Boso Ladies Open Deutsche Festspiele unter dem Zoller

Lena Rüffer (im Bild) war am Donnerstag gegen Bibiane Schoofs eigentlich Außenseiterin – immerhin steht die Niederländerin auf Rang 177 der Weltrangliste, Rüffer lediglich auf dem 393. Platz. Doch die Deutsche setzte sich durch.
Lena Rüffer (im Bild) war am Donnerstag gegen Bibiane Schoofs eigentlich Außenseiterin – immerhin steht die Niederländerin auf Rang 177 der Weltrangliste, Rüffer lediglich auf dem 393. Platz. Doch die Deutsche setzte sich durch. © Foto: Eibner
Hechingen / Daniel Drach 10.08.2018
Die 21. Auflage der boso Ladies Open ist in vollem Gange. Aus deutscher Sicht läuft es sehr erfolgreich.

Bei bestem Tennis-Wetter startete der Donnerstag in Hechingen. Die Kroatin Tena Lukas hatte sich am Vortag im Einzel und im Doppel in die zweite Runde gekämpft – und zollte dem Tribut.

Denn in ihrer Partie gegen Julia Grabher (Österreich) bekam die Kroatin keinen Fuß auf den Boden und musste schließlich beim Stand von 0:6, 0:3 entkräftet aufgeben. „Ich denke, sie hat sich mit Einzel und Doppel einfach übernommen und war zu erschöpft“, berichtet Turnier-Direktor Thomas Bürkle, „sie hat es dennoch probiert, aber letztlich einsehen müssen, dass es nicht reicht.“

In der Folge sollten dann die deutschen Festspiele beginnen. Nach dem Witthöft-Aus am Vortag zeigten die einheimischen Spielerinnen allesamt ansprechende Leistungen. Den Auftakt machte die an fünf gesetzte Laura Siegemund gegen Chiara Scholl (USA). Die Filderstädterin startete konzentriert in die Partie und schaffte so auch ein frühes Break. Scholl hielt zwar nach Kräften dagegen, doch letztlich ging der erste Satz klar mit 6:2 an Siegemund. In der Folge drängte die 30-Jährige auf die frühe Entscheidung – mit Erfolg. Nach 76 Minuten nutzte Siegemund ihren zweiten Matchball zum 6:2, 6:3-Erfolg.

Eine dicke Überraschung gelang Wildcard-Inhaberhin Lena Rüffer. Die 19-jährige Deutsche war gegen die Nummer vier der Setzliste, Bibiane Schoofs (Niederlande), eigentlich die klare Außenseiterin. Dennoch konnte Rüffer das Spiel nach einem ausgeglichenen Start an sich reißen und sich mit 6:2, 6:3 durchsetzen. Witthöft-Bezwingerin Katharina Hobgarski hatte da mehr Probleme. Im ersten Satz war die Hamburgerin gegen Anastasia Grymalska (Italien) unterlegen und musste diesen auch folgerichtig abgeben. Danach steigerte sich die 21-jährige Deutsche aber deutlich und zog mit einem 1:6, 6:3, 6:1-Erfolg in die dritte Runde ein.

Indes sorgte die russische Qualifikation Varvara Flink für einen weiteren Favoritensturz. Flink lieferte sich mit der an drei gesetzten Schweizerin Jil Teichmann ein umkämpftes Match und konnte sich letztlich in drei Sätzen durchsetzen (6:1, 2:6, 6:2). Zeitgleich schaffte mit Anna Zaja aus Sigmaringen auch die vierte Deutsche den Sprung ins Viertelfinale. Die Nummer acht der Setzliste hatte mit der Chilenin Daniela Seguel nur zu Beginn etwas Mühe. Bis zum 4:4 im ersten Satz konnte Seguel das Spiel ausgeglichen gestalten, ehe Zaja das Tempo anzog und mit 6:4, 6:2 gewann.

Das Highlight-Match des dritten Turniertags stand dann am frühen Abend zwischen der an zwei gesetzten Antonia Lottner und Titelverteidigerin Tamara Korpatsch an. Vor vollen Rängen schenkten sich die beiden Deutschen zu Beginn nichts, allerdings gelang Korpatsch nach gut 20 Minuten das erste Break und so auch die 4:1-Führung. Doch Lottner kämpfte, schaffte wenig später das Re-Break und glich beim 4:4 wieder aus. Allerdings fand die Vorjahressiegerin die richtige Antwort: Korpatsch nahm Lottner erneut den Aufschlag ab und entschied den ersten Satz mit 6:4 für sich. Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie sehr umkämpft, dennoch schaffte es Korpatsch, sich auf 3:0 abzusetzen. Mit dem zweiten Break zum 4:0 war bei einsetzendem Regen dann auch die Gegenwehr Lottners gebrochen. So siegte die Titelverteidigerin mit 6:4, 6:0.

Anna Gabric verpasste den Viertelfinal-Einzug. Mit einer Wildcard startberechtigt musste sich die junge Deutsche der an sechs gesetzten Georgierin Ekaterine Gorgodze klar mit 2:6, 1:6 geschlagen geben. Dennoch stehen am Freitag fünf deutsche Spielerinnen im Viertelfinale.

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