Im Teamsprint der U 23-Frauen, der erstmals nach dem neuen UCI-Reglement mit drei Athletinnen über die Bühne ging, wurde das deutsche Trio mit den Berlin-Weltmeisterinnen Pauline Grabosch, Lea Sophie Friedrich und Junioren-Weltmeisterin Alessa-Catriona Pröpster, die nun für den RV Offenbach fährt, seiner Favoritenstellung gerecht.

Äußerst knapper Zieleinlauf

Im Goldrennen ging es sehr knapp her, die 19-jährige Pröpster rettete am Freitag die Führung mit einer Zehntelsekunde Vorsprung ins Ziel, die Friedrich und Grabosch im Finale gegen Russland erarbeitet hatten. Pröpster hatte mit der ungewöhnlichen Länge der 394-Meter-Bahn etwas Schwierigkeiten. „Ich hatte noch nie so einen harten Wettkampf wie heute und musste noch nie so kämpfen. 1200 Meter können ganz schön lang sein und wehtun“, sagte Pröpster. Das Ganze musste das Teamsprinttrio zweimal am Tag in Vorrunde und Finale fahren. In 1:20,726 Minuten siegte Deutschland knapp vor Russland (1:20,866). „Drei Runden auf der 400-Meter-Bahn sind verdammt hart. Die dritte Position für Alessa ist sehr ungewohnt. Es ist ein riesen Erfolg für die Mädels“, sagte Pröpsters Heimtrainer Frank Ziegler.

Finaleinzug geschafft

Am Dienstagmorgen hatte Pröpster ihren zweiten Start. Diesmal war sie im Keirin-Rennen der U23, dem japanischen Kampfsprint, auf sich alleine gestellt. Zunächst stand die Qualifikation an. Dort löste sie das Finalticket. „Das war im Vorfeld mein Ziel“, sagte die 19-Jährige.

Technischer Fehler kostet Medialle

Die Chance auf Edelmetall war gegeben. Nachmittags kam es zum Kampf um Gold, Silber und Bronze. Pröpsters Gegnerinnen: die Polinnen Nikola Sibiak und Nikola Seremak, Sara Kakovska aus Tschechien, die Französin Mathilde Gros sowie Lea Sophie Friedrich aus dem deutschen Team. Letztlich verpasste Pröpster um zwei Zentimeter die Bronzemedaille und landete auf Rang vier. „Ich habe einen taktischen Fehler gemacht, habe zu lange gewartet“, haderte die Jungingerin, „Platz zwei, drei und vier sind ganz eng zusammengelegen.“ Gold krallte sich Friedrich, Silber und Bronze gingen nach Polen. „Es wäre mehr drin gewesen“, wusste Pröpster. Dennoch zog die Bahnradfahrerin ein positives EM-Fazit. „Wenn mir am Anfang des Jahres jemand gesagt hätte, dass ich zur Europameisterschaft fahre und Gold im Team hole und im Keirin nicht weit weg von einer Medaille bin, hätte ich das sofort unterschrieben“, sagte die Killertälerin.

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