Es war die erwartet enge Kiste. Gegen die beste Abwehr in der 2. Handball-Bundesliga erarbeitete sich der HBW am Mittwoch zwei wertvolle Zähler. „Wir wussten, dass es uns Schwar-tau schwer machen würde“, sagte Jonas Baumeister.

Der HBW-Keeper atmete nach dem 25:22 (13:10)-Erfolg auf, „weil der VfL alles reingeworfen hat – und wir zu Beginn Probleme hatte.“ Die Norddeutschen machten im finalen Spiel des Jahres noch einmal mächtig Tempo, ließen den Ball schnell laufen und verteidigten gewohnt robust. Der Ex-Balinger Dadi Runarsson führte solide Regie bei Schwartau, welches in den Anfangsminuten knapp vorne lag (1:3/4.).

Auf der Gegenseite fanden die „Gallier von der Alb“ zunächst keine Lösungen, leisteten sich viele Ballverluste. Per Strafwurf stellte Oddur Gretarsson den 2:3-Anschluss her (2:3/7.) – wirklich rund lief es aber nicht. Ganz bitter: In Unterzahl folgte der nächste Balinger Ballverlust und Finn Kretschmer netzte ins leere HBW-Gehäuse. Die Schwaben hielten dagegen, egalisierten nach zwölf Minuten (4:4). Unbeeindruckt konterte der VfL mit einem Runarsson-Doppelpack zum 4:6 (15. Minute). Der Isländer düpierte seine früheren Kollegen mit präzisen Würfen aus der Distanz.

Blass blieb hingegen sein Gegenüber Martin Strobel in Durchgang eins. Der 32-Jährige zog die nächste Fahrkarte und der VfL wieder mit zwei Toren davon. Runarsson wuchtete die Kugel aus neun Metern in den Winkel. Bürkle reagierte, nahm seinen Kapitän von der Platte. Auch sein Konterpart Torge Greve haderte, bat nach dem 8:8 (23.) zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Vergebens. Lukas Saueressig sorgte für die erste HBW-Führung (9:8/24.). Ein Treffer mit Signalwirkung für die Schwaben. Mit einem 3:0-Lauf drehten die Kreisstädter die Partie (12:9/27.) . „Die drei Gegentore vor der Pause brechen uns ein bisschen das Genick“, ärgerte sich der VfL-Coach, „wir haben es danach nicht mehr geschafft, noch einmal auszugleichen.“

Nach der Pause schraubten die Schwaben in Unterzahl das Ergebnis weiter in die Höhe (14:10/ 31.) – noch war in der ausverkauften „Hölle Süd“ aber nichts entschieden. Zumal der HBW vor dem Klockmann-Kasten schwächelte. Der VfL-Torhüter wurde immer mehr zum Faktor, hielt Schwartau im Spiel. Auf der Gegenseite wurde es nach einer frühen zweiten Zeitstrafe gegen Jona Schoch kritisch, doch nach acht torlosen Minuten verwandelte Oddur Gretarsson einen Strafwurf sicher (15:13/38.).

Wichtig, dass die Balinger Routiniers nun vorangingen. Lars Friedrich aus dem Rückraum und erneut Gretarsson mit einem feinen Dreher aus dem Nullwinkel stellten den alten Drei-Tore-Abstand wieder her (17:14/ 40.). Auszeit des VfL. Erfolgreich justierte Greve nach, der trotz vieler Zeitstrafen gegen die Balinger anschließend einräumte: „Das Spiel war nicht so hart, wie es jetzt vielleicht wirkt. . .“ Mit einem 19:16-Vorteil ging der HBW in die letzten Spielminuten 2018 (46.). Wiederum zückte Greve die grüne Karte, mitunter um seinem dezimierten Kader etwas Zeit zum Durchatmen zu geben. Auch die Taktik änderte der VfL-Kommandogeber, der es mit zwei Kreisläufern und sieben Feldspielern versuchte. Vergebens, auch wenn es nach dem 20:23 noch mal eng wurde. Gretarsson machte schließlich den Deckel drauf, jagte das Spielgerät aus sieben Meter unter die Latte (25:21/57.).

„Man hat gesehen wie gut Schwartau spielen kann“, erklärte Bürkle nach dem 25:22 und fügte hinzu: „Wir wollten sie müde kriegen – und als dann ein paar Fehler kamen, haben wir gut zugeschlagen.“ Auch Strobel – nach der Pause unglaublich wichtig für die Schwaben – zog ein positives Fazit: „Wichtig war, dass wir in der ersten Halbzeit noch aus minus zwei plus drei machen und das dann auch aufrecht erhalten – und uns von einer schlechteren Phase nicht aus der Ruhe bringen lassen.“