Handball-Bundesliga Matchwinnerin lobt das Team

Michaela Hrbkova ist von der Neckarsulmer Abwehr allenfalls durch Fouls zu bremsen. Auch die daraus resultierenden Siebenmeter hat die Tschechin allesamt verwandelt.
Michaela Hrbkova ist von der Neckarsulmer Abwehr allenfalls durch Fouls zu bremsen. Auch die daraus resultierenden Siebenmeter hat die Tschechin allesamt verwandelt. © Foto: Eibner
Neckarsulm / Von Frank Höhmann 21.01.2019

Es war der Abend der Michaela Hrbkova. Mit solch einer Ausbeute hatte die Tschechin ihr Team bereits gegen Buxtehude bei ihrem ersten Auftritt nach ihrer Verletzung zum Sieg werfen wollen. Hatte die 31-Jährige bereits im Heimspiel gegen Blomberg angedeutet, auf dem besten Weg zu ihrer alten Form zu sein, unterstrich ihre Gala beim Derbysieg in ­Neckarsulm, dass sie diese endgültig ganz erreicht hat. Zu den acht Treffern aus dem Spiel heraus gesellten sich acht Siebenmetertore bei ebensovielen Versuchen. Nach drei Niederlagen in Serie war „die Erleichterung bei uns allen riesengroß“. Hrbkova ordnet den Sieg als „mega-wichtig“ ein.

Obwohl die Göppingerinnen hervorragend in die Partie gefunden und dank einer zu Beginn gut haltenden Edit Lengyel im Tor schnell 3:0 geführt hatten, verpassten sie  es in den ersten 30 Minuten, sich  weiter als nur auf zwei oder drei Tore abzusetzen. So war der Vorsprung nach knapp zehn Minuten aufgebraucht und Neckarsulm glich zum 5:5 aus. Hrbkova brachte ihr Team mit zwei verwandelten Siebenmetern wieder in Führung. Neckarsulms Trainer Pascal Morgant beklagte sich bei den Unparteiischen über eine vermeintlich ungleich verteilte Anzahl an Siebenmetern. Seine Schützlinge stießen allerdings nicht derart gut in den Kreis vor wie die Göppingerinnen. Die Rückraumspielerinnen Nele Reimer und Irene Perez trafen in den ersten 30 Minuten immer wieder aus dem Rückraum. Beim 12:9 schienen sich die Gäste lösen zu können, bis zur Pause glich Neckarsulm zum 14:14 erneut aus.

„In der Pause haben wir besprochen, was wir wieder besser machen und ändern müssen. Wir wurden dann immer stärker und konnten davonziehen“, sagte Hrbkova, die nicht den alleinigen Anteil am Auswärtssieg für sich reklamierte: „Das war eine sehr gute Mannschaftsleistung. Jeder hat dazu beigetragen. Branka hat ab der 40. Minute einige Male klasse gehalten, das war mit entscheidend, dass wir uns vorentscheidend absetzen konnten.“ Nach dem 28:21 (50.) war Hrbkova klar, „dass wir das nicht mehr aus der Hand geben“. Zwar verkürzten die Gastgeberinnen mit drei Treffern in Folge noch einmal auf fünf Tore, am Ende stand für sie aber eine deutliche Packung auf der Anzeigetafel.

Frisch-Auf-Trainer Aleksandar Knezevic fiel nach dem Erfolg ein Stein vom Herzen. „Die zweite Hälfte war klasse. Die Abwehr stand sehr gut und vorne haben wir unsere Angriffe konsequent zu Ende gespielt.“ So gelangen den immer mutloser werdenden Neckarsulmerinnen zwischen der 30. und 45. Minute nur fünf Treffer. Das lag auch an den Paraden der zur zweiten Hälfte für Lengyel eingewechselten Branka Zec, die ihren Mitspielerinnen den nötigen Rückhalt verlieh.

Und so waren am Ende alle hochzufrieden. Das traf auch für den Vorsitzenden des Fanclubs Frauen Power, Ralf Schmidt, und die 50 mitgereisten Anhänger zu. „Nach einer Niederlage vor zwei Jahren und dem Unentschieden in der vergangenen Saison musste es dieses Mal noch eine Steigerung geben.“ Der erste Sieg in ­Neckarsulm wurde denn auch gebührend gefeiert. Knezevic schickte schon mal eine scherzhafte Kampfansage an den kommenden Gegner: „Bietigheim zittert jetzt sicher vor uns“. Der Tabellenzweite sei „zwar eine ganz andere Hausnummer, aber wir werden alles reinwerfen.“

Neckarsulmer Sport-Union: Roth, Stammer; Reimer (9/3), Kalmbach, Perez (4), Kaufmann (2), Pavlovic, Wolf (5), Ineichen, Pavkovic (5), Namat (1), Stojkovska.

Frisch Auf: Lengyel (1.-30.), Zec (31.-60.); Brugger (4), Schindler (1), Hrbkova (16/8), Blanke (3), Adamkova (1), Krhlikar, Guberinic (4), Kinlend (4), Petrinja, Bergschneider.

SR: Hurst/Krag (Oberursel/Frankfurt). Zeitstrafen: 4:2 Minuten. Zuschauer: 920.

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