Länderkampf Teampleite trübt Boiries Freude

Geislingen / Thomas Friedrich 10.09.2018

Baptiste Boirie grinst über beide Backen. Überraschungssieg in Geislingen, die persönliche Best­leistung nur hauchdünn verfehlt, 300 Euro plus Flachbild-Fernseher mitgenommen – es hätte schlechter laufen können. Nur eine Kleinigkeit trübt die Glück­seligkeit.

„Oh shit“, entfährt es Boirie, als ihm der GZ-Redakteur mitteilt, dass die Franzosen den Teamwettkampf gegen Deutschland verloren haben. Den hatte sich Meeting-Direktor Klaus Täubert ausgedacht und den drei französischen Springern am Freitag beim Abendessen vorgeschlagen. Ihre drei Ergebnisse sowie die der drei besten deutschen Springer werden addiert. Das Trio sprang sofort auf die Idee an. Nach dem torlosen Unentschieden im Fußball-Länderspiel tags zuvor wollten sie es den Deutschen wieder so richtig zeigen.

„Ist das wirklich wahr?“, fragt Boirie nach, als ob er die Niederlage nicht glauben kann. Es ist wahr, das Trio aus der Grande Nation kommt zusammen auf 16 Meter, die besten drei Deutschen (Jakob Köhler-Baumann, Lamin Krubally und Daniel Clemens) auf 16,20. Boirie pfeift gleich Teamkollege Mathieu Collet heran, um íhm die Hiobsbotschaft zu übermitteln. Der ist ebenfalls not amused, dann aber fällt ihm doch noch Rettendes ein: „Dafür haben wir aber den Weltpokal“, kontert er mit Fußball. Was ist dagegen schon Stabhochsprung?

Boirie lässt sich die Freude über den Einzelsieg nur kurz vermiesen. Nachdem er die zwei Monate lang nicht trainiert hat, ist er mit seinem Ergebnis „sehr, sehr zufrieden“. Dass die Latte bei Fünfsechzig doch noch fiel und ihm eine neue Bestleistung kaputt machte, findet er allenfalls „etwas schade“. Der 25-Jährige hat noch Gelegenheit genug, das Versäumte nachzuholen. Die Chance, im kommenden Jahr wieder in Geislingen zu springen, beziffert er auf „70 Prozent“. Wohlgefühlt hat er sich dort trotz verlorenem Teamspringen.

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