Handball HBW darf Gegner nicht unterschätzen

Die Zeit der Vorbereitung ist vorbei. Am Samstag steht für den HBW Balingen-Weilstetten im DHB-Pokal das erste Pflichtspiel auf dem Programm.
Die Zeit der Vorbereitung ist vorbei. Am Samstag steht für den HBW Balingen-Weilstetten im DHB-Pokal das erste Pflichtspiel auf dem Programm. © Foto: Eibner
Balingen / Marcus Arndt 17.08.2018
Im Erstrundenspiel um den DHB-Pokal trifft der HBW am Samstag auf die klassentiefere TSG Haßloch.

Pflichtspielauftakt für den Balinger Zweitligisten. Im Erstrundenspiel um den DHB-Pokal trifft das Team von Trainer Jens Bürkle am Samstag auf die klassentiefere TSG Haßloch. Bei einem Sieg wartet Altmeister Frisch Auf Göppingen oder die HSG Konstanz auf die „Gallier von der Alb“.

Von einem Pflichtsieg mag der HBW-Coach nicht sprechen, sagt aber nicht ohne Nachdruck: „Wir wollen natürlich gewinnen und uns das Derby gegen Göppingen oder Konstanz am Sonntag erspielen.“

Die beiden finalen Tests vor dem Saisonstart hat der ehemalige Erstligist zuletzt souverän gewonnen: gegen Sélestat AHB (Endstand: 32:27) und EHF-Cupteilnehmer Alpla HC Hard (27:18). „Das war schon sehr vernünftig von uns“, sagt der Sportwissenschaftler, gesteht aber ein: „Hard war nicht der Gradmesser, den wir uns erwartet hatten.“ Dennoch zieht der 37-Jährige insgesamt ein positives Fazit: „Man muss Hard erst einmal bei 18 Gegentoren halten.“ Ohne Zweifel funktioniert die neu formierte HBW-Abwehr bereits sehr, sehr gut – verteidigt im Sechs-gegen-Sechs unglaublich stark. Intensiv hat der frühere Kreisläufer der „Gallier von der Alb“ in den vergangenen Tagen am Konter- und Rückzugsverhalten seiner Mannschaft gearbeitet. „Das hat ganz gut funktioniert“, so Bürkle weiter, „nun müssen wir diese Leistung auch in den Pflichtspielen zeigen.“

Gegen den Drittligisten TSG Haßloch geht der Fusionsklub aus Balingen und Weilstetten am Samstag in der ersten Runde des DHB-Pokals auf die Platte (17.30 Uhr, Lindach-Sporthalle in Weilheim/Teck). „Als klarer Favorit“, betont der HBW-Kommandogeber, „aber wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen.“ Der spielt sehr solide, hat einige unkonventionelle Varianten in petto. In der Vorbereitung präsentierte sich Haßloch bei zwei erfolgreichen Turnierteilnahmen bereits recht gut eingespielt. Gecoacht werden die Bären – wie sich die Handballer aus der Metropolregion Rhein-Neckar nennen – von Tobias Job. Der Sohn von Trainerlegende Wilfried Job steht seit zwei Jahren an der Seitenlinie der Kurpfälzer und hat mit dem ehemaligen Balinger Kreisläufer Stefan Job auch einen seiner zwei Brüder in der eigenen Mannschaft. Diese ist trotz einiger Rochaden im Sommer gut aufgestellt – verfügt mit den spielstarken Dennis Götz und Oliver Zeller sowie dem Letten Elvijs Borodovskis im rechten Rückraum über herausragende Einzelspieler. „Das ist keine schlechte Mannschaft“, urteilt Bürkle, „aber wir wollen ins Finale – und dafür müssen wir einen klassentieferen Kontrahenten schlagen.“

Mögliche Gegner im Finale sind Altmeister Frisch Auf Göppingen oder die HSG Konstanz, welche in der schwäbischen Zähringerstadt am Abend gefordert sind (20 Uhr). Die Sieger der beiden Begegnungen kämpfen schließlich am Sonntagnachmittag (17.30 Uhr) um den Einzug ins Pokalachtelfinale. Bei gemeinsamen Turnierteilnahmen hat Bürkle den Bundesligisten vom Hohenstaufen bereits mehrfach beobachtet. Es sei schon die Handschrift von Hartmut Mayerhoffer zu erkennen, sagt der HBW-Übungsleiter. Er fügt hinzu: „Die Konterbereitschaft von Frisch Auf ist unglaublich. Allerdings braucht die Mannschaft noch ein bisschen, um alle Ideen von Hartmut umzusetzen.“ Im Sommer hat der Bietigheimer Meistermacher in Göppingen die Nachfolge von Dr. Rolf Brack angetreten. Nach einer desaströsen Saison mit zwei Trainerentlassungen, nur Rang zehn in der Liga und ohne Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb soll der 48-jährige Augsburger die Trendwende schaffen. „Ich gehe unvoreingenommen an die neue Aufgabe heran“, betont Mayerhoffer, „denn was war, kann ich nicht mehr beeinflussen.“ Doch der neue Frisch Auf-Taktgeber kennt die Branche ganz genau – und weiß, dass er Ergebnisse liefern muss. Und das bereits im Pokal gegen die klassentieferen Kontrahenten.

In der kommenden Woche startet der Balinger Handball-Zweitligist dann in die Punkterunde.

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