Vor etwas mehr als 20 Jahren, stieg der HBW Balingen-Weilstetten sensationell in die 2. Handball-Bundesliga auf. Passend zum Jubiläum kam es nun am Samstag zum Topspiel gegen den ThSV Eisenach. Die Partie gegen den Tabellenzweiten wurde von Beginn an intensiv geführt. Die beiden Schiedsrichter Christian und David Hannes waren gewiss nicht zu beneiden, da es auf beiden Seiten ruppig zur Sache ging. Sieben Zeitstrafen und eine Rote Karte in den ersten 30 Minuten waren die Folge. Den Zorn der über 2300 Zuschauer zogen sich die beiden Unparteiischen nicht wegen der Disqualifikation von Lukas Saueressig in der 24. Spielminute zu, denn diese war unstrittig, als er Jannis Schneibel im Sprung einfach abräumte, sondern weil sie es auf der Gegenseite gegen Fynn Hangstein (22.) nur bei einer Zeitstrafe beließen. Dem durchbrechenden Uros Todorovovic wurde rücksichtslos in den Wurfarm gegriffen. Die anschließende Ringer-Einlage brachte ihn zudem schmerzhaft zu Boden. Tore wurden natürlich auch erzielt. So drehten die Gäste einen 2:4-Rückstand mit einem starken 5:1-Lauf in eine 7:5-Führung. Die Balinger hatten mit der offensiven Deckung des ThSV Eisenach mehr Probleme als gedacht und nur wenn es schnell ging, konnten die Hausherren ihre Torgefährlichkeit unter Beweis stellen. Aus dem Positionsspiel heraus war das vom Primus einfach zu wenig. Da Jens Schöngarth früh zwei Zweitstrafen kassierte, nahm dieser nach zwölf gespielten Minuten erstmal auf der Bank Platz und fehlte somit als Alternative im Angriff. Simon Sejr im Balinger Tor erwischte einen guten Start und zeigte fünf ganz starken Paraden im ersten Durchgang, während es sein Gegenüber, Johannes Haymo Jepsen, auf zwei abgewehrte Bälle brachte. Trotz des kleinen Torhütervorteils ging der HBW nur mit einer 13:12-Führung in die Pause.
Der zweite Durchgang begann äußerst nervös. Fast fünf Minuten lang blieben beide Mannschaften ohne eigenes Tor. Dann war es Marko Grgic, der dann Bann brach und für seine Farben zum 13:13 ausglich. Eine Schrecksekunde gab es in der 42. Minute, als Malte Donker den am Kreis durchbrechenden Kristian Berici voll im Gesicht traf und dieser behandelt werden musste, am Ende aber weiterspielen konnte. Auch hier war die Rote Karte folgerichtig. In der Folgezeit legten die Hausherren vor und die Gäste nach. Lediglich beim 18:16 (44.), 22:20 (52.) und 23:21 (53.) führte der Primus mit zwei Treffern.   Der Tabellenzweite gab sich jedoch nicht auf und griff in der Schlussphase mit dem siebten Feldspieler tief ins Taktik-Repertoire und belohnte sich. Ein 4:1-Lauf binnen vier Minuten schien die Partie kippen zu lassen. Ein Traumpass in der Schlussminute von Filip Vistorop auf Linksaußen nahm Patrick Volz auf und der hämmerte das Spielgerät kompromisslos in den Winkel. Gäste-Coach Misha Kaufmann nutzte seine letzte Auszeit, um nochmals den finalen Spielzug anzusagen. Der HBW stand in der Abwehr allerdings sehr gut und ließ keinen regulären Wurf zu. Warum die beiden Schiedsrichter deutlich nach der Schlusssirene jedoch nochmals auf Freiwurf für die Gäste entschieden, verstand in der Halle niemand. Selbst die Gäste schienen sich mit dem Remis schon abgefunden zu haben. So hatte Peter Walz einen allerletzten Versuch. Geschickt lehnte er sich zur rechten Seite und brachte das Spielgerät an der HBW-Mauer vorbei. Simon Sejr im Tor der Hausherren war jedoch auf dem Posten und entschärfte das Geschoss mit einer starken Fußabwehr. So trennten sich beide Mannschaften am Ende mit einem 25:25-Remis, das dem HBW Balingen-Weilstetten in der aktuellen Tabellensituation deutlich mehr hilft, als dem ThSV Eisenach. Im zweiten Topspiel gewann TuS N-Lübbecke mit 32:28 beim Dessau-Roßlauer HV. Somit hat der HBW sechs Punkte Vorsprung auf den neuen Tabellenzweiten aus Lübbecke und sieben Punkte auf Eisenach.

So spielten Sie

HBW Balingen-Weilstetten gegen
ThSV Eisenach

25:25

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr, Ruminsky - Todorovic (1), Vistorop (6), Huber, Schöngarth (1), Ingason (1), Gretarsson, Danner (1), Beciri (1), Hildenbrand (n.e.), Schoch (5), Saueressig, Volz (6/2), Heinzelmann (1), Strosack (2).
ThSV Eisenach: Gorobtschuk, Jepsen - Reichmuth (1), Hangstein (5/5), Ulshöfer (1), Walz (1), Grgic (3), Hideg (2), Tokic, Sousa (1), Meyer, Donker, Schneibel (3), Snajder (3), Weyhrauch (1), Saul (4/1).
Siebenmeter: 2/2 - 6/8 (Sejr hält zweimal gegen Hangstein)
Zeitstrafen: Schöngarth (2), Beciri, Schoch - Hangstein (2), Walz, Donker
Rote Karte: Saueressig (24./HBW) - Donker (43./ThSV)
Zuschauer: 2300
SR: Christian & David Hannes (Leverkusen/Köln)