Souverän setzten sich die Balinger am Freitagabend gegen den RTV Basel mit 38:28 durch. Im Training testete der Bundesligist final gegen die Eidgenossen. Die gingen in der SparkassenArena nur mit einem kleinen Kader auf die Platte, präsentierten sich aber dennoch als adäquater Spielpartner für die Schwaben.

Diese drehten einen 0:1-Rückstand mit einem 3:0-Lauf und bauten den Vorsprung sukzessive aus. 19:13 lag das Team von Trainer Jens Bürkle zur Pause vorne, machte es nach dem Seitenwechsel zweistellig: beim 30:20 (46. Minute).

Noch Luft nach oben

Trotz eines Fehlwurf-Festivals konservierten die Schwaben den klaren Vorteil – wirklich überzeugend war der Auftritt des HBW allerdings nicht. „Ich hätte mir mehr Aktivität gewünscht“, räumt der Balinger Kommandogeber unumwunden ein, welcher in der Anfangsphase in der 5:1-Formation verteidigen ließ.

Früh wechselte der Sportwissenschaftler das System. „Ganz bewusst“, betont der 39-Jährige, „weil wir sehr wenig die 6:0-Abwehr trainiert haben.“ Die funktionierte – und nach Ballgewinnen bauten die Deutschen den Vorsprung kontinuierlich aus: auf 14:8 (21.). „Ein paar Minuten waren richtig gut“, bilanziert Bürkle, „die Abwehr – auch das Gegenstoßverhalten.“

In Durchgang zwei ließ der HBW zunächst eine ganz Reihe von Möglichkeiten liegen, ehe die „Gallier“ für klare Verhältnisse sorgten. „Wir hatten ein paar unnötige Aktionen“, moniert der Balinger Coach, „sind aber froh über das deutliche Ergebnis – und dass wir verletzungsfrei durchgekommen sind.“

Zurück im Kampf um die Punkte

Auch im Hinblick auf den richtungsweisenden Doppelpack in Berlin am kommenden Sonntag und gegen Ex-Meister Lemgo (6. Februar, 19 Uhr, SparkassenArena).

Der Meistermacher hat bereits die Vorbereitungsspiele der Hauptstädter gesichtet – und das geeignete Videomaterial entsprechend geschnitten. In der Hinrunde gewannen die Balinger sensationell mit 31:30 über die ambitionierten Füchse. Ein paar Sachen seien seitdem dazukommen, sagt Bürkle, welcher auf einen „sehr guten Kader“ der Berliner verweist.

Unbestrittene Qualitäten

Diese liegen in Schlagdistanz zur Spitzengruppe, wollen um die Champions-League-Plätze mitmischen. Taktgeber ist nach dem Wiede-Ausfall Paul Drux, welcher bereits bei den Europameisterschaften eine tragende Säule im deutschen Team war. Neben dem 25-Jährigen (71 Tore) spielt der Däne Jacob Holm (57) im Rückraum eine zentrale Rolle. Top-Torschütze beim Tabellenfünften ist der Däne Hans Lindberg (149), einer der besten Außen in der Liga.

Unbestritten sind auch die Berliner Defensivqualitäten. Der Spree-Klub bringt eine starke Abwehr-Torhüter-Kombination auf die Platte – mit Ex-Nationalspieler Silvio Heinevetter und Dejan Milosavljev. Der frühere Balinger Martin Ziemer komplettiert das top besetzte Trio der Füchse zwischen den Pfosten.

Rückkehr von Genz

Schon vor der Saison gab Heinevetter seinen Wechsel nach Melsungen bekannt – und auch die Wege von Ziemer und dem Hauptstadt-Klub trennen sich nach dieser Spielzeit. Der 36-Jährige wechselt zum HC Erlangen. Bei den Berlinern wird künftig Fredrik Genz gemeinsam mit Milosavljev das Torhütergespann bilden. Genz kehrt nach einem Jahr bei TUSEM Essen zu den Füchsen zurück.

Beim Altmeister von der Margarethenhöhe kämpft er gemeinsam mit dem zukünftigen Berliner Trainer Jaron Siewert um den Aufstieg in Liga eins. Füchse-Macher Bob Hanning freut sich auf die Rückkehr des Eigengewächses: „Wir haben uns dazu entschlossen Fredrik zurückzuholen. Ich freue mich darauf, ihn nächste Saison wieder konstant im Berliner Trikot zu sehen.“