Säbelfechten Zwei Jahrzehnte auf internationalen Turnieren

Sibylle Klemm.
Sibylle Klemm. © Foto: Verein
KARL-HEINZ PREUSKER 11.01.2018
Die siebenmalige Deutsche Meisterin Sibylle Klemm hat ihre sportliche Karriere beendet.

Zum ersten Mal seit der Jahrhundertwende fehlt auf den Teilnehmerlisten der nationalen und internationalen Säbelfechtturniere der Name von Sibylle Klemm (Foto). Nach rund 180 internationalen Einsätzen hat die gebürtige Göppingerin ihre sportliche Karriere beendet.

Die herausragenden sportlichen Erfolge hat Sibylle Klemm parat, den dritten Platz bei der Europameisterschaft 2010 in Leipzig und die Silbermedaille bei den Junioren-Europameisterschaften 2003 in Porec (Kroatien). Insgesamt sieben Mal war sie Deutsche Meisterin, im Einzelwettbewerb 2005 in Koblenz und 2014 in Nürnberg, fünf Mal mit ihren Mannschaften. Dazu kommen zehn Silbermedaillen bei Deutschen Meisterschaften und acht in Bronze. Turniersiege in Deutschland erkämpfte sie sich vier, 2008 und 2015 in München, in Bonn 2006 und in Koblenz 2013.

International startete Sibylle Klemm bei rund 130 Turnieren. Starts bei Weltmeisterschaften sind 29 verzeichnet, 24 bei Europameisterschaften. Von den Städten, in denen sie antrat, sah sie meist nur Flughafen, Hotel und Fechthalle. Mehr Gelegenheit, etwas von Land und Leuten zu sehen, gibt es bei internationalen Meisterschaften, die sich über mehrere Tage erstrecken. Besonders gut gefallen hat es ihr in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen und in Kubas Metropole Havanna. Die Liste der Städte, in denen die Göppingerin – zum Teil mehrmals – bei Turnieren war, enthält viele bekannte Namen. Einige Beispiele: Chicago, London, Las Vegas, Budapest, Foggia, Paris, Orléans, Moskau, St. Petersburg, Lissabon, Bologna, Bozen, Izmir, Algier. Die beste Platzierung dabei war dritte Platz beim Turnier in Klagenfurt im Jahr 2004. Erstmals focht die Göppingerin 1998 international, ihr letztes Turnier bestritt sie im vergangenen Jahr in Athen. Zwölf Jahre lang gehörte sie dem A- oder B-Kader des Deutschen Fechterbunds an.

Mit ihrem Sport begann Sibylle Klemm beim Fechtclub Göppingen. Zusammen mit Amelie Zerfaß, in jungen Jahren ebenfalls eine erfolgreiche Fechterin des FC, hat sie vor kurzem ihren damaligen Trainer Horst Dumke in Berlin besucht, wo er seit seinem Ruhestand wieder wohnt. Beide Fechterinnen wechselten dann zur TSG Eislingen – diese bleibt für Sibylle Klemm der Heimatverein, die Kontakte zu Trainern und Fechtern rissen nie ab.

Von 2008 bis 2012 trat Sibylle Klemm für den Fechtclub Tauberbischofsheim an. Dort fühlte sie sich nicht am Ende  mehr wohl und stand vor der Alternative Aufhören oder den Verein wechseln. Sie schloss sich dem führenden Säbelfechtverein Deutschlands an, dem TSV Bayer Dormagen. In dessen Farben holte sie in den vergangenen vier Jahren drei ihrer nationalen Meistertitel.

In Dormagen wohnt die 33-Jährige auch weiterhin. Auf Sibylle Klemm wartet jetzt keine sportliche Herausforderung mehr, aber eine andere: Sie will ihr Master-Studium in einem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich an der Universität Köln zum erfolgreichen Abschluss bringen.

Karl-Heinz Preusker