Geislingen Rauf auf BMX und Skateboard

Tricks und Stunts mit dem Skateboard: Beim 5-Valley-Contest des Skatepark-Vereins machen es die Profis vor. Beim Workshop können Kinder und Jugendliche die Basics lernen.
Tricks und Stunts mit dem Skateboard: Beim 5-Valley-Contest des Skatepark-Vereins machen es die Profis vor. Beim Workshop können Kinder und Jugendliche die Basics lernen. © Foto: Alexander Jennewein
Geislingen / Jochen Weis 05.07.2018
Der Geislinger Skatepark-Verein bietet regelmäßig Workshops an, den nächsten am Sonntag. Die Kids sollen Spaß am Sport finden.

Sport soll Spaß machen, soll die Freude an der Bewegung fördern. Und: Sport soll die Menschen miteinander verbinden. Diese Grundsätze hat sich auch der Geislinger Skatepark-Verein auf die Fahnen geschrieben. Dabei steht ein Aspekt ganz besonders im Vordergrund: Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am Leben, egal ob behindert oder nichtbehindert, egal welchen Geschlechts oder welcher Nationalität.

Der Geislinger Jugendgemeinderat (JGR) hatte das Projekt „Inklusiver Skatepark“ vor acht Jahren zusammen mit dem Stadtjugendring (SJR) und engagierten Jugendlichen angestoßen, 2012 übernahm der SJR die Trägerschaft. Vor zwei Jahren, nachdem die finanzielle Förderung durch den Verein Herzenssache und die Paul-Lechler-Stiftung ausgelaufen war, gründete sich der Verein Skatepark Geislingen, der das Thema Inklusion mit diversen Veranstaltungen und Angeboten weiter vorantreibt. Die bekanntesten sind der 5-Valley-Contest, ein zweitägiger Skateboard- und BMX-Wettbewerb in Geislingen und Gosbach, sowie die annuale Rolli-Rallye, in der die Probanden der Frage nachgehen, wie es um die Barrierefreiheit in der Fünftälerstadt bestellt ist.

Weit weniger schlagzeilenträchtig, aber dafür umso wichtiger sind die Workshops, die mehrmals im Jahr auf der Skater-Anlage in Altenstadt stattfinden. Der nächste Termin ist am kommenden Sonntag, Beginn um 13.30 Uhr. Jeder, der möchte, kann sich kostenlos die vereinseigenen BMX-Räder und Skateboards samt Schutzausrüstung ausleihen oder aber sich einen der Rollstühle schnappen, um einmal zu erfahren, wie es ist, sich auf diese für so viele Menschen ungewohnte Art und Weise fortzubewegen. „Wir wollen, dass der Platz mit Leben erfüllt wird. Skateboarden und Bicycle-Motocross sind ja längst keine Trendsportarten mehr, sondern haben sich in der Alltagskultur der Kinder und Jugendlichen etabliert“, sagt Maximilian Erhardt, Beisitzer des Vereins: „Viele trauen sich aber noch nicht an die Sache ran oder können sich einfach kein Skateboard oder BMX-Rad leisten. Deshalb verleihen wir unser Equipment kostenlos. Und wer Tricks lernen möchte, kann sich das von unseren Coaches zeigen lassen.“

Zudem ist es ein Anliegen des Skatepark-Vereins, mit solchen Workshops einem gesellschaftlichen Problem entgegen zu wirken, das immer mehr zunimmt: dem Bewegungsmangel bei Kindern, das multimediale Überangebot lässt grüßen. „Dazu gibt es inzwischen zig Studien, die alle zu demselben Ergebnis kommen: Je nach Alter haben 80 bis 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht mal eine Stunde Bewegung am Tag. Und gut 20 Prozent sind übergewichtig“, erklärt Erhardt, „das hat nicht nur für die körperliche Gesundheit fatale Folgen, sondern auch für die motorische und kognitive Entwicklung.“

Anders formuliert: Nur durch Bewegung kann der Körper seine motorischen Fähigkeiten, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination ausprägen. Und nur durch ausreichend Bewegung kann das Gehirn seine kognitiven Fähigkeiten wie räumliches Vorstellungsvermögen, Wahrnehmung, Erinnerung, Lernen oder Konzentration normal entwickeln – zumal Bewegung auch die Vernetzung von Gehirnzellen fördert.

„Wir möchten deshalb Kinder und Jugendliche dazu ermutigen, sich zu bewegen und ihnen im Skatepark diese Möglichkeit geben“, sagt Erhardt, „mit unserem Angebot sprechen wir eine Zielgruppe an, die sich für anderen Sport womöglich weniger interessiert. Und außerdem tragen wir mit unseren Workshops dazu bei, dass in der Stadt was los ist.“

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