Die Entscheidung steht: Martin Strobel tritt ab. Das kündigten am Montagmorgen die Verantwortlichen des Balinger Handball-Bundesligisten an. Die Entscheidung überrascht nur auf den ersten Blick.

Entscheidung in der Winterpause

Der frühere Nationalspieler (147 Länderspiele) hat sich die Entscheidung nicht einfach gemacht. Nach seiner schweren Knieverletzung, welche sich der Anführer der „Gallier“ bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr zugezogen hatte, feierte der 33-Jährige ein eindrucksvolles Comeback in der Liga, sollte die Nationalmannschaften bei der EM im Januar führen.

Doch Martin Strobel sagte dem damaligen Bundestrainer Christian Prokop ab, „hörte in seinen Körper hinein“, wie es der Rechtshänder formulierte. In der Winterpause überlegte der gebürtige Rottweiler weiter. „Die Entscheidung ist mir nach 17 Jahren Profisport nicht leicht gefallen“, erklärt Strobel nun, „aber man muss sie dann irgendwann auch treffen. Ich habe meinen Kindheitstraum verwirklichen können, das ist sehr viel wert.

Verein zeigt Verständnis

„Wir haben natürlich Verständnis für seine Situation“, betont Wolfgang Strobel, „nach seiner Verletzung war es nicht einfach für ihn.“ Der ältere Bruder des Balinger Kapitäns war in die Entscheidungsfindung involviert, „hatte immer im Hinterkopf, dass das passieren könnte.“

Bereits nach dem Abstieg fixierten beide Seiten ganz bewusst diese Laufzeit des Arbeitspapiers. „Martin hatte immer den Plan, dass er mit 34 oder 35 Jahren seine Laufbahn beendet“, verrät der HBW-Manager, welcher die Schwaben im zentralen Rückraum „gut aufgestellt“ (O-Ton Wolfgang Strobel) sieht.

„Wir sind nicht mehr so abhängig von Martin wie vor vier Jahren. Aber ganz klar: Wir verlieren einen ganz wichtigen Baustein.“

Saueressig langfristig gebunden

Nur logisch, dass der HBW langfristig mit Lukas Saueressig verlängert: bis 2023. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen“, kommentiert das Eigengewächs der Schwaben, „es war keine schwierige Entscheidung. Ich traue mir die neue Aufgabe zu.“

Wiederstein kehrt zurück

Auch auf der Kreisläuferposition gibt es Neuigkeiten bei den „Galliern“. Fabian Wiederstein wechselt im Sommer zurück zu den Schwaben, kommt von Zweitligist HSG Konstanz. Der 24-Jährige trug bis 2018 bereits das HBW-Trikot, spielte überwiegend im Perspektivteam. Nach zwei Jahren am Bodensee kehrt Wiederstein nun zurück an seine alte Wirkungsstätte.

Der Junioren-Europameister von 2014 soll am Kreis Benjamin Meschke ersetzen, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Der HBW gab bekannt, dass dieser nicht verlängert wird – ebenso wie der von Juan de la Pena. Auch der zurzeit verletzte Spanier wird die „Gallier“ am Saisonende verlassen.

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