jonas Baumeister auf.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel