Ist das bitter! Nach einem intensiven Erstliga-Duell unterlagen die „Gallier“ am Donnerstagabend der HSG in der Schlussphase noch mit 33:34 (16:19). Der HBW drängte vergebens auf die Ergebniswende – trotz einer knappen Führung in der Schlussphase.

Grün-Weiße spielen gut über den Kreis

„Das war ein komplett anderes Spiel als im Pokal“, meint Balingens Abwehrstratege Romas Kirveliavicius, „schade, dass wir nicht gepunktet haben – das tut schon richtig weh.“ Aber wie schon beim First-Four triumphierten die Lahnstädter, welche sich lange Zeit sehr schwer gegen einen couragierten Aufsteiger taten. Dieser führte nach einem Lipovina-Kempa und konservierte zunächst den knappen Vorsprung (2:1/2.). Grün-Weiße spielen gut über den KreisIn der Abwehr hatten die „Gallier“ Probleme mit der schwedischen Kante am Kreis. Anton Lindskog netzte aus sechs Metern zum 2:2 (3. Minute). In Unterzahl – Kirveliavicius handelte sich eine frühe Zeitstrafe ein – traf Filip Taleski aus zehn Metern. Wichtig für den Aufsteiger. Den hebelten die Grün-Weißen aber immer wieder über den Kreis aus. Diese schafften beim 3:4 (7.) die erste Ergebniswende. Schwer zu verteidigen: die unendlich langen Angriffe der Gäste.

Verteidigten mit hohem Aufwand

Die Mittelhessen legten durch Stefan Cavor erstmals zwei Tore vor (4:6/10), doch Marcel Niemeyer hielt die „Gallier“ im Spiel. Diese verteidigten mit hohem Aufwand, belohnten sich aber nicht. Einige kuriose Pfiffe der Unparteiischen machten es nicht einfacher für den Zweitliga-Meister. Der blieb weiter dran – hatte Glück, dass Stefan Kneer nur das Aluminium traf und Vladan Lipovina einen der wenigen HBW-Konter veredelte.

Wetzlar macht einfache Tore

Ohne Zweifel investierten die „Gallier“ bereits in dieser Phase mehr, aber Wetzlar machte eben die einfachen Tore. Gewohnt unaufgeregt führte Filip Mirkulovski Regie, brachte seine Shooter in Position. Auf der Gegenseite zogen die Balinger zwei Fahrkarten, kamen nicht mehr über den wuchtigen HSG-Block. Bitter für den HBW: ein 0:3-Negativlauf zum 15:19 (29.).

Defizite in der Defensive

„Wir haben es in der Abwehr gegen Ende der ersten Hälfte wirklich sehr gut gemacht“, bilanzierte HSG-Coach Kai Wandschneider. Lipovina machte schließlich den letzten Treffer in Durchgang eins. „Wir hatten zu viele Aktionen, die zu freien Würfen geführt haben“, sah Niemeyer Defizite in der Defensive. Kurze Deckung gegen Cavor greift nicht

Nach dem Seitenwechsel kam der HBW wieder heran: auf 18:20 (33.). Es blieb eine enge Kiste – mit leichten Vorteilen für die erfahrenen Gäste. Die „Gallier“ fanden hingegen keine Mittel gegen Stefan Cavor, der elf Mal erfolgreich war. Auch eine kurze Deckung gegen den Montenegriner griff zunächst nicht. Der HBW drängte dennoch auf die Wende, war beim 27:28 (46.) wieder dran. Der Favorit wackelte, leistete sich in der Crunchtime ungewohnte Fehler.

Bozic hält stark

Wichtiger Faktor: Balingens Keeper Vladimir Bozic, der sich zwei Freie in Folge fischte. Als Niemeyer zum 29:29 (50.) traf, bebte die „Hölle Süd“. Erst recht, als die Schwaben mit einem knappen 31:30 in die letzten Minuten einer packenden Partie gingen. Sechs Sekunden vor Ende sorgte Olle Forsell Schefvert für die Entscheidung. „Wir haben verloren und das sehr sehr unglücklich“, sagt Niemeyer, „da war mehr für uns drin ...“

Längere Pause für den HBW

Es folgt nach „der Enttäuschung“ (O-Ton Niemeyer) eine lange Pause bis Anfang Oktober, da die Partie beim THW Kiel erst Ende des Jahres gespielt wird. So richtig anfreunden mag sich Bürkle mit der 16-tägigen Unterbrechung nicht. „Wir hatten einen sehr guten Rhythmus“, findet er, „können aber nichts am Spielplan verändern.“

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