Göppingen Mini-Spielfeld als Stolperstein

Zweitliga-Neuling Green Sox Göppingen trägt aktuell seine Heimpartien auf einem gemäß dem Regelwerk zu kleinen Spielfeld auf der Natowiese und deshalb mit einer vom Verband vorläufig erteilten Lizenz aus.
Zweitliga-Neuling Green Sox Göppingen trägt aktuell seine Heimpartien auf einem gemäß dem Regelwerk zu kleinen Spielfeld auf der Natowiese und deshalb mit einer vom Verband vorläufig erteilten Lizenz aus. © Foto: Peter Poller
Göppingen / Harald Betz 18.07.2018
Zweitliga-Aufsteiger Green Sox Göppingen droht bei sportlichem Klassenerhalt der regelbedingte Zwangsabstieg. Hilfe der Stadt ist erforderlich.

Die Baseballer der Göppinger Green Sox kämpfen aktuell an zwei Fronten gleichzeitig: Zum einen hat der Neuling in der Zweiten Bundesliga Süd alle Hände voll zu tun, um den Klassenerhalt auf dieser anspruchsvollen Ebene zu schaffen, andererseits droht Ungemach durch den Baseball-Verband, denn das Regelwerk fordert eigentlich ein größeres Spielfeld als es der Verein vorweisen kann, weshalb die Sox nur eine vorläufige Lizenz für den Zweitliga-Spielbetrieb erhalten haben.

Die Heimat der Göppinger Baseballer, die vor rund zwei Jahrzehnten auf dem brachliegenden Spielfeld der amerikanischen Streitkräfte im heutigen Stauferpark entstanden sind, liegt heute auf der sogenannten Natowiese an der John-F.-Kennedy-Straße. Dort schufen sich die Anhänger des US-Sports auf städtischen Grund, der unbefristet gepachtet ist, ein neues Spielfeld, das allerdings ein Manko besitzt: Das Außenfeld ist rund 25 bis 30 Meter zu kurz und die Anlage damit für den Spielbetrieb in den hohen Spielklassen zu klein.

Der Zweitligist um Spielertrainer Daniel Emerick ist bereits auf die Stadt zugegangen, laut dem 36-Jährigen „ruht“ die Angelegenheit beim Bauamt. Gleichzeitig wächst die Angst bei den Baseballern, die derzeit auf dem vorletzten Platz liegen, nur das Schlusslicht steigt ab. Somit wäre der Klassenerhalt bei drei Siegen Vorsprung auf den Letzten und sogar der Chance, noch eine Position an den letzten beiden Spieltagen gut zu machen, sportlich gewährleistet. Doch wie entscheidet der Verband? Droht der Zwangsabstieg? Oder machen die Funktionäre eine weitere Runde in der Zweiten Liga von der Vergrößerung des Spielfeldes abhängig? Dann aber benötigen die Sox die Hilfe oder zumindest ein positives Signal aus dem Rathaus. Das abfallende Gelände müsste mithilfe einer Stützmauer befestigt und aufgefüllt werden, so Emerick fachkundig.

Auch sportlich haben die Green Sox in den vergangenen Wochen reichlich dazu gelernt. Sehr gut in die Zweitliga-Saison gestartet, folgte auf die anfängliche Euphorie Ernüchterung. Es folgte ein „temporäres Formtief“, so die Emerick-Analyse. Mittlerweile hat sich das Team wieder etwas stabilisiert und zwischendurch gepunktet, auch wenn es zuletzt wieder Rückschläge gab (siehe nebenstehender Artikel). „Das Schwierige in der Zweiten Liga ist, dass alle Teams spielerisch sehr eng beieinander liegen“, so der Spielertrainer, „das ist für uns mental eine neue Situation. Waren es in der Vergangenheit meist einfache Spiele, müssen wir uns jetzt jedes Mal beweisen.“ Dazu kommt die Anstrengung, dass immer zwei Spiele an einem Tag ausgetragen werden – und eben das latente Problem mit dem Mini-Spielfeld.

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