Am vergangenen Donnerstag haben die „Gallier“ noch einmal getestet – gegen die eigene zweite Mannschaft mit 41:31 gewonnen. „In der ersten Halbzeit haben wir uns schwer getan“, sagt der Balinger Trainer, „da hat uns die Aggressivität gefehlt.“ Er habe mehr erwartet, gesteht der erfahrene Übungsleiter ein, „gegen die eigene zweite Mannschaft ist das aber nachvollziehbar.“
Erst nach dem Seitenwechsel dominierte der Erstligist, „und mit plus Zehn muss man auch erst einmal gegen einen Drittligisten gewinnen“. Nach dem Duell mit der eigenen „Zweiten“ ließ der Sportwissenschaftler am Freitag und Samstag noch einmal trainieren – sonntags war frei. „Um etwas den Kopf freizubekommen“, betont Bürkle, welcher seine Mannschaft akribisch auf die (Rest-)Rückrunde vorbereitet.

Frisch Auf teilweise nur mit sechs Spielern

Ein letzter Härtetest vor dem wegweisenden Heimspiel gegen die Körperkulturellen aus Leipzig (9. Februar, 18.30 Uhr, SparkassenArena): das Schwaben-Derby in Göppingen. Quasi im Trainingsbetrieb des Altmeisters laufen die „Gallier“ am kommenden Mittwoch unter dem Hohenstaufen auf.
Bei Frisch Auf verlief die Winter-Vorbereitung alles andere als optimal. Während Balingen-Weilstetten meist mit dem vollen Kader trainierte, standen Göppingens Trainer Hartmut Mayerhoffer in der spielfreien Zeit teilweise nur sechs arrivierte Akteure zur Verfügung. „Gegen uns wird Göppingen weitestgehend vollständig sein“, prognostiziert Bürkle.

Heimaturlaub fällt aus

Der 41-Jährige wird wohl noch ein paar Tage auf Daniel Ingason verzichten müssen. Der Isländer wurde bei der EM in Ungarn positiv auf das Corona-Virus getestet. „Eigentlich hatte Daniel noch einen kurzen Heimaturlaub geplant“, verrät der 41-Jährige. Statt dem Flug auf die Vulkaninsel trat der Abwehrspezialist die Heimreise im Pkw an, ließ das Spiel um Platz fünf aus.
Ingason sei symptomfrei, erklärt Bürkle, „unabhängig davon müssen wir überlegen, ob ein Einsatz gegen Göppingen nach der Belastung bei der EM nicht zu früh kommt.“ Vielleicht gebe er Ingason, sofern möglich, ein paar Minuten, fährt der ehemalige Erstliga-Kreisläufer fort, wird aber im Hinblick auf die richtungsweisenden Heimspiele im Februar gegen die Sachsen sowie den Tabellennachbarn Nettelstedt-Lübbecke (17. Februar, 19.05 Uhr) nichts riskieren.

„Realistische Chance“

Mit der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem Tabellen-16. Stuttgart (beide 9:27 Punkte) sowie einem Zähler Rückstand auf den Aufsteiger aus Ostwestfalen gehen die „Gallier“ in die zweite Saisonhälfte. „Es wird extrem eng, und es wird bei uns – wie immer – viele Krisen und viele Momente, in denen es sehr schwer wird, geben“, fährt Bürkle fort, „das gilt natürlich auch für unsere Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.“
Er erwarte von seiner Mannschaft, „dass sie so auftritt, wie in den drei letzten Spielen des vergangenen Jahres, die Konsequenzen aus den Erfahrungen, die sie bisher gemacht hat, zieht und bereit für den Abstiegskampf ist. Dann haben wir eine realistische Chance in der Liga zu bleiben.“

Flohr verlässt „Gallier“

Dann muss er allerdings auf Co-Trainer Matthias Flohr verzichten, welcher den Klub am Saisonende verlässt. Der 39-Jährige, welcher seit seinem Karriereende 2019 Bürkle assistiert, wird im Juli Cheftrainer bei Bayer Dormagen.
„Es ist sehr schade, dass ‚Matti‘ geht“, sagt Wolfgang Strobel. Der Balinger Geschäftsführer hätte gerne mit dem früheren Champions League-Sieger verlängert.