Handball HBW schlägt Großwallstadt

HBW-Spieler Niklas Diebel bekam gegen Großwallstadt lange Einsatszeiten.
HBW-Spieler Niklas Diebel bekam gegen Großwallstadt lange Einsatszeiten. © Foto: Moschkon
Balingen / Marcus Arndt 26.12.2018
Es war die erwartet klare Angelegenheit. Mit 30:19 hat der HBW am Samstagabend den Aufsteiger TV Großwallstadt von der Platte gefegt.

Die Gäste fanden in Durchgang eins nicht statt, lag bereits nach 24 Minuten mit zehn Toren zurück. Im finalen Heim-Doppelpack des Jahres setzte der Aufstiegsaspirant aus Balingen damit ein echtes Ausrufezeichen, demontierte den Altmeister – und sparte ein paar Körner für den Rückrundenauftakt am zweiten Weihnachtsfeiertag. Der VfL aus Schwartau ist dann ein anderes Kaliber als die Mainfranken, welche am Samstagabend chancenlos waren.

Der HBW – saisonübergreifend nun seit 17 Spielen zu Hause ohne Punktverlust – begann hochkonzentriert, führte nach einem Gretarsson-Siebenmeter sowie einem Tor von Lukas Saueressig schnell mit 2:0. Knapp 180 Sekunden waren gespielt, da legte Lars Friedrich den dritten Balinger Treffer nach. Die Mainfranken fanden hingegen keine Lösungen gegen die Phalanx der „Gallier von der Alb“. Die nächste Fahrkarte der Gäste folgte und die Kreis-städter zogen weiter davon. Aus zehn Metern ließ Saueressig TVG-Keeper Arturs Kugis keine Chance (5:1/6.). Auf der Gegenseite hatte Tomas Mrkva wieder einmal eine Sahnetag, kam auf die herausragende Fangquote von 61,54 Prozent (!).

TVG-Coach Florian Bauer reagierte, bat zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Ohne Erfolg. Vom Kreis verkürzte Dino Corak, doch Romas Kirveliavicius stellte den alten Vier-Tore-Abstand wieder her (6:2/8.). Auch ohne Kapitän Martin Strobel stellten die Schwaben die klar bessere Mannschaft, dominierten den Aufsteiger. Dieser präsentierte sich harmlos, nutzte auch eine frühe Zwei-Minuten-Strafe gegen Marcel Niemeyer nicht. Anders die „Gallier“, die mehr investierten. Gregor Thomann schraubte – fast aus dem Nullwinkel – das Ergebnis weiter in die Höhe.

Nun wurde es richtig bitter für den Aufsteiger. Der nächste Fehlpass folgte und Oddur Gretarsson erhöhte auf 8:2 (11. Minute). Vergebens mühte sich der ehemalige Europapokal-Sieger um Ergebniskosmetik, kam in der Anfangsviertelstunde nur auf magere zwei Treffer. Symptomatisch für den biederen Auftritt der Blau-Weißen: eine Siebenmeter-Niete von Torjäger Michael Spatz (16.) sowie ein Wechselfehler von Lars Spieß, welcher sich früh seine zweite Zeitstrafe einhandelte.

Noch vor dem Seitenwechsel machte es das Team von Trainer Jens Bürkle zweistellig: nach einem 3:0-Lauf zum 13:3 (24.). Zur Pause hieß es 15:5. „Wir können mit der ersten Hälfte wirklich sehr, sehr zufrieden sein“, meint Balingens Routinier Matthias Flohr, „die zweite Hälfte haben wir dann nicht ganz auf diesem Niveau weitergespielt, aber trotzdem den Sieg der zweiten Hälfte erkämpft.“

Nach Wiederanpfiff präsentierte sich Großwallstadt als adäquater Spielpartner für die Schwaben, „war viel unbekümmerter“, wie Flohr beobachtet hat. Der HBW ließ hingegen die letzte Konsequenz vermissen, sparte ein paar Kraftreserven für den Rückrundenstart gegen Verfolger Lübeck-Schwartau. Dennoch blieb der Abstand deutlich: 16:8 (35.) und 22:13 (46.).

HBW-Kommandogeber Jens Bürkle nutzte die klare Führung, um seinen jungen Spielern entsprechende Einsatzzeiten zu geben. „Da ist dann schon etwas ein Bruch reingekommen“, hadert der Sportwissenschaftler etwas damit, dass seine Mannschaft sich zu viele leichte Tore habe „einschenken“ ließ.

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