Handball HBW muss sich Bietigheim geschlagen geben

Gerade in der ersten Spielhälfte hatte der HBW Balingen-Weilstetten (im Bild Martin Strobel) gegen Bietigheim nichts zu melden. Mit einer 26:34-Pleite verabschiedeten sich die „Gallier“ in die Sommerpause.
Gerade in der ersten Spielhälfte hatte der HBW Balingen-Weilstetten (im Bild Martin Strobel) gegen Bietigheim nichts zu melden. Mit einer 26:34-Pleite verabschiedeten sich die „Gallier“ in die Sommerpause. © Foto: Wolf
Balingen / Heinrich Müller 04.06.2018

Im Zweitliga-Derby mussten sich die „Gallier von der Alb“ nach einem deutlichen Pausenrückstand der SG BBM Bietigheim mit 26:34 geschlagen geben.

Im finalen Saisonspiel wollte der HBW Balingen-Weilstetten noch einmal überzeugen. Das gelang gegen die SG BBM Bietigheim aber nicht wirklich. Der künftige Erstligist machte im Derby bereits in Durchgang eins alles klar.

Die „Gallier von der Alb“ beenden nach der 26:34-Niederlage die Saison 2017/18 auf dem fünften Tabellenplatz. Eigentlich hatte der HBW noch Rang vier anvisiert, dafür wäre aber ein Sieg gegen Bietigheim nötig gewesen. Doch daraus wurde nichts. Von Anfang zeigten die Bietigheimer ihre gefürchtete Heimstärke und warum sie in der kommenden Saison zu Recht in der 1. Liga spielen werden. Bereits kurz nach dem Anpfiff zeichnete es sich ab, in welche Richtung das letzte Saisonspiel wohl laufen wird. „Die gehen ein unfassbares Tempo“, warnte HBW-Coach Jens Bürkle noch vor dem Spiel – und spätestens nach fünf Minuten wusste jeder, was er damit meinte. Fehlversuche und Ballverluste wurden gnadenlos bestraft und die Balinger lagen schnell mit 1:4 im Rückstand (4. Minute).

Christoph Foth verkürzte anschließend zwar noch auf 2:4 – näher als auf zwei Tore kamen die „Gallier“ allerdings nicht heran. Auch eine Zeitstrafe gegen Gerdas Babarskas konnten die Eyachstädter nicht entscheidend nutzen (8:6/11.). Und kaum waren die Bietigheimer wieder komplett, sorgten sie für deutlichere Verhältnisse auf der Platte. Nach dem 9:6 durch den Ex-Balinger Robin Haller sah es zwar noch gar nicht so übel aus, ein 3:0-Lauf seiner Kollegen brachte der SG allerdings schnell einen Vorsprung von sechs Toren (12:6/16.). Jannik Hausmann beendete die vierminütige Torflaute der Gäste, doch Bietigheim war nun auf Kurs. Nach dem 13:7 in der 18. Spielminute versuchte Bürkle mit einer Auszeit, den Lauf der Hausherren zu durchbrechen, hatte damit aber wenig Erfolg. Einmal Fahrt aufgenommen, ließ sich der Bietigheimer Express nicht mehr aufhalten.

Nach dem 14:8 folgte aufseiten der „Gallier“ zudem die nächste Torflaute, die SG nutzte dies zum erneuten 4:0-Lauf, beim 18:8 machte es Max Emanuel erstmals zweistellig (22.). Der Treffer von Valentin Spohn brachte wenig Entlastung, stattdessen folgten zum dritten Mal vier Tore in Folge für die Hausherren. Tim Nothdurft sorgte schließlich für den Halbzeitstand von 10:22. Zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung bereits gefallen. „Wir haben in der ersten Halbzeit acht Kontertore kassiert“, klagte Bürkle, „hatten zudem auf der Torhüter-Position nur zwei gehaltene Bälle.“ Zu wenig, um gegen den künftigen Erstligisten zu bestehen.

Dennoch zeigte Balingen-Weilstetten Moral und kam kämpferisch aus der Kabine zurück. Zumindest Ergebniskorrektur sollte in der zweiten Spielhälfte noch gelingen. Bürkle setzte zudem vermehrt auf den siebten Feldspieler. „So haben wir sie dann besser in den Griff bekommen“, freute sich der Balinger Kommandogeber. Nach dem 24:12 nutzten Nothdurft und Jona Schoch die Chance, verringerten die Differenz mit zwei schnellen Treffern immerhin auf zehn Tore (24:14/35.). Bei diesem Abstand blieb es dann lange Zeit auch. Doch während abseits der Platte die SG-Fans bereits in die Aufstiegsparty starteten, hielt Balingen-Weilstetten die Konzentration hoch. Nach 49 Minuten wechselte Bürkle beim Stand von 32:20 erneut Jonas Baumeister für Tomas Mrkva ein – und der musste nur noch zwei Gegentore einstecken. Mit einem 3:0-Lauf verringerten seine Vorderleute den Rückstand auf 33:24 (56.) und am Ende fiel die Niederlage der „Gallier mit 26:34 beinahe noch versöhnlich aus. „Die zweite Spielhälfte war insgesamt vernünftig. Wir haben da auch im Angriff besser gespielt“, bilanzierte Bürkle. Der Traum von Rang vier war aber trotzdem geplatzt.

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