Handball HBW siegt mit 36:29 in Wilhelmshaven

Sechs Treffer erzielte Tim Nothdurft am Samstag beim Wilhelmshavener HV, machte 37 Sekunden vor dem Abpfiff den 36:29-Erfolg des HBW Balingen-Weilstetten perfekt.
Sechs Treffer erzielte Tim Nothdurft am Samstag beim Wilhelmshavener HV, machte 37 Sekunden vor dem Abpfiff den 36:29-Erfolg des HBW Balingen-Weilstetten perfekt. © Foto: Eibner
Balingen / Martin Münzberger 19.11.2018
Mit starkem Tempospiel überrannte der Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten am Samstag den Wilhelmshavener HV.

Der Auftritt begeisterte. Vor 1100 Zuschauern setzte sich der HBW Balingen-Weilstetten mit 36:29 (18:11) souverän gegen den Wilhelmshavener HV durch. Damit bleiben die „Gallier von der Alb“ auf Rang drei.

„Das war schon extrem gut“, stellte Trainer Jens Bürkle breit lächelnd fest, während die mitgereisten Fans das HBW-Team zu einem weiteren Tänzchen in der Halle animierten. Den Saisonbestwert von 13 Gegenstoßtoren hatte der HBW-Coach notiert, dazu eine Defensivleistung gesehen, die – anfangs mit dem stoisch, unüberwindlichen Innenblock um Romas Kirveliavicius und Marcel Niemeyer – schlicht erstligareif war. „Angriff und Gegenstoßverhalten haben mir sehr gut gefallen. Und was Lars Friedrich gemacht hat – einfach traumhaft. Sieben Tore, nur ein Fehlwurf und ein technischer Fehler. Dazu so etwas wie ein zweiter Spielmacher auf dem Feld. Ein ganz starkes Spiel von ihm“, lobte Bürkle.

Doch damit war der Rückraumrechte anfangs nicht alleine. Denn auch Kirveliavicius feuerte aus allen Lagen und sorgte dafür, dass sich die Gäste nach dem 4:4 nach vier Minuten auf 11:6 (17. Minute) absetzen konnten. WHV-Trainer Christian Köhrmann hatte da bereits seine erste Auszeit genommen und sein Personal gleich auf vier Positionen ausgetauscht. An den eindeutigen Kräfteverhältnissen auf der Platte änderte das aber nichts, auch wenn die Gäste Pech hatten und den für Martin Strobel eingewechselten Diogo Oliveira wieder vom Feld nehmen mussten, weil der nach seinem kabinettstückreifen Unterarmwurf-Treffer zum 13:7 (20.) umgeknickt war.

Apropos Verletzungen: HBW-Kreisläufer Niemeyer spielte – nach einer Platzwunde über der Augenbraue aus dem Training – mit einem Dieter-Hoeneß-Gedächtnisturban. „Nicht meine erste Wahl, aber zweckmäßig“, befand der 25-Jährige. Und das sorgte offensichtlich für ein paar Körner extra. Defensiv ein Bollwerk, an dem WHV-Kreisläufer Duncan Postel lange abprallte wie eine Nordseewelle an der Mole, bestach der Ex-Eisenacher auch als Alleinunterhalter am WHV-Kreis. Kam der Ball zu Niemeyer gab es entweder ein Tor oder einen Siebenmeterpfiff. Und auch „Manni“ war mit dem HBW-Auftritt zufrieden: „Wir haben die Aufgabe sehr seriös gelöst und unter dem Strich nie etwas anbrennen lassen. Wenn wir dieses Tempospiel durchziehen, wird es einfach ganz schwierig, gegen uns zu gewinnen.“

Genau an diesem Punkt ließe sich vielleicht der einzige minimale Schönheitsfehler am engagierten HBW-Auftritt nach zwölfstündiger Fahrt in den Norden formulieren: Denn das hohe Niveau des ersten Durchgangs und die zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Führungen beim 24:14 (37.) und 30:20 (49.) konnten die Gäste nicht ganz halten. Das lag vielleicht daran, dass HBW-Coach Bürkle Oddur Gretarsson weitgehend nur bei Siebenmetern aufs Feld schickte und auch sonst diverse Wechsel vornahm. Sicherlich aber auch daran, dass im Gefühl des sicheren Sieges nicht mehr so konsequent aufs Gaspedal gedrückt wurde und hinten manchmal ein Schritt fehlte. Doch an diesem Punkt ließ Bürkle Milde walten. „In der Abwehr haben wir in der zweiten Halbzeit ein bisschen nachgelassen. Und die Wechsel? Wir sind in der glücklichen Lage, das zu können. Das unterscheidet uns von anderen Teams.“

Ein Unterschied auch zu anderen Mannschaften, die in der Nordfrost-Arena gastierten: Bürk-le hatte seine Truppe optimal vorbereitet. Der beste WHV-Torschütze Tobias Schwolow traf nur dreimal – das erste Mal erst nach fast 39 Minuten. Alles im Lot also vor den Topspielen gegen Coburg und in Essen? Niemeyer grummelte noch ein wenig beim Blick auf das 18:18 in der zweiten Halbzeit. „Das war unnötig.“

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