Eine Momentaufnahme – das wissen die Protagonisten auf und neben der Platte. Aber eine Ansage der Ostwestfalen, welche trotz der Ausfälle von Spielmacher Tim Suton und Abwehrchef Fabian van Olphen eine mannschaftlich geschlossene Leistung zeigten.

Zwei Trümpfe

Zehn Treffer des Isländers Bjarki Mar Elisson (159 Saisontore) und zwölf Paraden von Peter Johannesson hinter einer kompakten Defensivabteilung, das waren die Trümpfe des Teams von Florian Kehrmann. Der TBV-Trainer hatte nach dem Spiel dann auch wenig zu kritisieren: „Wir mussten versuchen, das Spiel über unsere starke Abwehr zu kontrollieren. Das haben wir geschafft und haben uns dadurch bis Mitte der zweiten Halbzeit ein ordentliches Polster verschafft.“

Klesniks integriert sich gut

Auch Neuzugang Evars Klesniks, der nach der van Olphen-Verletzung die Abwehr stabilisieren soll, integrierte sich gut. „Klesniks ist ein cooler Typ, der uns auf und neben dem Spielfeld verstärkt“, so Ex-Weltmeister Kehrmann weiter, „ich glaube, er wird die nächsten vier Monate lang noch viel Spaß mit uns haben.“

Rückzugsverhalten klappt nicht

Den hatte Jens Bürkle in Berlin nur bedingt. Das Rückzugsverhalten klappte nicht – und auch im Eins-gegen-Eins waren die Kreisstädter selten konkurrenzfähig. „Unsere Abwehr war nicht kampfbereit für das Niveau von Berlin“, gesteht der Sportwissenschaftler ein. 33 Gegentore seien einfach viel zu viel, ärgert sich der HBW-Kommandogeber, welcher ein paar schöne Aktionen im Angriff sah.

HBW-Anspruch: ein Sieg

Kapitän Martin Strobel führte klug Regie und strahlte Torgefahr aus – Vladan Lipovina setzte aus dem rechten Rückraum Akzente. Der Ex-Erstliga-Kreisläufer hat bereits am Montag mit der Vorbereitung auf das Duell mit dem TBV (am Donnerstag, 19 Uhr, SparkassenArena) begonnen. „Das ist ein wichtiges Spiel für uns“, betont der Balinger Coach, „in dem wir den Anspruch haben, zu gewinnen. Wir müssen unser Ding einfach gut machen und unsere Verteidigung stabil kriegen. In Lemgo hatten wir nach nur 15 guten Minuten die Möglichkeit, das Spiel noch zu drehen.“

„Gallier“ verlieren das Hinspiel 24:27

Die Trendwende blieb allerdings aus – und die „Gallier“ unterlagen mit 24:27. Es werde entscheidend sein, wie gut seine Mannschaft in die Zweikämpfe komme, prognostiziert Bürkle. Mit dem schwedischen Rückraumduo Jonathan Carlsbogard und Andreas Cederholm ist Lemgo aus der Distanz gefährlich, besitzt mit Christian Klimek und Routinier Christoph Theuerkauf auch eine hohe Qualität am Kreis. „Das ist eine gut besetzte, erfahrene Truppe“, urteilt Bürkle, „sie ist aber schlechter als Berlin.“ In der Hauptstadt präsentierte sich der Aufsteiger phasenweise als adäquater Spielpartner, zeigte „Licht und Schatten mit Luft nach oben“, wie es der Übungsleiter des Tabellen-14. formuliert.

In Schlagdistanz zu Lemgo

Dieser liegt noch in Schlagdistanz zur Kehrmann-Truppe, hat nur einen Zähler weniger auf der Habenseite. Die Bilanz spricht für die Balinger, welche satte 12:8 Punkte in der „Hölle Süd“ geholt haben. Lemgo hingegen hat sechs von zehn Begegnungen auswärts verloren, allerdings in Wetzlar (Endstand: 32:28) und bei Schlusslicht Nordhorn-Lingen (29:24) gewonnen.

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Hechingen/Melbourne