Handball HBW stoppt Abwärtsspirale

Der Erfolg gegen Dessau-Roßlau hat beim HBW Balingen-Weilstetten Mut gemacht. Beim ThSV Eisenach streben die „Gallier von der Alb“ nun auch wieder einen Auswärtserfolg an.
Der Erfolg gegen Dessau-Roßlau hat beim HBW Balingen-Weilstetten Mut gemacht. Beim ThSV Eisenach streben die „Gallier von der Alb“ nun auch wieder einen Auswärtserfolg an. © Foto: Moschkon
Balingen / Marcus Arndt 09.03.2018
Mit drei Siegen aus vier Spielen stoppten die Schwaben die Abwärtsspirale in Liga zwei.

Das Duell am Samstag der beiden Ex-Erstligisten in Eisenach (19 Uhr) wird kein Selbstläufer für das Team von Trainer Jens Bürkle, der vor den Thüringern warnt: „Ein unberechenbarer und unbequemer Gegner.“

Der schwebt in akuter Abstiegs-gefahr, liegt nach dem glücklichen 25:24-Sieg in Wilhelmshaven aber wieder in Schlagdistanz zum Tabellen-16. HSG Konstanz. Im Kellerduell beim WHV lagen die Wartburgstädter – wie der HBW gegen den Dessau-Roßlauer HV – mit vier Toren zurück (15:19/44.). In der Schlussviertelstunde schaffte Eisenach die Ergebniswende. „Auch eine kuriose Partie“, erklärt der Balinger Kommandogeber. Der hat nicht nur die finale Spielszene mehrfach angeschaut. Die Norddeutschen gingen im Finish volles Risiko. Beim Stand von 24:24, im Ballbesitz, aber in Unterzahl, und noch verbleibenden 21 Sekunden Spielzeit, nahmen die Jadestädter ihren Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Parkett. Den Wurf des sechsfachen Torschützen Tobias Schwolow hielt ThSV-Keeper Jan-Steffen Redwitz unorthodox. Der Abpraller landete bei Adrian Wöhler, der das Leder im Wilhelmshavener Kasten zum 25:24 versenkte. „Wir sind nicht wie in der Vorwoche (20:30 gegen Konstanz, Anm. d. Red.) eingebrochen. Jeder hat für den anderen über 60 Minuten gekämpft. Ich bin stolz auf diese Truppe“, sagt Eisenachs Coach Arne Kühr erleichtert, nachdem die Ostdeutschen nur noch zwei Zähler Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz haben.

„Diese Mannschaft tritt völlig unterschiedlich auf“, urteilt Bürkle und verweist auf die jüngsten Auswärtssiege der Lutherstädter bei den Wölfen aus Rimpar (Endstand: 22:24) und in Wilhelmshaven. In der Werner-Aßmann-Halle sind die Thüringer jedoch seit November 2017 sieglos. „Eine gewisse Verunsicherung“, hat der Sportwissenschaftler beim Tabellen-18. ausgemacht, „der Druck ist schon enorm groß. Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, so einen Negativtrend zu stoppen.“ Das ist den Schwaben jedoch gelungen – auch wenn die Leistungen doch schwankend waren. Gegen den DRHV drehte der HBW mit einem 10:2-Lauf in der Schlussviertelstunde einen Rückstand und bleibt nach dem 23:19-Erfolg in der erweiterten Spitzengruppe. „Wir wollen uns in der Tabelle weiter verbessern und werden gegen Eisenach alles reinwerfen“, betont Bürkle, der gegen die Biber „kein schlechtes Spiel“ seiner Mannschaft sah. Im Gegenteil. „Wir spielen in der ersten Halbzeit richtig, richtig gut, verwerfen elf Freie vom Kreis. Das ist natürlich viel zu viel“, so der frühere Bundesliga-Spieler weiter, der erneut eine starke Defensivleistung der „Gallier von der Alb“ ausmachte. „Die Abwehr war 45 Minuten lang top“, meint der 37-Jährige. Allein nach der Pause pennten die Schwaben, „und haben sich selbst eine kritische Situation gebracht“, wie es der A-Lizenzinhaber formulierte.

Jetzt am Samstag reist der HBW zum ThSV. „Wir wollen einfach einmal austesten, welche Strecken am Spieltag im Bereich des Machbaren liegen“, verrät der Balinger Trainer, „und wir vernünftig vertragen.“ Kurzfristig wird sich der Einsatz von Keeper Marouen Maggaiz entscheiden, der zu Wochenbeginn krank fehlte. Auch Matthias Flohr (ebenfalls krank) pausierte in den ersten Übungseinheiten, stieß in der taktischen Vorbereitung aber zur Mannschaft. Christoph Foth klagte über Schmerzen im Ellenbogen, dürfte aber am Samstag unter der Wartburg am Ball sein.