Handball HBW fordert zwei Zähler

Zu früh gefreut: Nach dem Sieg gegen Coburg gingen die Schwaben mit hohen Erwartungen in die Partie in Dresden. Dort folgte allerdings der nächste Rückschlag.
Zu früh gefreut: Nach dem Sieg gegen Coburg gingen die Schwaben mit hohen Erwartungen in die Partie in Dresden. Dort folgte allerdings der nächste Rückschlag. © Foto: Moschkon
Balingen / Marcus Arndt 02.03.2018
Die Pleite in Dresden wirkt beim HBW nach. „Unnötig, aber den Umständen entsprechend“, fasst Jens Bürkle zusammen.

Gegen den Tabellennachbarn aus Dessau-Roßlau fordert der Balinger Trainer einen Sieg, „für das eigene Gemüt und das Klassement.“ Die Biber blieben bislang blass, sind in der Rückrunde noch ohne Zählbares.

Das Duell mit dem Ost-Klub (Samstag, 19 Uhr, Sparkassen-Arena) wird dennoch kein Selbstläufer für die Schwaben, die am Sonntag eine bittere Niederlage in Dresden kassierten. Nach Spielende haderte der 37-Jährige, „weil nicht alle geliefert haben“, wie es der Sportwissenschaftler formuliert, „und einige Dinge unglücklich gelaufen sind.“ Strittige Schiedsrichterentscheidungen sowie Fehler und Ballverluste der „Gallier von der Alb“ brachten nach dem Seitenwechsel die Ergebniswende. „Ich bin schon verärgert wie das Spiel gelaufen ist, aber wir sind trotzdem selbst schuld“, war der frühere Bundesliga-Spieler mit dem Verlauf der zweiten Hälfte nicht einverstanden. Dass es in diesem Durchgang nicht rund lief, hatte mehrere Gründe. „Nach der Top-Leistung gegen Coburg am Freitag hatten wir nicht genügend Substanz“, erklärt Bürkle. Der hatte ohnehin kaum Alternativen auf der Bank. Drei Rückraumspieler (Stegefelt, Spohn, Schönningsen) fielen aus – und bereits nach fünf Minuten war auch noch Kapitän Martin Strobel angeschlagen. Der Europameister von 2016 musste in der Anfangsphase einen Pferdekuss „fressen“ und spielte nur noch sporadisch.

„Am Ende war das Ergebnis den Umständen entsprechend“, so Bürkle weiter, welcher in der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den DRHV zu Wochenbeginn zum Improvisieren gezwungen. Sechs Akteure mussten zu Wochenbeginn verletzt oder krank passen. „Wir haben die beiden Begegnungen dennoch videotechnisch noch einmal aufgearbeitet“, nimmt Bürkle den Gesprächsfaden wieder auf, „und uns in Kleingruppen mit dem Gegner beschäftigt.“ Der verfügt über eine unglaublich aggressive Truppe, kommt über eine sehr robuste 6:0-Abwehr. Nach einer starken Hinrunde blieben die Biber in der zweiten Halbserie bislang blass, mussten fünf – teilweise recht klare – Niederlagen in Folge hinnehmen. Nach der knappen Auswärtspleite am Freitagabend beim VfL Lübeck-Schwartau (Endstand: 23:26) unterlag der Tabellenneunte zu Hause dem Wilhelmshavener HV deutlich mit 26:33. „Nach der Pause haben wir die Nerven verloren und hatten keine Geduld, als wir in Rückstand geraten sind“, blickt DRHV-Übungsleiter Uwe Jungandreas zurück. So kippte die Partie – und nach einem 20:20 in der 43. Minute zog der WHV davon. „Das ist Verunsicherung pur. Uns fehlt das Selbstbewusstsein aus der Hinserie“, meint der 56-Jährige, „wir müssen jetzt sehen, dass wir wieder zurück in die Spur finden.“

Im Hinspiel erkämpfte sich der DRHV ein 28:28 gegen den Bundesliga-Absteiger. Ein Punkt ist Bürkle zu wenig. „Wir müssen gewinnen“, betont er und fügt hinzu: „Wir wollen uns auch in der Tabelle verbessern.“ Unverkennbar ist der Aufwärtstrend des HBW in den vergangenen Wochen, allerdings plagen die Schwaben nun personelle Probleme. Neben dem Langzeitverletzten Markus Stegefelt fällt Valentin Spohn weiter aus. Anfang der Woche fehlten Matthias Flohr, Christoph Foth und Simen Schönningsen (alle krank), Strobel trainierte dosiert. „Wir können mit der Situation umgehen“, so Bürkle, „haben Alternativen im Perspektivteam.“