Handball Gallier gewinnen mitreißendes Derby

Konstanz wehrte sich nach Kräften, am Ende setzte sich im Derby allerdings der favorisierte HBW Balingen-Weilstetten (im Bild Tim Nothdurft) mit 31:27 durch.
Konstanz wehrte sich nach Kräften, am Ende setzte sich im Derby allerdings der favorisierte HBW Balingen-Weilstetten (im Bild Tim Nothdurft) mit 31:27 durch. © Foto: Eibner
Balingen / Larissa Bühler 16.04.2018
Es war ein harter Kampf, den sich der HBW Balingen-Weilstetten und die HSG Konstanz im Zweitliga-Derby lieferten.

Ein mitreißendes Derby wurde den Zuschauern am Samstag am Bodensee geboten. Die HSG Konstanz wehrte sich gegen den HBW Balingen-Weilstetten nach Kräften, am Ende hatten die „Gallier von der Alb“ aber die Nase vorn.

Schon vor dem Spiel war die Spannung greifbar. 1700 Fans – darunter über 400 aus Balingen – hatten sich in die Schänzlehalle aufgemacht, Gastgeber Konstanz hatte für das Derby zusätzliche Tribünen installiert, neben der Halle gab es sogar eine Fanmeile. Ganz klar: Der Bodensee-Klub war heiß auf das Derby – und auch Balingen-Weilstetten freute sich auf die besondere Partie. Verzichten mussten die „Gallier“ in dieser aber nicht nur auf Keeper Tomas Mrkva, sondern kurzfristig auch auf Simen Schönningsen und Valentin Spohn. Mit Jonas Baumeister, Lukas Saueressig, René Zobel und Fabian Wiederstein waren so vier Spieler aus dem Balinger Perspektivteam dabei.

Die abstiegsbedrohten Konstanzer wollten die Personalprobleme der Gäste nutzen – doch zunächst übernahm Balingen-Weilstetten das Kommando. Nach drei Minuten führten die Kreisstädter mit 3:1, bis zum 6:4 durch Lars Friedrich wahrten sie ihren knappen Vorsprung (6. Minute). Mit einem 3:0-Lauf übernahm vorübergehend Konstanz die Führung (7:6/11.), absetzen konnte sich die HSG aber nicht. Und wenig später lag nach einem verwandelten Siebenmeter von Oddur Gretarsson der Absteiger wieder vorne (9:10/16.)

Dennoch: Es blieb ein spannendes Duell. Im HSG-Tor fand Konstantin Poltrum nun immer besser ins Spiel, doch auch sein Gegenüber Marouen Maggaiz war gut in Form. Kurz vor der Pause nutzte der achtfache HBW-Torschütze Jona Schoch einen technischen Fehler der HSG, um die Führung wieder auszubauen (13:15/27.). Die Schwaben ließen die Chance zum beruhigenden Drei-Tore-Vorsprung allerdings liegen und so verkürzte Konstanz in Überzahl erneut. Mit einer hauchdünnen 14:15-Führung ging es für Balingen in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten dreißig Minuten kam der Angriffsmotor der „Gallier“ leicht ins Stottern. Konstanz nutzte seine Möglichkeiten und nach einem erfolgreich verwandelten Strafwurf von Kaletsch lagen die Hausherren mit 16:15 in Führung. Die Stimmung war regelrecht am Überkochen – doch Gretarsson ließ sich davon nicht beeindrucken und verwandelte eiskalt von der Siebenmetermarke. Und nach Christoph Foths Treffer vom Kreis lag der HBW wieder vorne (16:17/33.).

Entschieden war aber noch nichts. Konstanz bewies Moral, schaffte beim 19:19 wieder den Ausgleich. Der HBW ließ sich allerdings nicht aus dem Konzept bringen. Im Angriff spielten Kapitän Martin Strobel & Co. ihre Angriffe hochkonzentriert zu Ende – und hinten bekamen Maggaiz und die Abwehr immer mehr Zugriff auf das Spiel. Beim 23:24 gelang Tom Wolf zum letzten Mal der Anschlusstreffer, dann aber folgten acht torlose Minuten der Hausherren. Der HBW nutzte die Chance, zog mit einem 5:0-Lauf auf 29:23 davon – die Vorentscheidung (53.). In der Schlussphase durfte Konstanz nach dem 24:31 noch etwas Ergebniskosmetik betreiben, aber am verdienten Auswärtssieg der „Gallier“ änderte sich nichts mehr. „Das war ein geiles Spiel mit richtig guten Fans“, jubelte Gregor Thomann nach dem 31:27-Sieg gegen seinen Ex-Klub. „Es war ein Riesenkampf und ich bin mächtig stolz, dass wir die zweite Hälfte so hinbekommen haben.“ Auch sein Trainer war zufrieden. „Es war eine tolle Mannschaftsleistung. Kämpferisch auf einem ganz hohen Niveau. Alle Spieler haben ihren Teil zum Erfolg beigetragen“, so Jens Bürkle.

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