Ingo Tippl, Handball-Trainer und ehemaliger Handball-Spieler, ist für alle überraschend im Alter von 55 Jahren gestorben. Ingo Tippls sportliche Laufbahn begann in seiner Heimatgemeinde beim TSV Kuchen. Ab der E-Jugend übte er mit Begeisterung den Handballsport aus. Früh schon wurde sein außergewöhnliches Talent erkannt, sodass er in die Bezirks- und später in die Württemberg-Auswahl berufen wurde. Mit seinem Heimatverein errang Ingo Tippl mit seinen Altersgenossen große Erfolge in und über den Handballbezirk hinaus. Ein Highlight war die Württembergische Vizemeisterschaft in der B-Jugend im Jahr 1982.
In der Aktivenmannschaft des TSV Kuchen avancierte er schnell zum Leistungsträger im Rückraum auf Halblinks respektive auf der Mittelposition. Innerhalb weniger Jahre erreichte das Team drei Meisterschaften und stieg bis in die Oberliga Württemberg (Saison 1988/89) auf. Mit seiner körperlichen Präsenz, seinem Spielverständnis, seinen unnachahmlichen Toren und Anspielen faszinierte er Mit- und Gegenspieler gleichermaßen, ebenso die Zuschauer, die zahlreich in die Kuchener Ankenhalle strömten.

Als Spieler stets dem eigenen Verein treu geblieben

Als Spieler blieb Ingo Tippl während seiner gesamten aktiven Handballkarriere seinem Heimatverein treu, in 17 Jahren absolvierte er 350 Punktspiele und erzielte dabei mehr als 1200 Tore für den TSV. Während seiner Aktiven-Zeit übernahm Ingo Tippl auch sein erstes Traineramt, er betreute die weibliche B- und A-Jugend in der Oberliga.
Im Jahr 2000 beendete Ingo Tippl seine aktive Laufbahn. Im Anschluss übernahm er auf seiner ersten Station als Trainer die erste Herrenmannschaft des TSV Bartenbach. Der erste Erfolg des jungen Trainers ließ nicht lange auf sich warten: Ingo Tippl führte das Team zum Aufstieg in die Verbandsliga. Weitere Trainerstationen waren der TV Treffelhausen, der TV Steinheim (Aufstieg in die Württembergliga) und der TV Altenstadt (vier Jahre in der Württembergliga).
Nach einer kurzen Rückkehr zum TSV Bartenbach übernahm Ingo Tippl zur Saison 2019/20 die Frauenmannschaft des TV Gerhausen. Schon im ersten Jahr gelang der Meistertitel und Aufstieg in die Landesliga. Mit der ambitionierten Mannschaft strebte der Trainer einen weiteren Coup in der Liga an, doch die coronabedingte Unterbrechung des Spielbetriebs verhinderte weitere Erfolge.
Ingo Tippl verstand es als Trainer, sein fundiertes Handballwissen und seinen weitreichenden Erfahrungsschatz mit Herzblut weiterzugeben, dabei hatte er stets einen guten Draht zu seinen Spielerinnen und Spielern. Bereits im Jahr 2011, knappe drei Jahrzehnte nach dem verpassten Württemberg-Titel in der B-Jugend, hatte Ingo Tippl mit den Jungsenioren der SG Kuchen-Gingen doch noch einen württembergischen Handballtitel in die Heimat geholt.

Stets ein begeisterter Sportler

Nach seiner Zeit als aktiver Handballer blieb Ingo Tippl auch weiterhin dem Sport treu, spielte Tennis und Fußball in einer Freizeitmannschaft, wobei er sein außergewöhnliches Talent für Ballsportarten immer bewahrte. Ingo Tippel verstarb nun überraschend am 28. April. Der Handball verliert damit einen außerordentlichen fairen Sportsmann sowie einen großen Handballtrainer und Kameraden, der weit über den Handballbezirk Stauferland hinaus geschätzt war.  rsk