Handball HBW schlägt Spitzenreiter Coburg

Zehnmal netzte Oddur Gretarsson im Zweitliga-Gipfel gegen Primus HSC Coburg. Mit 31:26 setzten sich die Schwaben in der „Hölle Süd“ durch – und haben saisonübergreifend 15 Heimspiele in Serie gewonnen.
Zehnmal netzte Oddur Gretarsson im Zweitliga-Gipfel gegen Primus HSC Coburg. Mit 31:26 setzten sich die Schwaben in der „Hölle Süd“ durch – und haben saisonübergreifend 15 Heimspiele in Serie gewonnen. © Foto: Moschkon
Balingen / Marcus Arndt 26.11.2018
Die HBW-Heimserie hält. Im Duell der beiden Ex-Erstligisten setzten sich die Balinger in der ausverkauften „Hölle Süd“ mit 31:26 durch.

Just gegen die Schwarz-Gelben starten die nun zweitplatzierten „Gallier von der Alb“ vor neun Monaten ihre imposante Heimserie – und haben nun saisonübergreifend 15 Spiele in Folge in der Balinger SparkassenArena gewonnen.

„Eine unglaubliche Bilanz“, urteilte Jona Schoch nach dem überzeugenden Erfolg im Ligagipfel. „Wir hatten einige kritische Phasen“, räumte der sechsfache HBW-Torschütze unumwunden ein, „aber Jonas hat in den letzten zehn Minuten den Kasten zugenagelt.“ Balingens Keeper Jonas Baumeister blieb bescheiden und drückte kräftig auf die Euphoriebremse: „Es ist nicht mehr als ein Sieg, aber es gibt ein gutes Gefühl. . .“

Gegen den ersatzgeschwächten Primus beorderte Bürkle seine arrivierten Akteure auf die Platte – mit Kapitän Martin Strobel in der Mitte, flankiert von Romas Kirveliavicius und Lars Friedrich auf den Halbpositionen. Das erste Ausrufezeichen setzte allerdings Keeper Tomas Mrkva, der sich eine Freie von Felix Sproß fischte. Und das Topspiel nahm gleich richtig Fahrt auf: mit tempoharten Schwaben und cleveren Franken. Die schafften nach einem 2:4-Rückstand den Ausgleich (4:4/ 5.), bekamen nach einer klasse Kul-hanek-Parade den Anpraller aber nicht zu fassen. Marcel Niemeyer war nicht zu bremsen, versenkte die Kugel zum 5:4 (6. Minute).

Die Schwarz-Gelben blieben in der Folge offensiv blass – und Jan Gorr zückte früh die grüne Karte. Erfolgreich justierte der 40-jährige Coach nach. Nach fünf torlosen Minuten der Vestestädter brachte Pontus Zettermann den HSC beim 7:9 wieder heran (13.). Pech für den Kreisstadt-Klub, dass Kirveliavicius nur den Pfosten traf und Oddur Gretarsson an Konstantin Pol-trum (ab 12. Minute für Kulhanek) scheiterte.

Coburg nahm geschickt das Tempo raus, spielte lange, solide Angriffe – und beim 10:10 (18.) war wie gehabt alles offen. Gegen seinen Ex-Klub machte Kirveliavicius mächtig Druck – entscheidend setzten sich die „Gallier von der Alb“ aber in Durchgang eins nicht ab. Schoch netzte, stark bedrängt von zwei Franken, zum 13:11 (23.), Tobias Varvne hielt aus zehn Metern drauf und stellte den Anschluss her. In Überzahl glich der HSC abermals aus. Zur Pause blieb es beim Unentschieden. „16 erzielte Treffer waren echt gut“, fand Gorr, „in der zweiten Halbzeit waren es dann nur noch zehn.“

Nach dem Seitenwechsel waren die Gäste zunächst präsenter auf dem Parkett. Varvne brachte Coburg erstmals in Führung (16:17/ 31.). Den Vorsprung konservierte der HSC (19:20/35.), während die Schwaben schwächelten. Schoch zog die nächste Fahrkarte und die Gorr-Sieben weiter davon: mit 19:21 (37.). Die Partie drohte zu kippen. Bürkle reagierte, wechselte das Personal zwischen den Pfosten. Und Baumeister wurde in dieser kritischen Phase zum Faktor. Mit einem 5:0-Lauf gaben die „Gallier von der Alb“ der Begegnung eine erneute Wende. Es wurde nun hektisch und härter.

Eine Hausmann-Zeitstrafe blieb ohne Konsequenzen für den HBW, der leidenschaftlich verteidigte. Stark erkämpfte sich Niemeyer im Fallen das Spielgerät, passte gedankenschnell auf Gretarsson. Der Isländer veredelte zum 24:21 (43.). Auszeit Coburg. Gorr versuchte es mit den Shootern Prakapenia und Neuhold. Mit Erfolg. Der Ösi-Bomber traf in Zeitnot und nach einem Kontertreffer von Girts Lilienfelds war der HSC erneut dran (24:25/48.).

Nun sah Bürkle dringend Gesprächsbedarf. Doch der nächste Ballverlust folgte und auch Gretarsson zeigte Nerven. Crunchtime in der „Hölle Süd“. Baumeister parierte stark und Kirveliavicius schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe (29:25/54.). Die Entscheidung in einer packenden Partie. „Was wir über 60 Minuten gemacht haben, war mega“, bilanzierte Bürkle zufrieden, „und auch was Coburg gefühlte 50 Minuten gemacht hat, war mega. Es war sportlich auf beiden Seiten auf ganz hohem Niveau mit einem un-fassbaren Tempo.“

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