Handball HBW besiegt Hamm mit 26:23

Mit harten Bandagen kämpften die Teams am Samstag in der Sparkassen-Arena – mit dem besseren Ende für Balingen-Weilstetten. Der HBW (im Bild Jona Schoch) setzte sich mit 26:23 gegen Hamm-Westfalen durch.
Mit harten Bandagen kämpften die Teams am Samstag in der Sparkassen-Arena – mit dem besseren Ende für Balingen-Weilstetten. Der HBW (im Bild Jona Schoch) setzte sich mit 26:23 gegen Hamm-Westfalen durch. © Foto: Moschkon
Balingen / Marcus Arndt 03.04.2018
Nach der Blamage in Saarlouis hat sich der HBW rehabilitiert, besiegte den kriselnden Tabellennachbarn aus Hamm mit 26:23.

Die Erleichterung war bei den „Galliern von der Alb“ spürbar. Erst die Pleite im Saarland sowie einige recht unpopuläre Personalentscheidungen. Der Heimerfolg über Hamm bringt etwas Ruhe – mehr nicht.

„48 Minuten lang haben wir tollen Handball gespielt“, bilanziert HBW-Coach Jens Bürkle und fügt hinzu: „Wir hatten gute Torhüter, die nach drei Minuten schon gefühlt mehr Paraden hatten als im gesamten Spiel in der Vorwoche. Aber dann verlieren wir den Faden – und es wird ganz schnell eng.“ Nach einem deutlichen Rückstand kamen die Westfalen noch einmal auf 23:24 in der 56. Minute heran, doch Oddur Gretarsson sorgte per Siebenmeter für die Entscheidung. „Da war dann der Deckel drauf, auch moralisch“, meint der Sportwissenschaftler, „die Mannschaft hat insgesamt gut gekämpft ...“

Das war gegen den robusten Kontrahenten auch nötig. Im Verfolgerduell taten sich beide Teams in den Anfangsminuten schwer, wirkten fahrig und unkonzentriert in ihren Offensivaktionen. Nach der Gästeführung sorgte Tobias Wagner aus der Nahdistanz für den zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe Fabian Huesmann per Strafwurf wieder vorlegte (1:2/3.). In Unterzahl egalisierte Gretarsson zum 2:2 (3. Minute), doch zunächst konservierte der ASV den knappen Vorteil. Am Kreis arbeitete Jan Brosch unermüdlich, sorgte für Räume für den Rückraum. Auf der Gegenseite teilte Markus Fuchs kräftig aus – ohne Konsequenzen für den Abwehrchef des ASV.

Die „Gallier von der Alb“ fanden weiter keine Mittel gegen die ebenso kompakte wie kompromisslose Defensivabteilung der Gäste, blieben nach einem Thomann-Treffer aber zumindest in Schlagdistanz (5:6/13.). Martin Strobel sorgte nach 17 Minuten für die erste Balinger Führung, netzte aus neun Metern zum 8:7 (17.). Markant setzte sich jedoch auch in der Folge keiner ab und nach dem 11:11 durch Valentin Spohn sah Hamms Coach Kay Rothenpieler Gesprächsbedarf (24.), bat seine Truppe zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Ohne Erfolg. Der ASV fand im Angriff nicht mehr statt. Anders der Bundesliga-Absteiger aus Balingen, welcher zur Pause mit 13:11 führte.

Nach Wiederanpfiff schraubte Gretarsson das Ergebnis weiter in die Höhe, verwandelte einen Siebenmeter im Nachwurf zum 14:11 (31.). Gregor Thomann gelang nur Sekunden später der Treffer zum 15:11. Rothenpieler zückte erneut die grüne Karte. Nicht grundlos, schließlich traf sein Team seit über acht Minuten nicht mehr. Der nächste ASV-Angriff verpuffte ebenfalls, doch auch der HBW war in der Offensive nicht effektiv genug. Es folgte die stärkste Phase der Schwaben, welche konsequent verteidigten, aber vorne zu viele Chance liegen ließen. Dennoch: Nach 42 Minuten lagen die „Gallier von der Alb“ nach einem Spohn-Kracher mit 19:13 vorne (42.). Auszeit des ASV. Vergebens. Der HBW behauptete vorerst den Sechs-Tore-Vorteil (21:15/44.).

In der finalen Spielphase wurde es nach einer doppelten Zeitstrafe gegen die Balinger noch einmal eng. Simen Schönningsen und Strobel hielten den ASV vorerst auf Distanz. Der investierte nun mehr, machte richtig Druck. Tim Nothdurft erzielte den 24. Balinger Treffer, doch Christoph Neuhold hielt die Westfalen im Spiel, verkürzte sieben Minuten vor dem Ende zum 21:24. Bürkle reagierte, nahm die Auszeit. Die verpuffte. Der Ösi-Bomber erzielte das 22:24 (54.), während die Gastgeber Nerven zeigten. Der nächste Ballverlust folgte – und beim 24:23 war der ASV wieder dran (56.). Die erneute Ergebniswende blieb aber aus. „Die Fehler kurz vor Ende dürfen in dieser Vielzahl nicht passieren, zum Glück ging es gut“, urteilt HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel, der nach dem vierten Heimsieg in Serie ein positives Fazit zog: „Wir waren heiß und emotional, das war die Basis.“