boso ladies open Georgierin verhindert deutschen Sieg

Hechingen / Von Hardy Kromer 12.08.2018
Ekaterine Gorgdoze aus Georgien hat die boso Ladies Open durch einen 6:2/6:1-Finalsieg gegen Laura Siegemund gewonnen.

Nein, es sollte an diesem Tag einfach nicht sein. Mehr als 1000 Zuschauer auf dem Centre Court am sonnenbeschienenen Finaltag der 21. boso Ladies Open litten mit dem Liebling der Region, der Metzingerin Laura Siegemund. Doch die letzte im Turnier verbliebene Hoffnungsträgerin aus dem Lager des Deutschen Tennis-Bundes fand einfach kein Mittel gegen Ekaterine Gorgodze. Die Georgierin schlug auch härteste und platzierteste Bälle zurück wie eine Ballmaschine, eine furchterregend brüllende Ballmaschine wohlgemerkt. Da konnte das Hechinger Publikum noch so klatschen und noch so anfeuern: Nach nur 80 Finalminuten musste sich Laura Siegemund ihrer Kontrahentin mit 2:6/1:6 geschlagen geben. Ekaterine Gorgodze durfte am Ende den Siegerpokal und den 9119-Dollar-Scheck entgegennehmen.

„Heute war nicht mein Tag“, räumte die Metzingerin ein, als sie sich beim Publikum für die Unterstützung bedankte und ihrer Gegnerin gratulierte. Dennoch sieht sich die US-Open-Mixed-Siegerin von 2016, die nach einem Kreuzbandriss in der Weltrangliste weit zurückgefallen war, wieder „auf dem aufsteigenden Ast“. Außerdem darf sie sich darüber freuen, mit dem Junginger Blutdruckmesserhersteller boso einen neuen Sponsor gewonnen zu haben. Überschwänglich lobte die 30-Jährige das Hechinger Publikum: „So eine gute Stimmung wie hier habe ich bei einem eher kleinen Turnier noch nie erlebt.“

Mit den Zuschauern zu hadern hatte dagegen die Georgierin. Das eine oder andere Mal beschwerte sie sich bei der Schiedsrichterin darüber, dass die Hechinger für ihren Geschmack doch zu parteiisch waren. Hart sei es für sie gewesen, ab der zweiten Runde ständig gegen Deutsche spielen zu müssen, sagte Ekaterine Gorgodze. Doch nachdem sie den vierten Matchball verwandelt hatte, löste sich alle Anspannung in Tränen auf – und bei der Siegerehrung gab’s auch die Versöhnung mit dem Publikum. Die Hohenzollern zollten der Turniersiegerin respektvollen Applaus, und diese zeigte sich verständnisvoll und verkniff sich jede Kritik.

Freilich herrschte auf dem Centre Court eine halbe Stunde nach dem letzten Ballwechsel bereits wieder freudig-gelöste Stimmung. Hans-Peter Haug, der Prokurist von boso, hatte nämlich die frohe Botschaft verkündet, dass der Junginger Medizintechnikhersteller für die nächsten drei Jahre Haupt- und Namenssponsor des Turniers bleibt. Damit darf das Hechinger 60 000-Dollar-Weltranglistenturnier bis 2021 als gesichert gelten.

„Aloha from Hawaii“ im Tennis-Club

Ein Höhepunkt im Rahmenprogramm war am Freitagabend die Elvis-Live-Show im Tennis-Club. Bereits zum zweiten Mal gab sich Andreas Stolzenthaler, besser bekannt als Andy King, die Ehre des Auftritts beim Hechinger Tennisturnier. Im vergangenen Jahr hatte der Elvis-Imitator bei den boso Ladies Open einen großen Erfolg gefeiert, wetterbedingt leider nur vor kleiner Zuschauerkulisse. Die war heuer um ein Vielfaches größer.

Im weißen Anzug wie bei Elvis Presleys Konzert „Aloha from Hawaii“ anno 1973 trat Andy King vor das überaus zahlreiche Publikum und begann sein Programm mit einigen Songs aus den 50er- und 60er-Jahren. Einer seiner ersten Titel waren die von Carl Perkins bekannt gemachten „Blue Suede Shoes“. Und dann folgten die harten Rock’n’Roll-Titel, die von verschiedenen Interpreten in diesen wilden Rockjahren auf den Musikmarkt kamen. „Long Tall Sally“ (Little Richard, Wanda Jackson), „Whole Lotta Shakin‘ Goin‘ On“ (Jerry Lee Lewis) oder auch „Johnny B. Goode (Chuck Berry). Dafür, dass die Musik so richtig fetzte, sorgten nicht nur King Andy, sondern auch seine vier Musiker. Gitarre, Piano, Bass und Drums, gespielt von Könnern, sorgten für ordentliche Dröhnung und vermittelten schier jedem Altrocker und vermutlich auch Jungrocker ein Hochgefühl. bu

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