Handball HBW klettert in der Tabelle nach oben

Die Pflichtaufgabe erfüllt hat der HBW Balingen-Weilstetten in Eisenach. Gegen das Kellerkind erkämpften die Schwaben mit 31:30 beide Zähler und kletterten in der Tabelle etwas nach oben.
Die Pflichtaufgabe erfüllt hat der HBW Balingen-Weilstetten in Eisenach. Gegen das Kellerkind erkämpften die Schwaben mit 31:30 beide Zähler und kletterten in der Tabelle etwas nach oben. © Foto: Moschkon
Balingen / Thomas Levknecht 12.03.2018
Im Unterhaus verbuchte der HBW einen knappen Start-Ziel-Sieg in Eisenach.

Einen kleinen Schritt nach vorne machte Balingen-Weilstetten durch den Erfolg unter der Wartburg. Die „Gallier von der Alb“ belegen im Zweitliga-Klassement nun Rang acht, Eisenach steckt weiter mitten im Abstiegskampf.

Eine beiderseits rasante Angriffsleistung erlebten die über 1500 Zuschauer. Bei den Schwaben überragte der treffsichere Jona Schoch (9 Tore). Nach frühzeitiger zweiter Zeitstrafe kam er unbeschadet über die Ziellinie. In Routinier Martin Strobel hatte der HBW einen stets mit kühlem Kopf und Übersicht agierenden Spielgestalter. „Ein Lob an unseren jungen Linksaußen Tim Nothdurft“, vermerkte ein aufgekratzter Jens Bürkle, welcher ein dickes Kompliment auch an Eisenachs Kreisspieler Marcel Niemeyer verteilte. Dieser war kaum zu stellen, markierte sechs Treffer und konnte mehrfach nur auf Kosten von Strafwürfen gestoppt werden. Das wohl entscheidende kleine Plus verzeichneten die Gäste in der Abwehr, im Zusammenspiel zwischen Deckung und Torhüter. Tomas Mrkva parierte elf Bälle, als „Sahnehäubchen“ wehrte Jonas Baumeister aus dem Perspektivteam zwei Siebenmeter von Alexander Saul ab. Nur beim Stand von 25:26 drohte der Ausgleichstreffer. Gegen den allein heranstürmenden Adrian Wöhler blieb Mrkva dann aber mit spektakulärer Reaktion Sieger (48. Minute).

Die Balinger gaben von Beginn die Richtung vor. Nothdurft von Linksaußen und Shooter Schoch – in Unterzahl aus der Distanz – trafen zum 0:2 (4.). Nahezu ohne Körperkontakt zogen die HBW-Rückraumspieler ab. Die Eisenacher Schlussleute Jan-Steffen Redwitz und Stanislaw Gorobtschuk (ab 11.) hatten stets das Nachsehen. Schoch schmetterte im Doppelpack zum 6:11 (22.) ein. Die Thüringer, aufgrund ihrer Verletztenmisere (unter anderem ohne Matthias Gerlich und Daniel Luther, Anm. d. Red.) mit nur minimalen personellen Alternativen im Rückraum, fanden dort in der Besetzung mit Ibai Meoki, Marcel Schliedermann und Saul aber zu kreativem Angriffsspiel. Aus 43 Würfen resultierten 30 Treffer. Keine schlechte Quote! Saul verwandelte außerdem (zunächst) alle Strafwürfe für die Hausherren. Beim 10:12 (18.) waren die Eisenacher auf Tuchfühlung. Mit personellen Wechseln – Lukas Saueressig und Matthias Flohr kamen – antworten die Schwaben zum 11:15 (23.). Mit einer Willensleistung markierte Saueressig den Treffer zum 16:19-Pausenstand.

Wieder mit „Maestro Martin Strobel“ gingen die Gäste in den zweiten Abschnitt. Angriffspower war beidseits Trumpf. „Wir haben trotz der Rückstände an uns geglaubt“, betonte Eisenachs Coach Arne Kühr. Der Ausgleich fiel aber nicht. Im Angriff lief der Motor auf Hochtouren, in der Abwehr stotterte er. Das nutzten die Gäste – zum 21:24 durch Tim Nothdurft (40.). Die Ostdeutschen antworteten mit ihrer neuen Mentalität: Einer Kombination über Niemeyer, Saul und Schliedermann entsprang der Anschlusstreffer zum 24:25 (45.). Der Sieg der Gäste wackelte gegen alles investierende Eisenacher. Deren Kräfteverschleiß wurde allerdings in dem einen anderen Technik- und Regelfehler sichtbar. Der bis dato alle sechs Strafwürfe verwandelnde Saul scheiterte doppelt am eigens eingewechselten Jonas Baumeister. Christoph Foth traf zum 27:30 (56.). Eine Vorentscheidung? Noch nicht. Der junge Marcel Popa fasste sich ein Herz, traf im Doppelpack zum 30:31. Da waren noch 36 Sekunden zu spielen. Bürkle griff 13 Sekunden vor Ultimo zur grünen Karte. Den Balinger Ball parierte Redwitz. Zu einem zielführenden Gegenstoß reichte die Zeit für die Hausherren nicht mehr. Die Gäste tanzten auf dem Parkett, jubelten über den knappen Sieg.

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