Zum Auftakt der Bahnrad-Europameisterschaften am vergangenen Mittwoch im niederländischen Apeldoorn mussten sich Pröpster & Co. im Teamsprint mit dem vierten Rang begnügen. Nach Qualifikationsplatz drei verloren die Deutschen zunächst das Duell mit den starken Britinnen und anschließend auch das Rennen um Bronze gegen die Polinnen.
„Die Qualifikation hat sehr gut funktioniert. Danach hat es leider nicht mehr so gut harmoniert, wie wir uns das vorgestellt hatten – woran das lag, darüber kann man sich streiten“, analysiert die Jungingerin, die mit ihrer Leistung zufrieden war. „Ich war die Schnellste von allen, die an Position zwei gefahren sind. Das war auch mein Ziel.“

Deutlicher Sieg im Viertelfinale

Am Folgetag zog Pröpster ins Sprintfinale der besten Vier ein. Für dieses hatte sich das deutsche Bahnradtalent in 10,969 Sekunden als Zweite qualifiziert – ihre Zeit: etwas langsamer als im Mai (10,7 Sekunden). Allerdings war diesmal die Halle zwölf Grad kälter, weil der Veranstalter wegen der Coronamaßnahmen zum Lüften verpflichtet war. „Deshalb war es unmöglich, wieder so schnell zu fahren“, erzählt Pröpster über die Bedingungen. Die beiden Zeitschnellsten kamen direkt ins Viertelfinale; in dem ließ sie Veronika Jabornikova aus Tschechien deutlich hinter sich.

Fehler im Halbfinale

Im Halbfinale am Freitag unterlag Pröpster der Russin Ksenia Andreeva in zwei Läufen. „Da war ich noch nicht so da, wie ich es gerne gehabt hätte. Ich habe dumme Fehler gemacht“, gibt sich die Jungingerin selbstkritisch. Bessere Läufe zeigte sie im Kleinen Finale und schnappte sich gegen die Französin Taky Kouame die Bronzemedaille. „Wenn ich so im Halbfinale gefahren wäre, hätte es noch mal anders ausgesehen – aber hätte, hätte, Fahrradkette. Ich bin trotzdem zufrieden mit dem dritten Platz“, sagt Pröpster.

Überraschung im Zeitfahren

Am Samstag hatte sie überraschend wieder Grund zum Jubeln – erneut baumelte die Bronzemedaille um ihren Hals. Ohne Erwartungen war die Jungingerin in das 500-Meter-Zeitfahren gegangen, weil sie diese Distanz 2019 letztmals in einem Wettbewerb absolviert hatte. Auch wenn Pröpster einen zu kleinen Gang wählte, was sie in der zweiten Runde bereute, fuhr sie deutlich schneller als jemals zuvor und war damit „natürlich zufrieden“.

Schlechte Startposition

Das dritte Mal Bronze gab es im Keirin. „Da wollte ich eigentlich ein bisschen mehr“, gesteht Pröpster ein. Im Finale zog sie aber die ungünstige Startposition eins und musste somit das Tempo machen. Die Konkurrenz hielt sich im Windschatten auf. „Auf der Zielgeraden sind die beiden Russinnen an mir vorbeigerollt“, beschreibt Pröpster die entscheidene Phase.