Handball HBW verliert Testspiel: Ernüchterung statt Euphorie

Im jüngsten Test gegen Stuttgart konnte Jens Bürkle mit der Leistung seiner Mannschaft nicht wirklich einverstanden sein. Der Balinger Zweitligist nahm wichtige Erkenntnisse mit.
Im jüngsten Test gegen Stuttgart konnte Jens Bürkle mit der Leistung seiner Mannschaft nicht wirklich einverstanden sein. Der Balinger Zweitligist nahm wichtige Erkenntnisse mit. © Foto: Moschkon
Balingen / Marcus Arndt 04.02.2019
In Stuttgart kassierte der Zweitliga-Primus aus Balingen beim klassenhöheren TVB eine deutliche Niederlage. HBW-Coach Jens Bürkle sah einen großen Qualitätsunterschied, aber auch einige Lichtblicke in der Landeshauptstadt.

Vor dem Start in die Restrunde in Hamburg testeten die „Gallier von der Alb“ noch einmal final beim Bundesligisten Stuttgart, der dem Aufstiegsaspiranten aus der Kreisstadt deutlich seine Grenzen aufzeigte.

„Es war schon ernüchternd“, gesteht der Balinger Kommandogeber nach dem 27:34 (13:17) in der SCHARRena ein. Der 38-Jährige fügt hinzu: „Es war schon ein große Qualitätsunterschied zu sehen. Wir waren in vielen Dingen unterlegen.“

Nach den zahlreichen Ausfällen hakte es natürlich noch im Angriff, aber auch die Abwehr wackelte wenige Tage vor dem Pflichtspielauftakt 2019 beim Aufsteiger HSV Hamburg (10. Februar, 15 Uhr, Sporthalle Hamburg) bedenklich. „Da passt es momentan noch nicht“, sinniert Bürkle, „die Aggressivität, welche wir im Wettkampfbetrieb brauchen, fehlt noch.“

Dennoch präsentierte sich der Zweitliga-Tabellenführer beim TVB zunächst als adäquater Spielerpartner, fiel nach dem Seitenwechsel jedoch sukzessive zurück.

Nach den beiden misslungenen Tests in Seléstat (Endstand: 25:33) und Stuttgart haben die „Gallier von der Alb“ am Wochenende trainiert, die Fehler aufgearbeitet. „Vielleicht ist es gut, dass uns noch einmal aufgezeigt wurde, dass wir in ein paar Dingen noch mehr tun müssen“, so Bürkle weiter, „im vergangenen Jahr haben wir in der Vorbereitung jedes Spiel gewonnen, kamen dann aber nicht so gut aus der Pause...“

Mit 33:37 unterlagen die Schwaben damals Eintracht Hagen, ehe in Düsseldorf beim 22:12 über die Rhein Vikings die Trendwende gelang. Zwölf Monate später ist die Konstellation eine andere. Mit fünf Punkten Vorsprung auf die drittplatzierte HSG Nordhorn-Lingen startet der ehemalige Erstligist, welcher nach dem Gastspiel in der Hansestadt die Grafschafter und das akut abstiegsbedrohte Dresden erwartet.

„Nicht einfach“, bewertet Bürkle den Auftakt, „wir müssen in der Kürze der Zeit nun schauen, dass wir ein paar Dinge besser hinkriegen.“ Gegen den TVB sah er einige „Lichtblicke“: Lukas Saueressig sei sehr zielorientiert gewesen und René Zobel habe am Ende gut mitgespielt. Dennoch: Es war insgesamt zu wenig, um in der Zweitliga-Spitzengruppe zu bestehen. Das wissen auch die Balinger Protagonisten auf und neben der Platte. „Wir haben uns auf den Gegner aber auch nicht wirklich vorbereitet“, verrät Bürkle, „das hat uns bisher immer ausgemacht.“

Auf den Ex-Meister von der Elbe wird der HBW besser eingestellt sein. „Sie hatten teilweise – insbesondere in den Heimspielen – einige gute Ergebnisse“, urteilt Bürkle über den Aufsteiger, welcher an 14. Stelle platziert ist. Auch der hat am vergangenen Freitag noch einmal getestet, unterlag den ersatzgeschwächten Recken aus Hannover deutlich mit 24:34.

Erneut fehlte der isländische Nationaltorhüter Aron Edvardsson. Der 28-Jährige musste sich nach seiner Blinddarmoperation im November erneut behandeln lassen – die Narbe heilt nicht richtig. Gegen die Niedersachsen setzte Hamburgs Trainer Torsten Jansen auf ein junges Torhütergespann: mit Marcel Kokoszka sowie Lino Karras aus der U 19. Karras, der zuletzt regelmäßig im Training der Herren dabei war, hat sich mit guten Leistungen in der A-Jugend-Bundesliga empfohlen.

Während Karras bei den Aktiven debütierte, rückt Kokoszka immer mehr in den Fokus. Der Weltmeister von 2007 weiß, dass er sich auf den talentierten U 21-Auswahlspieler verlassen kann und freut sich über dessen Entwicklung: „‘Koko‘ ist ein Arbeiter, bei dem man die Fortschritte sieht. Besonders im Zusammenspiel mit der Abwehr hat er sich verbessert und bei Würfen aus dem Rückraum ist er effizienter geworden.”

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