Balingen / Marcus Arndt Die Serie der „Gallier von der Alb“ hält. Das Duell gegen den N-Lübbecke gewannen die Balinger mit 26:24.

Im Topspiel der 2. Bundesliga hat der schwäbische Spitzenreiter am Freitagabend gegen Absteiger TuS N-Lübbecke knapp mit 26:24 (13:10) gewonnen und konservierte seinen Vorsprung auf die Verfolger aus Coburg und Nordhorn.

 Gegen den „richtig dicken Brocken“ (O-Ton Bürkle) setzte der Balinger Coach auf seine arrivierten Kräfte und eine kompakte Defensivabteilung. Diese arbeitete effektiv gegen den wuchtigen Gästerückraum – ließ aus der Distanz wenig zu. Auf der Gegenseite traf Oddur Gretarsson nach einer starken Einzelaktion zum 2:1 (4. Minute). Den knappen Vorsprung behaupteten die Schwaben, welche unglaublich präsent in der Defensive waren. An alter Wirkungsstätte blieb Valentin Spohn, der sich intensive Duelle mit René Zobel lieferte, ebenso blass wie der Ex-Stuttgarter Marian Orlowski. Doch just dieses Duo sorgte mit zwei einfachen Toren für den Aus-gleich (4:4/9.). In Überzahl gelang Gretarsson der fünfte HBW-Treffer und Lukas Saueressig stellte den alten Abstand wieder her: beim 6:4 nach zwölf Minuten. Balingens Keeper Tomas Mrkva parierte in dieser Phase drei Bälle in Folge, doch die Westfalen waren der erwartet unangenehme Gegner: mit einer hohen individuellen Klasse und einer robusten Defensivabteilung. Unbeeindruckt baute der Primus den Vorsprung aus, führte Mitte der ersten Spielhälfte mit „Drei“ (7:4/12.). Der TuS blieb dran, drückte aufs Tempo. Jens Bechtloff brachte den Absteiger wieder in Schlagdistanz (9:8/17.), während der HBW nun einige gute Möglichkeiten liegen ließ. Wichtig: Gretarsson versenkte nach einem Spohn-Kracher an die Latte das Spielgerät ganz souverän im leeren TuS-Kasten.

Heidmar Felixson reagierte, bat sein Team zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Die Auszeit des Interimstrainers verpuffte. Spohn zog die nächste Fahrkarte – und die Schwaben weiter davon (12.8/21.). Erst als Benjamin Meschke für zwei Minuten von der Platte musste, kam der ehemalige Europapokal-Sieger, der in Durchgang eins Top-Torjäger Dener Jaanimaa auf der Bank ließ, auf 9:12 heran (23.). Mehr aber auch nicht. Überragend: Mrkva, der zwei Siebenmeter in Serie parierte (23., 25.). Es war richtig Dampf im Kessel – und doch griffen die „Gallier von der Alb“ über sieben Minuten ohne zählbaren Erfolg an. 13:10 hieß es schließlich zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel setzte der Aufstiegsaspirant die ersten Akzente: Mrkva im Kasten sowie Saueressig und Jona Schoch mit den Treffern 14 und 15. Gretarsson schraubte das Ergebnis in die Höhe, versenkte einen Konter zum 17:11 (33.). Der TuS fand nicht mehr statt, doch der Kreisstadt-Klub machte den Deckel nicht drauf. Schoch traf mit Urgewalt aus zehn Metern zum 18:11 (35.). Die Balinger nutzten das Momentum aber nicht – und nun drehte Spohn an alter Wirkungsstätte noch einmal auf, verkürzte zum 14:19 (42.). Der HBW wackelte und beim 19:21 (49.) war wieder alles offen. Unbeeindruckt vom 24:24 der Gäste (57.) konterte der Tabellenführer in der Crunchtime. Gregor Thomann erlöste Sekunden vor dem Schlusspfiff den Spitzenreiter. „Es war auf Messerschneide“, gestand Balingens Geschäftsführer Wolfgang Strobel ein, „wir sind superglücklich über die zwei Zähler . . .“

„Das war ein wichtiger Schritt für uns“, betont Bürkle. Über das Wochenende machen die Schwaben frei, „ehe ein paar intensive Tage folgen“, wie es der Sportwissenschaftler formuliert. Dieser ist froh, „loslassen zu können, um den Kopf frei zu bekommen.“ In der Länderspielpause möchte der 38-Jährige „ein paar Baustellen – weg von der Taktik“ abarbeiten. Einzig Mrkva, der zur tschechischen Nationalmannschaft fährt, und der verletzte Romas Kirveliavicius (Innenbandriss) werden fehlen. „Die Pause kommt uns nicht ungelegen“, räumt Bürkle unumwunden ein, „es liegt bereits eine lange Saison hinter – und die entscheidenden Spiele noch vor uns.“ Am Gründonnerstag ist der Spitzenreiter in Aue gefordert, ehe Aufsteiger Dormagen am 26. April in der Balinger SparkassenArena gastiert.