„Die Niederlage war auch in der Höhe verdient. Wir hatten Glück, dass sie nicht noch deutlicher ausgefallen ist“, meinte HBW-Kommandogeber Jens Bürkle nach dem Duell mit seinem ehemaligen Arbeitgeber. „Wir wollten Morten Olsen ausbremsen, aber dann ging alles zu schnell. Innerhalb von drei Minuten war das Spiel kaputt.“

Vor der Partie stand Bürkles Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte im Blickpunkt: „Ich bin hier freundlich begrüßt worden.“ Mit Beginn der Partie waren dann aber für 60 Minuten alle alten Freundschaften vergessen.

Ordentlicher Start

Dabei hatte der Balinger Kommandogeber gleich erst einmal Grund, sich zu freuen. Tim Nothdurft brachte die Schwaben zunächst in Front und nach dem Ausgleich von Hannovers Spielmacher Morten Olsen sorgte Vladan Lipovina für die zweite Führung der Gäste zum 2:1.

Bitter: Wenig später trafen Nothdurft und Schoch nur das Aluminium. Und so brachte Olsen die Recken auf die Siegerstraße, als er nach sechs Minuten beim 3:2 zur ersten Führung der Niedersachsen einwarf.

TSV übernimmt das Ruder

Die Hannoveraner – die Mait Patrail nach Rückenproblemen wieder dabei hatten, aber ohne Cristian Ugalde, Ilja Brozovic und Alfred Jönsson antraten – kamen nun zügig auf Touren, ließen den Ball flott um den Kreis zirkulieren und verstanden es dabei immer wieder, ihre Außen Timo Kastening und Jungspund Vincent Büchner geschickt in Szene zu setzen.

Nicht umsonst waren die beiden Flügelflitzer zum Ende der ersten Halbzeit auch die beiden erfolgreichsten Torschützen der Gastgeber.

Personalrochaden bringen Besserung

Kontinuierlich hatten die Recken ihren Vorsprung während der ersten Hälfte ausgebaut, nach elf Minuten stand es 8:3. Da musste man um die „Gallier“ fürchten.

Bürkle nahm seine erste Auszeit, brachte Juan de la Pena für Lukas Saueressig und Filip Taleski für Schoch. Auch das Personal zwischen den Pfosten wurde gewechselt, Vladimir Bozic kam für den meist glücklosen Mike Jensen. Doch auch Bozic musste bis zur Halbzeit noch neunmal den Ball aus dem Netz holen.

Im Angriff lief es nun aber wieder besser, nach der personellen Umstellung verkürzten die Schwaben auf 10:13 (22. Minute). Die Recken legten nochmals vor, bis zur Pause hatte der HBW aber den alten Abstand wieder hergestellt.

Hannover steigert sich weiter

Nach dem Seitenwechsel war es weiter die TSV, welche die Führung verteidigte. „Wir haben das Spiel kontrolliert“, sagte Recken-Coach Carlos Ortega nach der Partie. „In der ersten Halbzeit hatten wir noch etwas Probleme in der Abwehr, aber in der zweiten war sie besser. Mit unseren jungen Spielern bin ich sehr zufrieden.“

Bis zum 22:19 blieb der HBW noch in Schlagdistanz (42.), musste die Niedersachsen dann jedoch ziehen lassen. Wie schon in den Spielen zuvor blieben die „Gallier“ mehrere Minuten ohne Torerfolg, mit einem 6:0-Lauf sorgte die TSV für die Vorentscheidung.

Gastgeber mit Nachwuchsspielern

Im Gefühl des sicheren Sieges konnte es sich die Hannoveraner sogar erlauben, in der Schlussphase mit gleich fünf Nachwuchsakteuren auf dem Feld zu stehen. Dass Oddur Gretarsson (Pfosten) und Gregor Thomann (von Domenico Ebner gehalten) zwei Siebenmeter nicht verwandeln konnten, fiel letztlich kaum mehr ins Gewicht.

„In der Höhe verdient“

So musste auch Bürkle die gute Leistung seiner ehemaligen Mannschaft anerkennen: „Ich hatte mir das hier anders gewünscht und gern in Hannover gewonnen. Aber davon waren wir weit weg.“

Ähnlich sah es auch Lukas Saueressig: „Hannover ist mit schnellen Würfen und Gegenstößen weggezogen. So war die Niederlage heute auch in dieser Höhe verdient. Wir haben keinen Zugriff in der Abwehr gehabt und haben vorne zu hektisch gespielt.“

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