Ohne Torjäger Vladan Lipovina und Kreisläufer Benjamin Meschke gingen die „Gallier“ in das Duell mit dem Bergischen HC – und auch Oddur Gretarsson musste kurzfristig passen. Im Abschlusstraining hatte sich der Isländer am Knöchel verletzt.

Jens Bürkle füllte den Kader mit Lars Röller und Moritz Strosack aus dem Perspektivteam auf – vertraute zunächst jedoch auf sein eingespieltes Personal.

Schnelle Führung für den BHC

Das kam in den Anfangsminuten nicht wirklich zurecht. Den ersten Gäste-Treffer von Linus Arnesson konnte Marcel Niemeyer noch schnell egalisieren – doch dann war der BHC am Drücker. Ragnar Johannsson und Arnor Gunarsson besorgten die 3:1-Führung der Gäste (2. Minute).

Die „Gallier“ taten sich im Angriff zunächst schwer – auch weil Tomas Mrkva an alter Wirkungsstätte sofort auf Betriebstemperatur war. Ein weiterer Gegenstoß von Max Darj brachte den vierten Treffer der Bergischen, Csaba Szücs stellte auf 1:5 – und Bürkle sah sich früh gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen (5.). „Den Start haben wir völlig verschlafen“, monierte René Zobel.

HBW steigert Konsequenz

In Überzahl – Darj saß die erste Zeitstrafe ab – beendete Röller die Torflaute der Schwaben. Und im stehenden Angriff tat sich der BHC ebenfalls schwer. „Da leisten wir uns ein paar Fehler und dann kommt auch eine Unsicherheit rein“, räumte BHC-Trainer Sebastian Hinze ein.

Nach einem missglückten Start kämpfte sich der HBW gegen den Bergischen HC ins Spiel. Eine komfortable Führung der Schwaben konnten die Gäste in der Schlussphase beinahe aufholen, die "Gallier" behielten aber die Nerven.

So brachte ein Zobel-Schlagwurf schließlich den Anschluss für den HBW (5:6/13.). Wenig später war es soweit: Die „Gallier“ nutzten einen Ballverlust der Gäste, Romas Kirveliavicius bediente Zobel – und der veredelte den Konter mit dem 7:7.

Schoch legt vor

Damit noch nicht genug: Schoch zog aus dem Rückraum ab, brachte den Aufsteiger erstmals in Führung (18.). Nun zückte Hinze die grüne Karte.

Die Worte schienen Wirkung zu zeigen, Johannsson und Tomas Babak drehten den Spielstand wieder (8:9/19.).

Und es kam noch dicker für den HBW: Erst kassierte Schoch eine Zeitstrafe, wenig später leistete ihm Zobel Gesellschaft – und dann musste noch Juan de la Pena angeschlagen von der Platte. Der BHC nutzte die Gelegenheit, schraubte die Führung auf 11:8 hoch (22.).

Jensen pariert Strafwurf

Doch auf Martin Strobel war Verlass, ein Doppelschlag des Kapitäns brachte die „Gallier“ heran. Und dank eines verwandelten Konters von Nothdurft stand es wenig später wieder Unentschieden (25.).

Es blieb ein heißer Kampf, in dem die Schwaben zur Pause 14:13 führten. Auch dank Mike Jensen, der direkt zuvor noch einen Siebenmeter von Gunnarsson parierte.

Guter Start nach der Pause

Nach dem Wiederanpfiff erwischte der HBW den besseren Start, baute den Vorsprung etwas aus – auf 18:15 (34.). Der Vorteil lag nun auf Seiten der „Gallier“, selbst in Unterzahl kam Niemeyer vom Kreis völlig frei zum Wurf. Jensen verzeichnete die nächste Parade und Strobel markierte das 22:16 (40.).

Hinze zog die Notbremse, stellte sein Team neu ein.

5:1-Abwehr stellt HBW vor Probleme

Die Bergischen verteidigten nun offensiver – mit Erfolg. „Das hat uns schon Probleme gemacht“, gab Bürkle zu. „Der BHC hat jeden unserer Fehler bestraft und so wird es schnell wieder eng.“

Babak beendete nach sieben Minuten die Torflaute der Gäste – und die waren dann beim 23:21 wenig später endgültig dran (48.). Dies schien die „Gallier“ aufzurütteln, Niemeyer und Kirveliavicius machten es wieder etwas komfortabler (25:21/50.)

Knappe Schlussphase

Entschieden war jedoch noch lange nichts, der BHC wehrte sich nach Kräften. Knapp zweieinhalb Minuten vor Spielende schaffte Kristian Nippes beim 27:26 noch einmal den Anschluss – mehr ließen die Hausherren allerdings nicht mehr zu.

Sechs Sekunden vor der Schlusssirene nagelte Schoch die Harzkugel sehenswert zum 29:27 in den Winkel. „Den muss man so auch erst einmal machen“, war auch Bürkle begeistert und stellte abschließend fest: „Überhaupt war es eine ganz tolle Leistung der gesamten Mannschaft.“