Leichtathletik Neue Rekorde in Rechberghausen

Rechberghausen / Markus Munz 05.06.2018
Beim Lauf- und Sprungmeeting geben im Kugelstoßring Tobias Dahm und Alina Kenzel Gas, die Stabhochspringerinnen bremst der Wind.

Mit seiner persönlichen Jahresbestleistung von 19,73 Meter stellte Kugelstoßer Tobias Dahm eine neue Rekordmarke beim Lauf- und Sprungmeeting in Rechberghausen auf. Der 31-jährige vom VfL Sindelfingen verbesserte den bestehenden Meetingrekord von Marco Schmidt aus dem Jahr 2009 um drei Zentimeter. Zwar verpasste Dahm die Norm für die Europameisterschaft in Berlin im August, zeigte sich aber nach seinem Sieg in einem interessanten Kugelstoßwettbewerb trotzdem zufrieden: „Ziel waren heute die Saisonbestleistung und die technischen Fehler der letzten Wochen abzustellen, beides ist mir gelungen.“

Die EM-Norm von 20 Metern hat der Luxemburger Bob Bertemes bereits in der Tasche. Er wurde mit nur einem gültigen Versuch von 19,63 Metern Zweiter vor Dahms Vereinskollege Simon Bayer (18,89). „Es lief beim Andrehen heute nicht so gut, ich hätte gerne über 20 Meter gestoßen“, erklärte Bertemes, der anschließend nach Prag zum nächsten Wettkampf flog. Keine Rolle spielte der A-Junioren-Weltmeister im Diskuswerfen, Claudio Romero aus Chile. Er ging im Kugelstoßen an den Start, kam aber auf keinen gültigen Versuch. „Nicht Fisch, nicht Fleisch“ waren die 13,27 Meter für Niko Kappel, „aber der Wettkampf war heute insgesamt etwas stabiler“. Der Goldmedaillengewinner bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro erzielte  gleich im ersten Versuch seine beste Weite. „Ich brauche mehr Kontinuität, aber bis zum Saisonhöhepunkt in Berlin ist ja noch etwas Zeit“, sagte der 23-jährige Welzheimer.

Auch bei den Frauen stellte Alina Kenzel (VfL Waiblingen) eine neue Bestmarke für Rechberghausen auf. Mit 18,21 Meter im zweiten Versuch übertraf sie den bisherigen Rekord von Christina Schwanitz aus dem Jahr 2008 um fünf Zentimeter. In Abwesenheit der am Rücken verletzten Lena Urbaniak fuhr Kenzel einen konkurrenzlosen Sieg ein und konnte ihre persönliche Saisonbestleistung steigern. „Ich bin sehr zufrieden, nur hinten raus war es ein bisschen lasch von mir“, meinte Kenzel, „die Anlage liegt mir und ich konnte die gute Stimmung mitnehmen.“

Dagegen kam der Stabhochsprung-Wettbewerb der Frauen trotz zweier prominenter Zugpferde nicht so richtig in Fahrt. Die Olympia-Teilnehmerinnen Carolin Hingst und Silke Spiegelburg schafften als einzige die 4,30 Meter und duellierten sich anschließend erfolglos um die 4,40 Meter. „Ich wollte eigentlich deutlich höher springen, aber es war trotzdem wieder ein Schritt nach vorne“, erklärte Spiegelburg, die auf Grund der wenigeren Fehlversuche die Nase vorn hatte. Die Olympia-Vierte von 2012 sprang im Lindach nach ihrer Verletzung erstmals wieder mit der vollen Anlaufzahl von 16 Schritten. Ihr Ziel ist die EM-Norm von 4,45 Meter spätestens bei den Deutschen Meisterschaften. Carolin Hingst, vor kurzem noch bei der RTL-Show „Team Ninja Warrior“ im Fernsehen zu sehen, war zum ersten Mal in Rechberghausen dabei und trainiert ebenfalls wieder auf den Maximalanlauf hin. „Ich arbeite viel an der Technik und Stabilität“, erklärte die 37-Jährige, „heute war es schwer, weil der Wind meist von vorne kam, dann ist Stabhochsprung ein Kampf.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel