Da war mehr drin für den Aufsteiger. Die Schwaben kämpften, führten lange Zeit in einer ausgeglichen Partie. Am Ende siegten die Mittelfranken knapp mit 32:30 (15:14), machten 16 Sekunden vor Schluss den Deckel drauf.

Letzter Zugriff nicht da

„Wir haben noch alle einen erhöhten Puls“, räumte Martin Strobel nach dem Abpfiff unumwunden ein, „diese knappen Spiele werden auch beim Zuschauen für mich immer intensiver.“ Der verletzte HBW-Kapitän, der akribisch an seinem Comeback arbeitet, sprach von einer „bitteren Niederlage. Die Mannschaft hat alles reingeworfen – der Gegner am Ende ein, zwei Paraden mehr gehabt.“

Sein Vertreter auf der Platte, der junge Lukas Saueressig, machte eine klasse Partie, warf sieben Kisten. Doch das reichte nicht. „Am Ende war der letzte Zugriff einfach nicht da...“, gestand der 22-jährige Mittelmann ein.

Packende Partie

Es war eine packende Partie mit einer extrem hohen Ereignisdichte – und das von Beginn an. Saueressig sorgte nach drei Minuten für die erste Führung der „Gallier“ (2:1).

Unglaublich präsent in der Anfangsphase: HBW-Keeper Mike Jensen und sein Gegenüber, der Ex-Balinger Nikolas Katsigiannis. Aus der Nahdistanz schraubte Marcel Niemeyer das Ergebnis in die Höhe: zum 4:1 für den Aufsteiger (6. Minute).

Routinier bringt Ruhe

Erlangens Kommandogeber Adalsteinn Eyjolfsson reagierte, brachte Routinier Michael Haaß. Der stabilisierte die Defensive und sorgte für die nötige Ruhe im Angriff.

Die Umstellung griff: Sebastian Firnhaber brachte den HCE wieder heran (5:4/9.) und Nico Büdel – nun auf der linken Halbposition egalisierte mit seinem dritten von sechs Toren. Immer wieder suchten die „Gallier“ Niemeyer am Kreis, während der Rückraum in der ersten Spielphase doch blass blieb.

Saueressig spielt stark auf

Das änderte sich. Filip Taleski (2) und Saueressig trafen – und wieder führte der Aufsteiger: mit 8:6 (14.). In Überzahl netzte Oddur Gretarsson, während Erlangen zunehmend Zeitprobleme bekam.

Clever zückte Erlangens Coach die grüne Karte, justierte erfolgreich nach. Sime Ivic, wuchtig von Halbrechts, brachte die Gäste wieder heran (8:9/18.). Es folgte ein zumindest diskussionswürdiges Zeitspiel der Schwaben sowie ein Bissel-Doppelpack zum 9:10 (21.).

Lichtlein pariert

Die Franken wechselten nun das Personal zwischen den Pfosten und prompt scheiterte Tim Nothdurft am ehemaligen Nationaltorhüter Carsten Lichtlein, der auch einen Siebenmeter von Gretarsson parierte (25.).

Die Kreisstädter wackelten und kurz vor der Pause sah auch Balingens Trainer Jens Bürkle zwingend Gesprächsbedarf. Bitter für den Aufsteiger, dass nach dem de la Pena-Ausgleich Quentin Minel eine Sekunde vor dem Gang in die Kabinen aus zehn Metern erfolgreich war (14:15).

Noch alles offen

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es eine enge Kiste – mit einer hohen Emotionalität. In Unterzahl holten sich die „Gallier“ die Führung zurück (17:16/32.). Diese konservierten die Schwaben, welche in der Defensive unglaublich viel investierten. Aber nicht belohnt wurden!

Dennoch lag der Zweitliga-Meister weiter knapp vorne, ließ aber einfach zu viele Chancen liegen. Erst verballerte Gretarsson einen Konter, dann jagte Taleski die Kugel weit drüber. Wichtig, dass Gregor Thomann aus schwierigem Winkel in dieser kritischen Phase traf (21:20/40.).

Zeitstrafen hemmen die Schwaben

Romas Kirveliavicius erhöhte auf 25:23 (46.). Auszeit Erlangen, das durch Antonio Metzner dran blieb. Dann eine strittige doppelte Zeitstrafe gegen den Tabellen-14. Dieser glich dennoch aus (26:26) und noch zehn Minuten waren zu gehen. Crunchtime in der „Hölle Süd“ und der HBW patzte in Überzahl. Die Franken nutzten das Momentum, legte erstmals zwei Treffer vor (27:29/ 54.).

HBW kam nicht mehr zurück

Balingen-Weilstetten kam nicht mehr zurück, zog die nächste Fahrkarte und Erlangen weiter davon: auf 28:31 (56.). „Erlangen hat sehr konsequent gespielt“, analysierte Bürkle, „und wir haben es nicht geschafft, das zu stoppen. Einen Punkt hätte ich trotzdem gerne mitgenommen.“

Sein Konterpart Eyjolfsson sah „einen heißen Kampf“. Er sei zufrieden, betonte der Isländer, „wir haben immer an uns geglaubt, sind ruhig geblieben und haben uns zurückgekämpft.“ In der Schlussminute spielte der HCE die Uhr clever runter, ehe Firnhaber alles klar machte.

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