Radsport Alb-Extrem: Radler bauen auf Riegelpower

Ottenbach / WOLFGANG KARCZEWSKI 26.06.2017
Rund 3300 Pedaleure quälten sich am Sonntag bei der 34. Alb Extrem über die Höhen der Alb. Die meisten nahmen die kürzeste Strecke über 177 Kilometer in Angriff.

Die Lobgesänge auf die gute Organisation des Radmarathons Alb Extrem erfüllt die Veranstalter vom MRSC Ottenbach mit Stolz. Besonders beliebt bei den Radfahrern sind die reichlich ausgestatteten Verpflegungsstellen. Hier gibt es alles, was das erschöpfte Radlerherz begehrt: Wurst- und Käsebrote, Bananen, Brezel, Hefe­zopf, diverse Riegel und – Nussecken.

„Das sind die besten Nussecken der Welt“, schwärmt Erich Hitzer. Der 59-Jährige aus Neidlingen hatte sich gemeinsam mit Wolfgang Schmid für die kürzeste, 177 Kilometer lange Strecke entschieden. Außerdem standen den Radlern eine 250 sowie eine 313 Kilometer lange Runde zur Auswahl. Die Nussecken sind genau genommen spezielle Riegel, die eine Bäckerei aus dem Kreis Göppingen eigens für die Alb Extrem kreiert hat, verrät Organisatorin Ingrid Schleicher vom MRSC Ottenbach. „Manch ein Fahrer wollte schon das Rezept haben, aber das bleibt ein Geheimnis der Bäckerei“, sagt sie lächelnd.

Ideale Bedingungen fanden die Radler gestern vor. Lediglich der Wind auf der Alb machte den Teilnehmern zu schaffen. „Es war wunderbar“, meinte Thomas Eger, „leider hatte ich Rückenprobleme und konnte nur die kürzeste Strecke fahren.“ Der Vaihinger war gestern zum ersten Mal dabei. „Das ist eine richtig tolle Veranstaltung. Ich frage mich, warum ich nicht schon früher hier gewesen bin“, meinte der 50-Jährige.

Kritische Stimmen gab es nur wenige. „Es waren ein paar starke, bis zu 16 Prozent steile Steigungsstiche drin, das fand ich nicht so gut und muss nicht sein“, befand der 65-jährige Gerhard Kübler aus Stuttgart. Für Claudia Xander, die mit ihrem Mann Claus zum sechsten Mal an der Alb Extrem teilnahm, waren „die ersten Anstiege zu steil und die erste Verpflegungsstation zu spät“. Beim Blick auf seinen Radcomputer musste Claus Xander schmunzeln: „Eigentlich sollte ich mich jetzt 20 Stunden erholen, aber ist natürlich nicht möglich.“

Das gilt auch für Simon Betz. Der Lokalmatador, der für den MRSC an den Start ging und aus Hussenhofen stammt, fuhr über die 313-Kilometer-Strecke in 10:46 Stunden die schnellste Zeit und avancierte zum Traufkönig. „Zwei, drei Erholungstage bräuchte ich schon, aber morgen muss ich wieder arbeiten“, erklärte der 24-jährige Rennlizenz-Inhaber, der sich 25 Kilometer vor dem Ziel vom Vorjahresschnellsten Benjamin Doser aus Isny abgesetzt hatte und im Alleingang ins Ziel fuhr.

Wie die meisten Teilnehmer zog auch Wolfgang Liebl vom Veranstalter MRSC Ottenbach ein positives Fazit. Es habe sich bewährt, die kürzeste Strecke noch einmal zu verringern. „Dieser Wunsch wurde an uns herangetragen und wir haben es umgesetzt“, sagte er. Eine Route jenseits der 300 Kilometer werde es aber weiterhin geben, so Liebl: „Das hat eine gewisse ­Signalwirkung. Aber extremer als jetzt soll die Alb Extrem nicht werden“, versprach er.